Hans Erich Nossack: "Spirale - Roman einer schlaflosen Nacht". Der Autor läßt seinem Roman "Spätestens im November" eine Sammlung von fünf fragmentarischen Erzählungen folgen, die wie Splitter und Späne jener größeren Arbeit anmuten. Jedenfalls kreisen sie das gleiche Problem ein - die Kontaktlosigkeit des modernen Menschen -, allerdings auf thematisch verschiedenen Ebenen, die aber alle senkrecht über der gemeinsamen Basis "Einsamkeit" liegen: Das erklärt den Obertitel "Spirale". Eine gewisse Verbindung der fünf Bruchstücke mit ihrer vollkommen ornamentfreien, ausgeglühten Prosa liegt in der geistigen Großvaterschaft Franz Kafkas, aus dessen Riesenschatten sich der schriftstellernde Angstträumer Nossack (SPIEGEL 22/1952) seit seinen literarischen Anfängen nicht lösen kann. (Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main. 376 Seiten. 14,50 Mark.)
Hans Erich Nossack war ein deutscher Schriftsteller, der zunächst als Lyriker und Dramatiker, später jedoch vor allem als Prosaautor in Erscheinung trat.