Ein gut strukturierter Roman von Ge Fei. Der dritte Teil seiner Jiang-Nan-Serie. Mein stärkster Eindruck von dem Roman ist die Wertlosigkeit — die unerklärbare Verwirrung bei der Entwicklung der Marktwirtschaft und der Bildung des Selbstbewusstseins nach dem plötzlichen Rückzug der eisernen Hand des Staates. Alles scheint eher chaotisch als frei. Moral gibt leicht der Gier nach. Die Sprache ist sehr poetisch und enthält stets einen Hauch von Melancholie, was die Stimmung des Helden (eines Dichters) entspricht. Der Autor rafft den Vorhang des Sturms und Drangs von China seit 1990er Jahren sanft und seufzt für ihre bunten Charaktere: ein Dichter und Beamter, der den Sinn seiner Arbeit nicht kennt; eine erfolgreiche Rechtsanwältin, die sich keine Sekunde erholen will; ein Schüler, dessen Mutter für seine gute Note sein Haustier rauswirft; ein Mafiaboss, der sich mit der Polizei befreundet; ein Fabrikant, der von seinen Arbeitern ermordet wird usw. Immer noch viele Aufgaben sind für ein besseres China zu erledigen...