Eine amüsante Sammlung Kurzgeschichten, mit einem etwas feuilletonigen Ton, aber literarischer als ein gewöhlicher Feuilleton.
#3
Oft verwickeln mich meine Patienten in zermürbende Diskussionen, sie akzeptieren fast nie meine Kritik. Ich beschränke mich darauf, ihre Bewunderung zu unterminieren, ich arbeite zäh und geduldig an der Erosion.
#4
Raniero streckt schließlich entspannt und befriedigt den Arm aus dem Bett, um sich Zigaretten und Streichhölzer zu holen. Er möchte alles mit einer Hand erledigen, aber dann muß er doch den zweiten Arm unter Martas Hals hervorziehen.
#7
Wer weiß, was ich unter Erfahrung verstehe. Diese Frage stelle ich mir weil mein Leben sich lange Jahre aus Büchern genährt hat.
#8
Ich habe jedoch festgestellt, daß das Telefon auf Dauer gesehen nicht ausreicht, um ein Liebesverhältnis aufrechtzuerhalten.
#9
Da, jetzt weiß ich, was ich verloren habe, es ist mir genau in dem Augenblick eingefallen, als ich den Namen Martas vor mich hinsagte. Weder den Schirm, noch das Portmonnaie, noch die Wohnungsschlüssel und schon gar nicht die Brille.
#10
Hin und wieder überkommen mich Zweifel. Ich bezeichne das nicht als Gewissenskrise, weil ich nicht glaube, ein Gewissen zu besitzen, und wenn ich zufällig entdeckte, daß ich doch eins besitze, würde ich mich als erster darüber wundern.
#12
Zum ersten Mal habe ich mir Sorgen gemacht, als ich feststelte, daß ich die Augen schließen mußte, wenn ich das Fleisch für meine Kunden schnitt.
#16
Hin und wieder mache ich mir einen Spaß daraus, mit jemandem, der mein Geheimnis nicht kennt, eine Wette abzuschließen, ich sage: Versuch mich mit einer Nadel in den Kopf zu stechen.