«Wischmeyer benutzt das Florett wie einen Vorschlaghammer – und umgekehrt!» Jürgen von der LippeIn den Städten ziehen die Preise für Latte Macchiato an, im tierfreien Nichtraucherhaushalt fällt das WLAN aus, Best-Ager purzeln tot vom Die fetten Jahre sind endgültig vorbei. Dietmar Wischmeyer serviert die glutenfreie Vorspeise zum letzten Abendmahl. Schon morgen kommt die Zukunft auch zu dir. Was wird das für ein Gefühl sein, wenn dir der Pflegeroboter einen Blasenkatheder durch den Harnleiter schiebt? Ist Erotik nur noch eine Smartphone-App? Heute bringt uns Lieferando den Fertigfraß aus obskuren Schmurgelküchen, morgen räumt Sterberando den toten Opa ab. Aus den Foren des Internets kriechen bereits die Untoten ans Licht, das «postfaktische Zeitalter» hat begonnen.Dieses Buch gibt den verängstigten Deutschen eine Unternehmer, Turbo-Landwirte, Pastorinnen, Rentner, Praktikanten, Politiker, Aktivistinnen – die ganz normalen Insassen dieser Republik erzählen vom Verschwinden ihrer gewohnten Lebenswelt. Dietmar Wischmeyer zeichnet ein bitterböses und doch zugleich heiteres wie überraschendes Sittenbild der Gegenwart – für alle, die sich fragen, ob wir noch zu retten sind. Eine Bestandsaufnahme all dessen, was uns heute bewegt.
Das Buch beinhaltet neben kurzer, mit bissigem Humor angereicherten Abhandlungen auch mehrere Erzählungen einzelner Personen und auch Dialoge. Herr Wischmeyer teilt das Buch aufgrund des Titels in mehrere Essensgänge als Kapitel ein und stimmt mit einer kurzen Erläuterung zu Beginn auf den Inhalt der folgenden Texte ein.
Während die kurzen Abhandlungen noch zum Schmunzeln und Nachdenken anregen, sind die Erzählungen einzelner Personen über sich und Dialoge weder lustig noch haben diese einen Mehrwert. Diese hätte ich am liebsten übersprungen - besonders die Mittelstädts. Diese hätte man getrost auslassen können, nehmen aber in drei Kapiteln Raum ein.
Fazit: Ein kurzweiliges Buch, dass nur für Leser mit derben Humor zu empfehlen ist.
Fand ich jetzt nicht so doll, bzw. der Titel und Untertitel weckten in mir grosse Hoffnungen, den Inhalt des Buches fand ich schlussendlich ziemlich seicht und alles andere als einen 'Nachruf auf unsere fetten Jahre'.