Arrangierte fürstliche Ehen waren nur selten glücklich. Trotzdem wahrten die meisten Monarchen zumindest den Schein und pflegten einen respektvollen, wenn auch distanzierten Umgang mit ihren ungeliebten Ge-mahlinnen. Nicht so der Preußenkönig Friedrich der Große. Er lehnte Elisabeth Christine (1715-1797), die schüchterne und etwas unbeholfene Welfenprinzessin aus dem Hause Braunschweig-Bevern, von Anfang an ab. Gleich nach seiner Thronbesteigung 1740 „verbannte" er sie nach Schloss Schönhausen und sah sie nur noch zu offiziellen Anlässen. Die abgeschobene Königin litt entsetzlich unter der Demütigung, zumal sie Friedrich liebte und ihn als „Phönix unserer Zeit" bewunderte.
Friedrich der Große war bekannterweise ein sehr schwieriger Mensch, der ein besonderes Verhältnis zu Frauen. Bekannt ist seine Feheleinschätzung der Kaiserin Maria Theresia, mit der er mehrere Kriege um Schlesien führte. Dass er aber seine Frau, Königin Elisabeth Christine, derart schlecht behandelte, war mir neu. Es ist erstaunlich, dass diese doch ihren Platz in der Geschichte gefunden hat.