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Die Alleinseglerin: Roman

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Book by Wolter, Christine

188 pages, Paperback

First published January 1, 1982

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Displaying 1 - 6 of 6 reviews
Profile Image for Liedzeit Liedzeit.
Author 1 book125 followers
October 22, 2022
Die Icherzählerin ist Tochter eines bekannten Architekten. Der ist stolzer Besitzer eines Drachens, eines Segelboots, das gewöhnlich von drei Leuten gesegelt wird. Irgendwann übernimmt sie das Boot von Daddy, zusammen mit einem Kompagnon der sich aber schnell verzieht. Und übernommen hat sie sich damit, wie sie sagt, und weist sich selbst und uns noch auf das feine Wortspiel hin. Denn sie ist nur eine kleine Angestellte, immerhin Lektorin beim Aufbau-Verlag (oder ist das nur die Autorin und nicht die Erzählerin? Wohl beides, denn die Erzählung ist autobiographisch, wie man auch ohne Hintergrundinformation schnell vermutet.)

Wir befinden uns in der DDR, was man unvorbereitet vielleicht nicht so schnell errät. Denn wer kann sich einen DDRler als Bootsbesitzer vorstellen? Aber dann wird ein Türke erwähnt, der sein Zwangsumtauschgeld loswerden möchte. Und bei der Pflege des Bootes tauchen diverse Probleme auf, die der Mangelwirtschaft geschuldet sind. Nicht allerdings, dass davon ein großes Bohei gemacht würde. Das Buch durfte in der DDR erscheinen, wurde ein Erfolg und sogar verfilmt. Was einen wundert, denn als wäre es die größte Selbstverständlichkeit, zieht die Erzählerin, so wie die Autorin zwischendurch frohgemut nach Italien. Wo es ihr naturgemäß nicht so gut gefällt. Denn da hat sie ihr Boot nicht mehr.

Die lustigste und auch beste Szene ist, wo sie versucht, das Boot zu verkaufen und völlig überrascht ist von der Vielzahl der Leute, die Interesse haben. Bis klar wird, dass die Zeitung in der Annonce eine Null beim Preis weggelassen hat.

Das Ganze ist sehr schön erzählt, hat einen gewissen Sog, bis etwa zur Hälfte. Ab da fragte ich mich immer häufiger, was will uns die Dichterin eigentlich sagen? Und sobald diese Frage einmal im Raum steht, nützt auch die schönste Sprache nicht mehr viel. Ohne ein Boot am See hat das Leben keinen Sinn? Die unerwiderte Liebe zum Boot symbolisiert die unerwiderte Liebe des Vaters? Oder irgenetwas dazwischen? Es gibt noch einen Sohn, die Heldin ist selbstverständlich alleinerziehende Mutter, und diverse Männer, aber die spielen alle so eine richtig große Rolle nicht.

Ich weiß nun, was am und vorm Wind segeln bedeutet, und was der Unterschied zwischen scheinbaren und wahrem Wind ist. Die Seglersprache ist wunderbar. Aber das werde ich schnell wieder vergessen, wie vermutlich auch diesen Roman.
Profile Image for Christel.
613 reviews18 followers
September 14, 2022
Die Autorin habe ich auf Empfehlung einer Buchhändlerin neu entdeckt. Sie gehört für mich in eine Reihe mit Christa Wolf und Brigitte Reimann. Sie schreibt lakonisch, präzise über eine Frau und ihr Boot, über das Segeln, über die Suche nach Heimat. Es geht auch um Männer, Väter, Mütter, Kinder ... aber vor allem ist sie ihre eigene Person. Eine Alleinseglerin.

Aus einer Rezension des NDR: "Die Alleinseglerin" ist kein Roman zum Schnelllesen. Es ist ein reiches, zärtliches Buch über das Segeln und eine Tochter, die sich mit der Arbeit an dem alten Drachen, die immer zu viel ist und nie endet, auch mit dem Vater auseinandersetzt. Er hat ihr mit dem Boot auch die Liebe zur Landschaft, zum Wind und zum Wasser vererbt.
https://www.ndr.de/kultur/buch/Vor-40...

Zu loben ist der Ecco-Verlag, der die Autorin wieder entdeckt und das Buch schön gestaltet hat: Ausstattung, Druck, Layout, alles passt. Ecco verlegt ausschließlich Bücher von Autorinnen. Das Team (alles Frauen) verlegt "Was wir selber lesen wollen". Bitte weiter so!
4 reviews
December 21, 2024
Als, ebenfalls weibliche, junge Eignerin eines alten Segelbootes war die Intensität dieses Werks anfangs schwer auszuhalten: Ich kenne die Gefühle nur zu gut, von den Möchtegern-Segelprofi-Männern herabschauend belächelt zu werden, und ein altes Segelboot instand halten ist auch heutzutage noch herausfordernd, finanziell als auch, meistens schnell und spontan, das richtige Material zur Reparatur zu finden. Da musste ich mich überwinden, das Buch wieder und wieder zur Hand zu nehmen, und schaffte auch immer nur ein paar Seiten. Ab der Mitte des Buches änderte sich das und das Buch sog mich regelrecht in sich auf, sodass ich die Seiten wie im Flug hinter mir ließ. Das Ende hinterlässt in mir ein friedliches und leichtes Gefühl.

Die Intensität und der Wandel meiner Gefühle beim Lesen spricht meiner Meinung nach für ein großartiges Werk.
Profile Image for Michael H..
62 reviews5 followers
October 8, 2024
Mitreißend und bewegend, wie Christine Wolter hier das oft auch fordernde Segeln und die mühsame Erhaltung des Bootes mit dem Lebensweg einer Frau hin zu Selbstbestimmung und Selbstbewusstsein verwebt.
Profile Image for Andrea M.
407 reviews7 followers
January 10, 2025
Ich habe gar keinen Bezug zum Segeln, aber trotzdem konnte ich viele Situationen nachempfinden.
Besonders das letzte Kapitel hat mich berührt, als es darum ging, warum das Boot so wichtig ist.
Andere Szenen waren mir zu sprunghaft, ich wusste mal nicht, wer jemand war.
Aber alles in allem gut zu Lesen.
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