Verbotene Pillen und verhängnisvolle Gasperlmaier ermittelt am Catwalk Nicht genug, dass die Dreharbeiten einer bekannten Model-Castingshow mitsamt schriller Modelmama die beschauliche Idylle in Altaussee stören. Jetzt wird auch noch der Set-Fotograf tot im See aufgefunden. Das kommt für Franz Gasperlmaier höchst ungelegen, hat ihn schließlich das Hochzeitsfieber gepackt. Bevor seine Tochter Katharina ihrer Stefanie das Ja-Wort geben kann, gilt es nun also nicht nur deren etwas eigenwillige Eltern kennenzulernen, sondern auch die Ermittlungen im Dunstkreis der TV-Show aufzunehmen. Was für ein Glück, dass ihm Frau Doktor Kohlross mit ihrem flotten Flitzer zur Seite steht. Schon bald zeigt Die ungeschminkte Wahrheit hinter der Model-Castingshow ist alles andere als schön.
Ein Ermittler, den man sofort nach der letzten Seite vermisst Professioneller Fettnäpchentreter, heimatverbundener Genuss- und Familienmensch, einer, der oft so lange über die richtigen Worte nachdenkt, dass er keine Gelegenheit mehr hat, sie Das ist Franz Gasperlmaier. In seinem neuesten Fall hat er kaum einmal Zeit, in Ruhe ein Bier zu Kinder, Schwiegerkinder und der kleine Enkel machen das Haus so lebendig, wie es schon lange nicht mehr war. Fast freut er sich ein bisschen darauf, wieder mit seiner Christine allein zu sein – auch wenn er die Kinder dann vermissen wird. Wie gut, dass der Nachbar hinterm Gartenzaun immer einen edlen Tropfen und einen guten Rat für den Franz parat hat …
Zwischen malerischer Idylle und eine Reise ins steirische Salzkammergut Liest man Herbert Dutzlers Altaussee-Krimis, ist man versucht, sofort eine Fahrkarte zu kaufen, sich in den nächsten Zug zu setzen und das schöne Ausseerland selbst zu entdecken, in einer Plätte über den See zu schippern oder den Loser zu besteigen. Mit einer großen Portion Sympathie für Land und Leute zeichnet Herbert Dutzler seine Heimat – nicht ohne kritische Blicke auf die Schattenseiten des Landlebens und den touristischen Ausverkauf der Region.
Geboren am längsten Tag des Jahres 1958 in Schwanenstadt in einem Haus, an das heute nur noch der Parkplatz des Seniorenheims erinnert. Und selbst das soll bald abgerissen werden. Beschult 13 Jahre lang, unter anderem im Bundesgymnasium Vöcklabruck, dortselbst Matura (Abitur) am 8. Juni 1977, an dem ein gewaltiger Donnerschlag während der letzen Prüfung als göttliches Zeichen aufgefasst werden durfte. Ich bestand. Studium der Germanistik und Anglistik in Salzburg, Diplomarbeit zum neueren deutschen Kriminalroman der 70er- und 80er-Jahre. Man sieht schon, wohin's geht. 29 Jahre Unterrichtstätigkeit in den Fächern Deutsch und Englisch. Intensiver Kontakt mit der Schulbürokratie ließ es zwingend notwendig erscheinen, Gewaltphantasien in das literarische Schaffen abzuleiten. Lektüre zahlreicher Kriminalromane, gleichzeitig Vernachlässigung der klassischen wie auch der modernen deutschsprachigen Literatur. Hinwendung zur anglo-amerikanischen Literatur, wo dieser Gegensatz keiner bzw. jedem wurscht ist. Keine Vorstrafen, trotz mehrfach begangener literarischer Tötungsdelikte. Lieblingsautoren Heinrich Steinfest, Leena Lehtolainen, Ian Rankin, Iain Banks, Ian McEwan. Dennoch lege ich Wet auf die Feststellung, dass ich LieblingsautorInnen nicht nach dem Vornamen auswähle.
Nun sind wir schon beim zehnten Band der Altaussee Reihe von Herbert Dutzler und seinem Postenkommandanten Franz Gasperlmaier angelangt.
Auch diesmal geht es in Altaussee rund, denn es stehen Dreharbeiten für die Model Castingshow "TOMOTY" (Top Model of the year) an. Doch auch privat hat Franz gut zu tun, denn seine Tochter Katharina heiratet ihre Stefanie. Sohn Christopher ist mit seiner Frau Rachelle und dem kleinen Theo aus Kanada angereist. Dafür hat sich der Franz einige Tage Urlaub genommen. Doch dazu kommt es nicht, denn Gasperlmaier muss ermitteln. Im selben Hotel, in dem die zukünftigen Schwiegereltern von Katharina sich ein Zimmer gebucht haben, wird der Star-Fotograf der Casting Show tot aufgefunden. Am Vorabend hat Franz noch mit ihm einige Enzian getrunken und nun liegt er tot im See. Nun heißt es ermitteln, statt Urlaub. Gemeinsam mit der Manuela und Frau Doktor Kohlross vom Bezirkspolizeikommando Liezen nimmt Franz Gasperlmaier die Ermittlungen auf..... Das gestaltet sich nicht wirklich einfach, denn das Fernseh-Team scheint einiges verbergen zu wollen, allen voran die Modelmama Suzie McDonald.
Mit seinem zehnten Krimi ist Herbert Dutzler wieder ein großartiger Regionalkrimi gelungen, der gleichzeitig spannend und auch humorvoll ist. Jedem, der die Reihe bereits kennt, sind die Charaktere ans Herz gewachsen. Gasperlmaier und seine Familie, die Frau Doktor Kohlross und einige altbekannte Altausser kennt man gut und als Leser fühlt man sich mitten drinnen und gut aufgehoben.
Mit der Castingshow hat Herbert Dutzler wieder ein aktuelles Thema aufgegriffen und macht auf Dinge aufmerksam, die wieder leichte Gesellschaftskritik beinhalten. Er rechnet mit dem oberflächlichen Modelbusiness ab und macht auf den touristischen Ausverkauf der Region aufmerksam, ohne dies mit dem erhobenen Zeigefinger zu tun. Dies ist ihm auch schon in den Vorgängerbänden zu bestimmten Themen hervorragend gelungen.
Der Autor schreibt gewohnt humorvoll und mit viel Lokalkolorit. Man muss sich einfach beim Franz und seinem Team wohlfühlen. Natürlich darf auch der Humor nicht zu kurz kommen. Gewohnt bildgewaltig wird die Gegend rund um Altausse beschrieben. Lokalkolorit wird hier großgeschrieben und ist immer wieder top! Überraschende Wendungen und ein durchwegs guter Spannungsbogen lassen die 400 Seiten nur so dahinfliegen.
Fazit: Mit dem Jubiläumsband, dem 10. Fall von Franz Gasperlmaier, ist Herbert Dutzler wieder ein toller Regionalkrimi gelungen. Dabei nimmt er diesmal die Modelbranche aufs Korn und bringt dem Leser spannende Lesestunden mit viel Lokalkolorit. Eine der wenigen Regionalkrimi-Reihen, die ich noch mit Begeisterung lese!
Letzter Tropfen ist ein Kriminalroman von Herbert Dutzler, der 2023 im Haymon Verlag erschienen ist. Dies ist bereits der zehnte Fall für den Polizisten Franz Gasperlmaier, der im Ausseerland ermittelt.
Zum Autor: Herbert Dutzler, geboren 1958, aufgewachsen in Schwanenstadt und Bad Aussee, lebt als ehemaliger Lehrer und nunmehr freier Autor in Schwanenstadt – und ist mit seinen Krimis um den liebenswürdigen Altausseer Polizisten Gasperlmaier Autor einer der erfolgreichsten österreichischen Krimiserien.
Zum Inhalt: Gasperlmaier ist trotz Urlaub voll ausgelastet. Die Heirat seiner Tochter Katharina steht an und eine Model-Castingshow fällt über den Altaussee her. Als in deren Umfeld eine Leiche gefunden wird, nimmt Gasperlmaier zusammen mit der Kriminalpolizistin Frau Doktor Kohlross die Ermittlungen auf.
Meine Meinung: Manchmal habe ich geglaubt, dass der Kriminalfall nur als Zugabe zur Geschichte um den liebenswürdigen Franz Gasperlmaier serviert wurde. Es ist ein Wohlfühlroman um den Altaussee, der meist aus der Sicht des Gasperlmaier erzählt wird. Dieser hat eine eigene Sicht auf die Dinge, in der es einfach menschelt. Da überkommen den Gasperlmaier immer wieder Hungergefühle beim Ermitteln, die natürlich befriedigt werden müssen. Die Kriminalpolizistin Frau Doktor Kohlross hat meist modisches Schuhwerk am Fuß, aber dies ist oft wenig praktisch. Aber man kennt sich und versteht einander. Gasperlmaier ist von einigen Damen umgeben, die ihn bei den Ermittlungen massiv unterstützen und hilfreiche Informationen beschaffen. Gasperlmaier ist am Altaussee gut vernetzt und weiß das Netzwerk zielgerichtet einzusetzen. Es gibt ein paar unschöne Szenen, aber dann wird es schnell wieder gemütlich. Am Ende ist der Fall vollständig und nachvollziehbar gelöst und, vielleicht noch wichtiger, Gasperlmaiers Tochter verheiratet, das Verhältnis zum Sohn verbessert mit einer Lebenshilfe und auch die Frau Doktor offenbart ein Geheimnis. Bei diesem Titel steht das Menschliche im Vordergrund und die atmosphärische und humorvolle Schreibweise passt dazu. Gasperlmaier und sein Umfeld sind sympathisch und keine Supermenschen. Irrtümer passieren schon mal, aber Gasperlmaier ist auch hartnäckig. Gasperlmaier und die Region laden dazu ein, sich weiter mit ihnen zu beschäftigen. Der menschliche Faktor hilft über die ein oder andere Delle im Spannungsbogen hinweg. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt.
Fazit: Dieser Titel ist ein atmosphärischer Kriminalroman, bei dem es vor allem menschelt. Ich bin dem Gasperlmaier gerne auf seinem Weg gefolgt und bin sehr gut unterhalten geworden. Deshalb bewerte ich das Buch mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten). Für die Freunde ruhiger und atmosphärischer Krimis spreche ich eine Leseempfehlung aus.
Mit diesem Gasperlmaier-Krimi hat H. Dutzler wieder einen sehr guten Kriminalroman geschrieben, in dem man als Altaussee-Liebhaber und -Besucher sehr schnell in die geographischen Gegebenheiten rein findet. Auch die Charaktäre entsprechen sehr gut denen die dort ständig leben. Ein wenig reserviert gegenüber allem, was von außen kommt. Neben den familären Ereignissen (Hochzeit der Tochter mit einer Freundin) wird in diesem Roman von der Film- und Fernsehwelt geschrieben. auch der Ausgang des Romanes mit der Klärung mehrerer Todesdelikte lässt lange offen, wie die Geschichte ausgeht.