Ich mag sogenannte "Verschwörungsbücher" vor allem wenn sie sich realistisch und mit (historischen) Belegen auseinandersetzen, dass auch staatliche Einrichtungen wie Geheimdienste, Militär und Polizei verdeckt putschen, vertuschen, morden, betrügen, Interessensgruppen ihre Macht ausspielen und aus wirtschaftlichen Interessen die Demokratie & den Frieden gefährden und Bürgerrechte aushebeln.
Das Thema ist zum 50. Jahrestag der Ermordung von JFK aktueller den je, wenn man sich grad den gegenwärtigen NSA Skandal anschaut und die amerikanische Hatz auf Edward Snowden bzw. die britischen Guardian-Journalisten verfolgt. Was das alles mit der Ermordung JFK's zu tun hat, ist leicht erklärt. Bröckers Buch zäumt die Untersuchung zur Ermordung des amerikanischen Präsidenten aus der Sicht von "Cui bono" auf und die Nutzniesser in diesem Fall sind dieselben Akteure, die uns Vietnamkrieg, Irakkrieg, Abhörskandal... eingebrockt haben. So eine Sichtweise ist mir neu und ich finde sie sehr innovativ.
Extrem strukturiert, logisch, umfassend und spannend legt der Autor die Hintergründe, Motive, Auswirkungen, Verbindungen, Vertuschungen und Akteure der Morde an JFK, seinem Bruder Robert und Martin Luther King dar. Vermutungen werden als solche gekennzeichnet, Belege angeführt. Lange unterdrückte, kürzlich erst herausgegebene neue Beweise gibt es ja seit einigen Jahren haufenweise. Also das hat der Autor grandios gemacht, wahrscheinlich vor allem auch um nicht gemeinsam mit vielen "Verschwörungstheorien" sofort in eine Ecke gedrängt zu werden. Für mich, die sich mit diesem Mord noch nicht wirlklich ausfürlich beschäftigt hat - bis auf ein paar Dokus zum Thema, waren extrem viele neue Sachen dabei. Wirklich ein sehr lesenswertes politisches Buch!
Den fünften Stern hat der Autor bei mir leider auf den letzten 30 Seiten verloren. Warum müssen deutschsprachige Sachbuchautoren immer im letzten Kapitel alles nochmals zusammenfassen und die Argumente ihres gesamten Werkes gebetsmühlenartig erneut wiederholen? Das ist langweilig! Ich brauche kein abschliessendes Summary, denn ich kann denken und mich erinnern! Ein Ausblick auf die heutige Situation wäre besser gewesen.
Fazit: Alle, die sich für amerikanische Politik interessieren, sollten das Buch unbedingt lesen.