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Wunsche

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Wunsche roman - new unused

Paperback

First published January 1, 2013

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Judith Kuckart

24 books4 followers

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Profile Image for Sandra.
41 reviews2 followers
September 25, 2013
Wünsche von Judith Kuckart war, beurteilt nach den Auszügen in diesem Büchlein, mein Liebling aus der Longlist des Deutschen Buchpreises. V.a. ihr sensibler Schreibstil hat mich angesprochen, also habe ich mir den Roman geholt. Leider hat sie es nicht auch auf die Shortlist geschafft.


Wünsche musste ich langsam lesen, weil es von seinen Beobachtungen, seinem Detailblick und seinen Vergleichen lebt. Die wollte ich alle aufsaugen. Dieser Stil hat mich auch ein bisschen an Sandra Hoffmann erinnert.
In dem Roman geht es um Vera, die an ihrem 46. Geburtstag im Schwimmbad die Tasche einer Fremden stiehlt, deren Identität annimmt und nach London abhaut. Und lange Zeit nicht wiederkommt. Zu Hause lässt sie Karatsch, ihren Ziehvater, der später ihr Mann wurde, und ihren erwachsenen Sohn Jo zurück. Auch Friedrich, einen alten Freund aus Kindertagen, der früher einmal verliebt in sie war, und dessen Schwester Meret, mit der sie eine unzertrennliche Freundschaft verband. Und alle, die Zurückgebliebenen und die Personen, denen sie in London begegnet, scheinen fasziniert von dieser Frau zu sein. Wünsche handelt meiner Meinung nach aber auch vom älter werden, von der Frage, wo die Kinder in den Erwachsenen bleiben und was aus deren Wünschen wird. Wünsche, so heißen Friedrich, Meret und auch das Warenhaus in deren Familientradition. Einmal im Buch fragt sich Friedrich, was für ein Mensch er wohl geworden wäre, hieße er Sehnsucht und nicht Wünsche, und ich denke, auch diese Unterscheidung spielt eine Rolle im Buch.


Vera stellt den Mittelpunkt der Geschichte dar, um sie kreist alles, ich möchte sie allerdings nur ungern als die Protagonistin bezeichnen, da auch auf den anderen Figuren viel Gewicht liegt. Das liegt an den vielen Perspektivwechseln innerhalb des Romans. Das Buch gliedert sich in drei Überkapitel welche aus Unter- und teilweise auch aus Unterunterkapiteln bestehen. Diese werden aus den Blickwinkeln der einzelnen Figuren erzählt. Mal versucht Kuckart dabei Gleichzeitigkeit zu erzeugen, in dem sie Situationen aus unterschiedlichen Perspektiven schildert oder zeigt, was eine Figur tut, während eine andere Figur etwas anderes tut; Dann lässt sie die Zeit wieder recht flüssig voranschreiten. Durch die feine Einteilung in kleine Kapitel ist auch immer sehr schnell klar, wann ein Perspektivwechsel stattfindet. Damit hatte ich bei anderen Romanen hin und wieder etwas Schwierigkeiten.
Durch dieses Aufbaukonzept, von dem der Roman meiner Meinung nach lebt, kommen viele unterschiedliche Figuren zu Wort. Während ich Vera, Meret und Karatsch als komplex und spannend wahrgenommen habe, fand ich andere wie etwa Friedrich oder Hannes, ein ehemaliger Schüler Veras und später Kollege und Freund Friedrichs, eher weniger interessant. So haben mich beispielsweise die Friedrich-Passagen am Anfang fast schon gelangweilt. Ich fand ihn mehr als Figur der Dreiecksbeziehung Friedrich-Vera-Meret interessant, als als eigenständige Figur. Krasser war das noch bei Hannes. Auf mich machte er den Eindruck, als erfülle er lediglich die Funktion, das Konzept der unterschiedlichen Perspektiven mitzutragen und der Geschichte noch eine Dimension hinzuzufügen. Als Figur an sich fand ich ihn allerdings eher eindimensional.

Beim Lesen hatte ich das Gefühl, dass mit Fortschreiten der Geschichte immer mehr und mehr Stimmen zu Wort kamen. Am Ende war es mir dann zu viel. Ich hätte es glaube ich glücklicher gefunden, wenn man das Konzept auf drei, vielleicht vier Stimmen reduziert hätte.


Sensible Beziehungsgeflechte spielen in Wünsche eine wichtige Rolle, für mich persönlich haben sie den Roman sogar ausgemacht. Durch deren Beleuchtung aus unterschiedlichen Blickpunkten werden diese für den Leser sehr plastisch. Ich finde, das ist Judith Kuckart äußerst gut gelungen.
Im Roman finden sich auch immer wieder Rückblenden, Erinnerungen der Figuren, die sich flüssig in den Text einfügen, zusätzliche Überraschungen oder Wendungen beinhalten und sich teilweise mit anderen Stellen der Geschichte verknüpfen. Diese Verbindungen sind mir aber ab ungefähr der Mitte des Romans zu viel geworden. So stellt sich beispielsweise heraus, dass ein Patient Veras der Ausbilder des Kapitäns des Schiffes gewesen war, auf dem Jo durchs Meer schippert. Solche Stellen häufen sich. Es kommt mir so vor, als solle sich der Leser freuen, diese Details entdeckt zu haben. Das wirkt aber irgendwann sehr gewollt und auch übertrieben bedeutungsschwanger. Weniger wäre da mehr gewesen.


Das hatte auch zur Folge, dass ich ständig die Befürchtung hatte, der Roman könnte auf ähnliche Art und Weise enden. Prinzipiell hatte ich auch das Gefühl, dass bei Wünsche ein schlechtes Ende mehr noch als bei anderen Romanen ziemlich viel kaputt machen könnte. Glücklicher Weise war es dann nicht so. Vielleicht ist das Ende etwas tränendrüsig, aber mir hat es sehr gut gefallen.
Profile Image for Susanna Bloderer.
244 reviews14 followers
March 28, 2017
Zusammenfassung: Vera - die Protagonistin - ist Mitte Vierzig und lebt gemeinsam mit Ihrem Ehemann, der früher einmal ihr Adoptivvater war, in einer Kleinstadt, in der Silvester jedes Jahr nach dem Schema F abläuft. Vera ergreift die Gelegenheit und verschwindet nach London.

Die Erzählung hätte spannend sein können, heiter oder sonstwie stimulierend. In Wirklichkeit passierte kaum etwas von Bedeutung. Im Besten fall identifiziert man sich mit den Charakteren. Bis auf Hannes, Jo und Kennedy, die unscheinbarsten der Charaktere, entwickelte ich aber eine richtige Abneigung gegen die "Hauptdarsteller".

Vera, die Heldin der Geschichte, war wenig aussagekräftig. Sie wurde meistens auf ihre (frühere) Schönheit reduziert und den Effekt, den sie auf Männer hat und hatte. Die Persönlichkeit wird außen vorgelassen. Im Großen und Ganzen ist Vera aber eitel und selbstsüchtig ("ich hätte doch Schauspielerin werden sollen").

Ich finde es schade, dass das Buch teilweise doch sehr sexistische Untertöne hatte. Muss das denn sein und darf sich das wirklich Literatur schimpfen? Sexismus hört man doch in jeder Kneipe.

Ich konnte mich mit dem Werk absolut nicht anfreunden. Warum es für den deutschen Buchpreis zur Auswahl stand, kann ich mir nicht erklären. Vielleicht weil bizarre Schriftstücke heutzutage als Kunst gelten? Oder hatte die Autorin Beziehungen zu den Juroren?

Sicherlich wird irgendeine Literaturprofessorin ihren Studenten/Schülern das Buch aufzwingen und meinen, so kann man die junge Generation wieder zum Lesen bewegen. Das wäre aber kontraproduktiv, denn das Buch ist absolut nicht zu empfehlen, auch wenn man eigentlich gerne liest.
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