Den Zivi nennen alle nur den Zivi, die sogenannten Betreuer in der Wohngemeinschaft für psychisch Kranke, wo er seinen Zivildienst ableisten soll, nicht anders als die sogenannten Klienten. Die Schule hat er hinter sich, vorbereitet hat sie ihn aber nicht auf das, was ihn erwartet. Dass es verrückt zugeht, okay. Aber dass es ihm zunehmend schwer fällt zu erkennen, warum die Betreuer Betreuer und keine Klienten sind, macht ihm zu schaffen. Zumal er bald selbst nicht mehr weiß, wohin er gehört, so sehr läuft in seinem Leben plötzlich alles aus dem Ruder. Nicht zuletzt seine Beziehung zu seiner Freundin, der "anderen Streitpartei": Er könnte sie umbringen (in seinen Träumen tut er es). Und nur weil er der Zivi ist, heißt das nicht, dass er sein Leben nicht genau wie alle anderen in einer psychiatrischen Einrichtung verbringt.In diesem aberwitzig einfallsreichen, grandios schrägen Roman sind viele Schrauben locker. Elias Hirschl zieht sie an, bis die Zähne vor Lachen knirschen, und dreht sie dann alle noch ein Stück weiter.
Die Psyche eines Zivis auf dem reflektiven Hintergrund seines Dienstes in einer WG für psychisch kranke Personen..teilweise harte Kost, aber der Hirschl kann echt alles schreiben...
Ein ungeschönter, bitterböser, literarisch trittfester Blick auf betreutes Wohnen erzählt aus der Perspektive eines Zivildieners, der seine mehr oder minder psychisch/mental angeschlagenen Charaktere sehr ernst nimmt, ohne dabei aber die teils brutalen Realitäten eines Alltags mit derart gebrochenen Persönlichkeiten außen vor zu lassen oder sich in Mitleidsbekundungen zu ergehen. Dem Schreiben von Elias Hirschl wohnt viel Dunkelheit inne, die sich in erster Linie aus diesen sehr realitätsnahen Schilderungen speist, aber auch philosophischem Unterfutter, wenn man so will. Der Zivildiener macht sich während seines Aufenthalts in der "WG" Notizen zu den einzelnen Bewohnern und versucht die Einzelteile dessen, was er von ihnen weiß oder glaubt zu wissen zu stringenten Geschichten /"origin" stories zu verweben, um ihren momentanen Geisteszustand besser verständlich zu machen. Die Metaebene zu diesem Unterfangen wird dann schlussendlich von einem Kollegen mitgeliefert, der den jungen Mann darauf aufmerksam macht, dass er sein Bedürfnis, den Bewohnern logisch kohärente Biografien zu geben zwar verstehen könne, er aber somit womöglich Illusionen und Täuschungen zum Opfer fällt. Es gäbe noch viel mehr zu diesem großartigen Roman zu sagen, aber stattdessen empfehle ich einfach jedem wärmstens, dieses Buch einfach selbst zu lesen. Mehrfache Lektüre lohnt sich.
yo, this one was weird. relatable at times but f*cking weird. one of those books that leaves you stunned with confusion when you finish them. i did enjoy it though.