Das Drama hat einen guten Einblick in die Strömung Naturalismus gegeben und mir geholfen diese Richtung besser zu verstehen. Auch den Text von Fritz Martini am Ende des Buches hat mich beeindruckt, da er mit einer anderen Sicht auf das Drama schaut und mir auch geholfen hat es besser zu verstehen. Das Drama an sich fand ich jedoch etwas überspitzt dargestellt. Naturalismus will die Natur so nüchtern und realistisch wie möglich zeigen, jedoch gab es so viel Elend und war so übertrieben, dass es schon wieder unrealistisch war. Aber es gilt auch als eines der ersten Werke des Naturalismus und war zu seiner Zeit etwas revolutionäres.
Schullektüre. Das Buch ist komplett im Berliner Dialekt geschrieben. Wendt möchte Toni einfach nur aus ihrer schrecklich toxischen Familie befreien, sie sieht es jedoch nicht und bleibt dort, obwohl der beste Mann der Welt auf sie wartet.
Das Drama ist seit der Uraufführung in 1890 ein Mustertext des Naturalismus und beschreibt die ökonomische Verelendung und Bindungslosigkeit in einer Berliner Kleinbürgerfamilie.
Inhaltlich findet man eine tragische Geschichte von dem Tod des kleinen Linchens, dem alkoholsüchtigen und gewalttätigem Vater, der suizidgefährdeten Mutter, einem als Heilpraktiker arbeitendem Schusters und der hoffnungslosen Liebesgeschichte der ältesten Tochter. Das Buch bietet sich durch seine Kürze gut als Lektüre für Zwischendurch an und ist schnell gelesen.