So wenig Niveau war nie! Selbst Qualitätsmedien berichten ausführlich und mit Hingabe vom Dschungelcamp oder Deutschland sucht den Superstar. Gleichzeitig dürfen von der Wirtschaft finanzierte Professoren auch in der Tagesschau dreist als unabhängige Experten auftreten. Ihre Phrasen werden uns als alternativlose Wahrheiten verkauft – während kritische Politsendungen im Nachtprogramm verschwinden. In seinem neuen Buch deckt Thomas Wieczorek die Auswüchse der allgemeinen Massenverblödung auf. Und er geht der Frage nach: Wird sie bewusst betrieben? Und von wem? Und mit welchem Ziel? Das Ergebnis seiner Recherchen ist Aufklärung im besten Sinne.
Offensichtlich soll vieles verheimlicht werden! Immer deutlicher ist zu erkennen, wie selbst in den Qualitätsmedien in ausführlichster Art und Weise über Intimstes berichtet wird. Die eigentlichen Problemkreise bleiben unangetastet. Kritische Sendungen über die Wirtschaft (z.B. die EU-Schuldenkrise)und die Politik werden am späten Abend gesendet (ich zeichne diese auf und sehe sie mir später an). Interessant sind die Hinweise auf sehr aktive Neonazi-Verfolger, die strafversetzt wurden (S. 96ff). Während unseres Sardinien-Urlaubes (29.9. bis 6.10.2022) habe ich dieses kritische Buch erneut gelesen und bin über die Aussagen immer noch erschüttert. Die Originalausgabe stammt aus dem Jahr 2009. Ich denke, dass 13 Jahre später die Verblödung noch mehr um sich gegriffen hat.
Extrem polemisch und der Autor hält sich selbst für den Allerklügsten. Keiner hatte große Lust sich ein Buch zu kaufen und sich dann mehr oder weniger beleidigen lassen, weil man bestimmte Goethe-Zitate nicht kennt. Schade, es gab ein paar gute Ansätze, die gehen hier aber vollkommen unter. Zumindest liest es sich sehr schnell, da es das Niveau und Kohärenz von Beiträgen im Spiegel-Online Forum hat. Anfangs wirken die in ihrer Polemik auch erheiternd mit der Zeit aber eher ermüdend.
Als politisch denkender und lebender Mensch braucht man manchmal eine Erinnerung daran, Wachsam zu sein, aufmerksam mit Äußerungen von Politikern und Interessenverbändern sowie den Medien umzugehen. Thomas Wieczorek bietet hiermit eine gute solche Erinnerung.
Wieczorek wiederholt sich meines Empfindens nach in seinen Büchern, stört mich aber nicht. Hat mir in manchen Politikklausuren ordentlich geholfen, interessant auf jeden Fall! Gut sind die zahlreichen Quellen, also nichts a la Michael Moore.
"Warum liest man solch ein Buch? Weil man eine Bestätigung der eigenen Meinung sucht, weil man auf neue Erkenntnisse hofft, oder weil man Anhänger von diversen Verschwörungstheorien ist? Ich kann die Frage nicht abschließend beantworten, da es mir, auch über einen längeren Zeitraum, nicht gelang, dieses Buch durchzulesen. Das Buch schildert nicht den Bildungsstand der deutschen Bevölkerung, sondern die, so der Autor, bewußte Verdummung durch die Medien unter Einschluß der Politik. So soll das Volk durch dümmliche Sendungen und bewußter Desinformation in den ""Qualitätssendungen"" ruhig gehalten werden. Zwar stehen auch hier einsame Leuchttürme, ""Frontal 21"" und ""Monitor"", im Nebel der ""Verblödungsindustrie"", doch werden sie nicht bzw. zu wenig beachtet. Die Schuldigen sind schnell ausgemacht. Es sind die Reichen und die mit ihnen verbündete Politikerkaste. Selbst die Wissenschaft ist nicht wertfrei sondern läßt sich willig vor den Karren spannen. Beispielhaft ist hier der Professor als Experte in einer Nachrichtensendung, welcher von einem Konzern bezahlt wird. Das Stakkato der Zitate und Beispiele ermüdet, dies wird auch durch die steigende Aggressivität der Schilderung nicht verhindert. Allerdings steht diese Art der Betrachtung in einer längeren Reihe ähnlicher Verschwörungstheorien. Einmal von rechts, das andere Mal, wie hier, von links, wird ein ""Mainstream"" bedient. Waren es vor 100 Jahren die Pamphlete um die ""Weisen von Zion"" mit den schlimmen Folgen, folgten danach die grauen Gnome von Zürich, der CIA und aktuell die Globalisierung. Letztere heruntergebrochen auf die kleinteilige deutsche Lösung. Bei manchen Passagen muß man sich den Klappentext vor Augen halten und daran denken, daß der Autor Volkswirtschaftler ist. Immerhin ist es in dem vielgescholtenen System möglich, daß dieses Buch erscheint und somit Bestandteil der kritisierten Medienpolitik wird. Der Autor denkt dabei natürlich auch nur an unser Bestes, an unser Geld."
Why does someone read a book like this one? I can't give a certain answer to question. Maybe because as a German citizen I have a feeling sth. in our country goes horribly wrong. Politicans lying is an everyday occurrence, it's become so normal no-one expects anything less. Maybe it's the fact, which I know from personal experience that certain news we're shown by media are simply not true and therefore not more than propaganda. There have been so many things over the years which made me stop and frown cause things didn't add up, that made me ask questions of the "wrong" kind. I mistrust my government, I mistrust the media and I sure as hell mistrust the business-lobby. I remember hearing so. from the Familia saying, how Germany is great for washing money because there is no western nation as corrupt as our country. Even the cops say the police and law courts are corrupt. So maybe it was the attempt to find sth. to answer my questions.
What I did find was an interesting collection of "facts". But unfortunately they were too wide spread. I think it would have been better if the author would have concentrated more on one thing, making it possible to give the reader a more deeply view of the powers working behind the curtains. Second and more important is that Wieczorek didn't give his readers any opportunity to control his sources. Some can be found because the happenings where public, such as the Ackermann case, but that's not enough. For books like these there is one rule which should be followed by every writer: Always write down your sources, otherwise it's just hear say.
All in all I guess this book can't be given too much credibility due to a lack of source material, but nevertheless it can serve as a thought provoking impulse for everyone who is interessted in seeing more than what meets the eye.
In der Sache hat der Autor ja Recht: Schon die Römer kannten das Prinzip "Brot und Spiele" und wer in die Politik geht, muss seine Ideale beim Pförtner abgeben und einen Lehrgang im Lügen und Täuschen absolvieren. Aber wie Wieczorek in einem Rundumschlag alles und jeden in der Bundesrepublik Deutschland kritisiert, ermüdet auf die Dauer, sodass ich nach etlichen Anläufen nach zwei Dritteln aufgegeben habe, das Buch zu Ende zu lesen. Diese Herumhüpferei von einem Kritikpunkt zum anderen verwirrt. Und hier kommt mein Hauptkritikpunkt: Der Autor prangert alles und jeden an, gibt jedoch an keiner Stelle einen Hinweis darauf, wie er sich vorstellt, dass es besser laufen könnte. Ich bin gewiss kein Freund des Neoliberalismus, aber dieses zusammengestückelte Gedöns scheint die literarische Form jener Leserkommentare zu sein, die man neuerdings immer öfter zu Gesicht bekommt. Wenn man Wieczorek hört bzw. liest, muss man annehmen, dass man in der schlimmsten Bananenrepublik aller Zeiten lebt. Wieso geht es dann Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern so gut? Irgendetwas muss doch richtig laufen, oder? Kritik tut not, sie ist sogar wichtig für das Überleben, aber ein Draufschlagen auf alles und jeden hat nichts mehr mit Kritik zu tun. Eine perfekte Gesellschaft wird es nie geben. Ich kann gut Vergleiche anstellen. Ich habe im Sozialismus gelebt und erlebe jetzt den Neoliberalismus, beide Gesellschaftsordnungen könnten entgegengesetzter nicht sein. Mich hätte interessiert zu erfahren, was nach dem Neoliberalismus kommen könnte. Aber da wird mir Wieczorek die Antwort schuldig bleiben. Mit reinem Pessimismus und Hass auf alles kann man keine positiven Aussichten auf Besserung generieren. Aber das will der Autor sicher auch gar nicht - und schon werden wir wieder für dumm verkauft...
Der Titel als auch der Inhalt des Buches sind augenscheinlich darauf ausgelegt, eine möglichst breite Leserschaft anzusprechen. Lesen tut sich das Sammelsurium aus verschiedensten Kritikansätzen sehr gut, allerdings hinken die Thesen oft an fehlenden Referenzen und verschobenen Kontexten. Überproportional sind in diesem Buch Aussagen zur eigenen Meinung gegenüber sachlichen Darstellungen vertreten.
Weiterhin haben mich einige Punkte sehr beim Lesen gestört: - Der Autor übt harsche Kritik an der deutschen Medienlandschaft, nutzt deren Informationen jedoch gleichzeitig als sachliche/vertrauenswürdige Referenzen für seine Statements - Bei dem Abschnitt zur Feminismusdebatte hätte er sich etwas mehr mit dem Thema auseinandersetzen können, bevor er sich darüber auslässt. Man muss auch nicht über alles schreiben... - Es fehlen die Perspektiven in dem Buch, daher wo sieht der Autor konkrete Chancen zur Verbesserung der Gesamtsituation? - Einige Abschnitte des Buches ähneln sehr stark dem Stil und dem Inhalt von "Stupid White Man" von Micheal Moore und scheinen nur leicht an den deutschen Kontext adaptiert worden zu sein.
Fazit: Das Buch regt auf jeden Fall dazu an, sich mit verschiedenen Fragestellungen noch intensiver auseinanderzusetzen als der Autor dies getan hat.
Wer es etwas fundierter mag, dem empfehle ich "Schulden, die ersten 5000 Jahre" vom Ethnologen und Occupy-Aktivisten David Graeber. Hier wird die Kritik am Kapitalismus bzw. der Marktwirtschaft zwar auch offensichtlich, der Leser ist jedoch stärker dazu angehalten tiegründiger in die Materie einzusteigen.
Ein interessanter Ansatz, die Kritik kann ich nachvollziehen, aber wie diese Kritik rübergebracht wird (zynisch, ironisch, ohne richtig zu argumentieren), gefällt mir nicht. Dadurch lässt sich das Buch wie "Geschwafel" lesen/hören. Wer mag denn so etwas? Wer hört so etwas gerne zu? Natürlich greift man zu einem Buch, um auch ein Stück gebildet zu werden, aber so nicht. Der Spagat zwischen Bilden und Satire gelingt hier nicht.
Der Autor konzentriert sich auf alles, was in der Politik, der Wirtschaft und in den Medien falsch läuft. Obwohl einige der aufgeworfenen Fragen nachvollzogen werden können, fehlt mir das Argumentative. Der Autor beschwert sich und beschwert sich, meckert, ist negativ und weiß alles besser, weil er die "Fehler" in der Gesellschaft aufdeckt. Und wo bleiben bitte seine Lösungsvorschläge? Wo bleibt der Mehrwert? Jeder, der halbwegs kritisch denken kann und sich mit aktuellem Geschehen auskennt, kann diese Kritik äußern.
Der Sprecher ist sehr gut, das muss man dem Hörbuch schon zusprechen.
Im Grundsatz stimme ich vielem zu, was der Autor hier anspricht. Gerade die ganzen sozialen Komponenten finde ich sehr interessant. Mir gefällt nur - in weiten Teilen - die Ausführung seiner Argumente nicht. Zu viel von allem. Zu viele Themen, zu viele Baustellen, zu viele Zitate (und, im Umkehrschluss, zu wenig eigener Text, und wenn, dann fast nur stumpfe Beschimpfungen), zu viel, zu viel. Ich musste mich da ziemlich durchquälen. Einfach nicht mein Ding, sorry.
Lesenswert - auf jeden Fall. da der Autor Salz in viele Wunden streut, macht das Buch sicher nicht gute Laune und ist auch nicht einfach zu verdauen. An manchen Stellen erscheint das Ganze scherenschnittartig und etwas zu simpel und wenn es doch so einfach zu durchschauen ist - dann frage ich mich, wieso alles noch so "gut" läuft. Oder sollte das doch eher eine Masche des Autors sein? Hmmm - muss man mal drüber nachdenken und noch einmal drin blättern.