Epikur verstand unter dem Schlüsselwort der Lust die Erlösung von allen seelischen wie körperlichen Schmerzen. Dafür gibt der Philosoph eine Vielzahl von Hinweisen, Maximen, Ratschlägen aus. Die prägnantesten Aussagen sind in diesem Band versammelt und bis heute Wegweiser zu einem lustvoll glücklichen Leben in heiterer Seelenruhe.
"Lust besteht für Epikur in der Erlösung von allen seelischen wie körperlichen Schmerzen."
In "Von der Lust zu Leben" sind Epikurs prägnanteste Aussagen zum Thema der Lust versammelt. Seine Lehren werden damit grundlegend untermalt. Da ein Großteil von Epikurs Texten verloren gegangen ist, stammen viele der Zitate aus Kommentaren und Reflexionen anderer griechischer und lateinischer Autoren. "Von der Lust zu Leben" ist eine interessante und thematisch gut gegliederte Übersicht zu Epikurs Verständnis der Lust.
Es ist mir mit den fragmentarischten Texten Epikur's sonderbar vergnüglich ergangen. Die gleiche, selbstgenügsame, besonnene, reflektierende und ruhige Lebensbejahung wie ich sie etwa bei Nietzsche fand, überkam mich auch beim Lesen dieses Sammelwerks seiner Überlieferungen. Trotz der Quellenlage, welche sich zum Teil auf Epikur selbst zurückführen läßt, zum Teil auf Kommentare und Reflexionen späterer griechischen und lateinischen Autoren, läßt sich halbwegs erkennen, wie Epikur das Leben beurteilte. Von allen antiken Philosophen, welche ich bisher das Privileg hatte lesen zu können, entspricht mir Epikurs Lehre am meisten.
Gleichwohl erkenne ich was der heutige Alltagsmensch hier beim Lesen missverstehen würde und es, laut diversen Übersetzern, auch tut. So wird Epikur's Prinzip von der Lust schnell als hedonistisch abgetan, nach der man sich einfach nur, modern ausgedrückt, in Exzesse stürzen soll um glücklich zu sein: rumsaufen, rumkasperln, rumvögeln usw. Dass Epikur das nicht lehrte geht aus seinen eigenen Worten hervor: "Weder fortwährende Trinkgelage und Umzüge aller Art, noch der Genuss von Frauen oder Fischen und allem übrigen, was ein üppiger Tisch zu bieten hat, können das lustvolle Leben erzeugen. Sondern nur eine besonnene Vernunft, die sowohl die Ursachen jedes Wählens und Meidens erkennt, als auch die leeren Meinungen vertreibt, aus dennen die Seelen die größte Beunruhigung befällt."
Epikur ging es schlichtweg um Ruhe, besonnenen Genuß, echte Freundschaften, einen Tisch bedeckt mit Früchten, das vernünftige Streben nach Wissen, das Vermeiden von Unruhe, Stress, Ärger, Schmerzen, Aberglauben, Gier, Geltungsdrang, usw. Auch solle man politische Betätigungen meiden, sowie alle Versuche der Menge zu gefallen. Auch aller Possenmacherei solle man entsagen. Die Üppigkeit Epikur's bestand in einer sehr schlichten, selbstgenügsamen und besonnenen Lebensführung, mit nur wenigen echten Freunden, "im Verborgenen" zuweilen, frei von Übertreibungen jeglicher Art und dem Rückzug zu sich selbst "wenn du gezwungen bist, unter vielen Leuten zu sein."
So ähnlich bestreite ich mein Leben seit Jahren, und kann meinem Freund Epikur vergnüglich zustimmen, wenn er sagt, so ein Leben bereite für den Denker die größte Lust. "Jeder muss sich aus dem Gefängnis befreien, das Alltagsgeschäfte und Politik bilden", genauso wie Gesellschaftszwänge aller Art. "Der Weise ist gerne Zuschauer und erfreut sich an dionysischen Gesängen und Schauspielen", aber stets mit einer stoischen Gelassenheit.
Ein schönes Büchlein. Ich wünschte, der Großteil seiner Schriften wären nicht verloren gegangen.
Ich liebe Epikur, aber diese kurzen Ausschnitte waren leider nicht besonders aufschlussreich. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass ich etwas anderes erwartet habe.😅