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König von Albanien

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Ein fesselnder Roman, eine unglaubliche Geschichte, eine Köpenickiade allerersten Ranges. »Die Geschichte ist tollkühn, der Autor wohl auch. Wer sonst hätte sich des mausetotgesagten Schelmenromans angenommen und ihn so fulminant wiederbelebt! Man hätte sich keinen besseren Geburtshelfer als Andreas Izquierdo wünschen können.« Frank Schätzing

400 pages, Hardcover

First published January 1, 2007

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About the author

Andreas Izquierdo

26 books36 followers
ANDREAS IZQUIERDO, geboren 1968, Sohn einer spanischen Krankenschwester und eines deutschen Ingenieurs, ist Schriftsteller und Drehbuchautor.

Er veröffentlichte u. a. den Roman >König von Albanien< (2007), der mit dem Sir- Walter-Scott-Preis für den besten historischen Roman des Jahres ausgezeichnet wurde, sowie den Roman >Apocalypsia< (2010), der den Lovelybooks-Leserpreis in Silber für das beste Buch 2010 erhielt und zum Buch des Jahres bei Vorab-lesen.de gewählt wurde. Im DuMont Buchverlag erschien von ihm >Das Glücksbüro< (2013) und >Der Club der Traumtänzer<. Bei Suhrkamp/Insel >Romeo und Romy< (2016) sowie >Fräulein Hedy träumt vom Fliegen< (2018). Im Juli 2020 erscheint >Schatten der Welt< im DuMont Buchverlag.

www.izquierdo.de

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5 stars
46 (41%)
4 stars
50 (45%)
3 stars
11 (9%)
2 stars
3 (2%)
1 star
1 (<1%)
Displaying 1 - 14 of 14 reviews
Profile Image for Markus.
280 reviews96 followers
November 14, 2019
Es gibt Geschichten im Wirklichen Leben, die sind so schräg, dass man sie eigentlich nicht glauben möchte. Eine davon hat der deutsche Roman-, Krimi- und Drehbuchautor Andreas Izquierdo ausgegraben, recherchiert und als Roman umgesetzt.

Der Berliner Scharlatan, Herumtreiber und Hochstapler Otto Witte nutzte das kurz vor dem ersten Weltkrieg herrschende politische Chaos am Balkan und wurde mit Hilfe einer irrwitzigen Täuschung König von Albanien. Es gelang ihm tatsächlich den Schwindel einige Tage aufrecht zu halten, bis er enttarnt wurde und Hals über Kopf flüchtete. An der österreichischen Grenze wurde er verhaftet und in ein Irrenhaus eingeliefert, da man ihm seine Geschichte nicht glaubte und ihn für geistesgestört hielt.

Der Aufenthalt im Irrenhaus stellt den äußeren Rahmen des Romans dar. Otto Witte erzählt dem jungen Psychiater Alois Schilchegger Tag für Tag seine Abenteuer und nimmt diesen zunehmend für sich ein ... mit signifikanten Auswirkungen auf das Leben in der Anstalt und schließlich auf die Karriere Schilcheggers.

Die Geschichte ist sehr gekonnt und spannend erzählt, Wittes gesammelte Schelmenstreiche sind erstaunlich und ich habe mich ganz prächtig amüsiert. Die angebliche Authentizität scheint jedoch nicht wirklich glaubhaft belegt zu sein, obwohl Otto Witte bis zu seinem Tod selbst felsenfest davon überzeugt war. Die Behörde in Berlin gestand ihm jedenfalls zu, den Titel "ehem. König von Albanien" in seinem Pass zu führen.
Otto Witte begann mit 8 Jahren beim Zirkus, sprach perfekt Türkisch und mehrere osteuropäische Sprachen und war in jedem Fall eine höchst originelle und bemerkenswerte Persönlichkeit.

Das Buch steht in meiner Abteilung "Vergriffene Schätze" und ist - obwohl erst 2007 erschienen - auch antiquarisch selten.
Profile Image for Azyria Sun.
619 reviews5 followers
April 14, 2024
Eine wirklich wundersame Geschichte

Worum geht’s?
Salzburg 1913: Otto wird in eine Irrenanstalt eingewiesen. Er behauptet, der König von Albanien gewesen zu sein. Der Doktorand Alois Schilchegger nimmt sich seiner an und Otto erzählt ihm nach und nach seine Geschichte. Eine Geschichte, die so unglaublich wie vergnüglich ist.

Meine Meinung:
Mit „König von Albanien“ habe ich meinen ersten Roman von Andreas Izquierdo gelesen. Und der Autor hat mich wirklich überzeugt. Zunächst einmal fand ich den Schreibstil unheimlich beeindruckend. Leicht und niveauvoll, mit wundervollen Wortwendungen, die einen tief hinein in die Geschichte ziehen. Dazu ein gewisser Humor und ein Augenzwinkern zwischen den Zeilen – das Lesen hat wirklich richtig Spaß gemacht!

Wir lesen zum einen aus der Sicht des Doktoranden Schilchegger, der in Abwesenheit seines Chefs mutig ist und in der Irrenanstalt ein anderes Vorgehen versucht. Auch Dank Ottos, der durch gewiefte Fragestellungen schafft, dass andere sich und die Dinge des Lebens überdenken. Zum anderen lesen wir aus der Sicht von Otto, der erzählt, wie er König von Albanien geworden ist.

Nebenbei erfahren wir von den Verhältnissen, die damals bei der Behandlung von geistig Kranken gegeben waren. Von der Hirnforschung und wie man an die Gehirne für die Forschung gekommen ist. Zum anderen erfahren wir um den Kampf um Albanien durch die Türkei, etc. und wie hier Kriegsführung und Taktik betrieben wurde sowie von den Unterschieden dieser Taktik auf dem Papier und an der Front. Das allein sind schon spannende Einblicke. Zusätzlich dann noch Ottos Geschichte, die wirklich einmalig ist. Wie er mit mehr Glück als Verstand gemeinsam mit seinem besten Freund Max im Leben aufsteigt und das Unmögliche möglich macht. Wie er mit den Menschen und dem Schicksal spielt. Es ist einfach unheimlich amüsant zu lesen und Otto zu begleiten. Es macht Spaß, seine Anekdoten mitzuerleben und zu sehen, wie er mit dem Leben umgeht. Bei ihm bekommt das Sprichwort: Gibt dir das Leben Zitronen, dann mach Limonade draus eine wirkliche Bedeutung. Und auch die Comtesse, die ihm begegnet, ist eine spannende Person. Was ist Schein, was ist Sein? Lasst euch von Herrn Izquierdo hineinziehen in diese wundersame Welt von Otto und lasst euch verführen von seinen Spielen und Streichen. Das Lesen des Romans war ein Hochgenuss. Und mit dem Epilog hatte ich das Gefühl, dass es nicht nur eine Geschichte ist, sondern dass es wirkliche Geschichte ist. Andreas Izquierdo hat es wirklich drauf, anhand wundervoller Sprache Träume wahr werden zu lassen. Eine ganz klare Leseempfehlung von mir, ich wurde mehr als gut unterhalten und konnte gar nicht genug bekommen von Otto und seinen Gefährten!

Fazit:
Mit dem Roman „König von Albanien“ bring uns Andreas Izquierdo ins Konstantinopel des Jahres 1912 und ins Salzburg ein Jahr später. Mit wundervollen Worten und in einer außergewöhnlich schönen Sprache begleiten wir einmal den Doktoranden Schilchegger, bei dem Otto eingewiesen wird und zum anderen Otto selbst. Und beide Erzählstränge sind einfach unglaublich! Mit Ernst und Humor lesen wir von Schein und Sein. Davon, dem Schicksal ein Schnippchen zu schlagen. Und von Mut und Selbstvertrauen. Ottos Schalk kam zwischen den Zeilen hervor und ich musste immer wieder Schmunzeln ob seiner Ideen. Ich konnte gar nicht genug bekommen und nebenbei erfuhren wir noch, wie damals mit geistig Verwirrten umgegangen wurde und wie im Krieg taktiert wurde.

5 Sterne von mir für diesen Lesegenuss, es war ungemein amüsant, Otto miterleben zu dürfen!
Profile Image for Robert.
138 reviews4 followers
September 15, 2024
Hätte ich dieses Buch nicht geschenkt bekommen, ich hätte es nie gelesen. Weder der Titel noch der Klappentext haben mich sonderlich angesprochen. Aber nach Monaten und meinem Vornehmen, mehr auf Empfehlungen anderer zu hören, habe ich König von Albanien endlich gelesen. Und es hat sich gelohnt! Der Autor, Andreas Izquierdo, nimmt sich der Geschichte des realen Hochstaplers Otto Witte an, der in den 1920er Jahren behauptete, 1913 für fünf Tage König von Albanien gewesen zu sein. Nur erzählt Izquierdo die Geschichte so, als wäre sie tatsächlich passiert, was historisch (laut Wikipedia) schon längst widerlegt ist. Die Lügengeschichte des realen Otto Witte wird in einen spannenden und witzigen Abenteurroman verpackt und mit einer noch fesselnderen Rahmenhandlung versehen. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Erst, nachdem Otto Witte zum König gekrönt wird und es ums Ränkeschmieden und militärische Angelegenheiten geht, bin ich etwas raus. Der Umgang mit einigen Themen (z.B. psychische Erkrankungen, Machtmissbrauch) missfallen mir ebenfalls, was aber in Teilen auch an der Geschichte liegt, die der reale Otto Witte vor 100 Jahren erzählt hat und an der Izquierdo sich entlanghangelt. Letztendlich überwiegen aber die unterhaltsame Geschichte, der mal witzige und mal nachdenkliche Ton sowie das bittersüße Ende.
40 reviews
August 23, 2025
Knappe vier Sterne, wenn ich ehrlich bin, aber drei wären für diese flotte und unterhaltsame Geschichte zu wenig gewesen. Denn das ist die Stärke dieses Buches über Otto Witte, der eine historische Figur war. Seine langjährige Behauptung, einmal für ein paar Tage König von Albanien gewesen zu sein, ist es wohl eher nicht. Ein paar Ungereimtheiten fallen denn auch hier und da auf und das lokale Kolorit, ob im Konstantinopel des Jahre 1912 oder später in Albanien, bleibt auch ein wenig blass. Interessanter ist zuweilen der Nebenschauplatz einer Nervenheilanstalt in Salzburg, in die Otto wegen seiner Behauptung 1912 gebracht wird. Dort erkennt ein Nachwuchsarzt gerade, dass Patienten solcher Einrichtungen richtige Menschen sind, gar nicht so lange her und wohl bis heute nicht nicht weltweit durchgesetzt, diese Erkenntnis. 23.8.2025
2 reviews
January 4, 2026
Die Geschichte ist überraschend und vielschichtig, sie bewegt sich zwischen einem klassischen Abenteuer und tiefen psychologischen Einsichten. Besonders faszinierend sind die beiden Perspektiven: einerseits die äußeren Ereignisse, die mitreißend und bildhaft erzählt werden, andererseits die inneren Abgründe und Veränderungen der Figuren, die psychologisch viel Raum bekommen und ebenso fesseln.

Im Zentrum steht ein Hochstapler, dessen Leben und Selbstbild sich beständig wandeln. Die Art, wie er vielleicht nicht nur andere, sondern auch sich selbst täuscht, verleiht der Erzählung eine ungeahnte Tiefe. Durch diese Mischung aus Abenteuer, Selbstreflexion und Irritation entsteht eine Geschichte, die neugierig macht und lange nachklingt.
Profile Image for Gisela.
353 reviews14 followers
February 25, 2024
Meine Meinung:
Dieses Buch sollte verfilmt werden
Schelmenroman ist die absolut richtige Bezeichnung für diese unterhaltsame Geschichte. Otto Witte ist wirklich ein Unikat. Ein Zauberer und Geschichtenerzähler vor dem Herrn. Mit seinem besten Freund dem Schwertschlucker Max erlebt er allerhand Abenteuer. Von Anfang an wurde ich in die Geschichte hineingezogen. Wollte wissen, wie der König 👑 von Albanien in eine Heilungsanstalt für Schwachsinnige gerät. Nun, ganz einfach. Indem der Titel erstunken und erlogen ist.

Die Salzburger Irrenanstalt hat der Geschichte eine besonders feine Note verpasst. Neben dem tragischen Umgang mit den Patienten, kommt man auch dort in den Genuss des falschen Königs. Ob als Regent oder Bewohner einer Irrenanstalt. Otto weiß jeden zu unterhalten. Dem jungen Assistenzarzt Schilchegger vermag er sogar neue Wege in der Medizin aufzuzeigen. Das mit solcher Raffinesse, dass es der angehende Arzt nicht gleich bemerkt. Vielmehr wächst seine Hochachtung zum falschen König gemächlich. Otto erzählt ihm seine Geschichte.

Dann gibt es da noch die Comtesse Fanny. Sie lernt Otto in Konstantinopel kennen. Durch einen klugen Schachzug, seitens Otto, gewinnt er das Herz der jungen schönen Frau. Selbst mit allen Wassern gewaschen, durchschaut die junge schöne Frau Otto sehr schnell. Ihre Wege sollen sich im späteren Verlauf noch einmal kreuzen.

Albanien sucht einen König. Otto hat von Politik keine Ahnung. Noch nicht einmal Interesse. Aber seine große Ähnlichkeit mit einem türkischen Prinzen bringt ihn auf die fatale Idee, selbst König von Albanien zu werden. Der Weg nach Albanien mutet abenteuerlich an. Elegant meistert Otto mit seinem Freund Max alle Hürden. Sein Einfallsreichtum kennt keine Grenzen.

Ich hatte die meiste Zeit ein Dauergrinsen im Gesicht. Konnte nicht umhin mich zu fragen, ob so ein Betrug auch heute noch funktionieren könnte. Das war es, was mich an der Geschichte so fasziniert hat. Ein Zauberer, der des Lesens und Schreibens nicht mächtig ist, wird König. Regiert ein Volk und soll das osmanische Reich retten. Sind seine Schachzüge wirklich von Intelligenz geprägt? Das ist die Frage. Um Antworten zu bekommen habe ich für ein paar Nachmittage eine abenteuerliche Reise erlebt.

Fazit:
Der bildhafte Schreibstil hat mir Orte und Personen klar vor Augen geführt. Geschichliche Fakten und Fiktion wurden harmonisch in das Geschehen integriert. Mir war wirklich keine Sekunde langweilig. Ob mir das Ende gefallen hat? Es war stellenweise anders als ich es erwartet habe. Ich hatte nicht nur Lachtränen vergossen. Es gibt zwei sehr emotionale Szenen. Von mir eine absolute Empfehlung.

Danke Andreas Izquierdo. Das war das zweite Buch, das ich von Ihnen gelesen habe. Mit Sicherheit nicht das Letzte.
1,047 reviews9 followers
March 3, 2024
Otto Witte ist das was man früher einen Herumtreiber nannte, einen Hallodri, einen Tausendsassa, einen Hans Dampf in allen Gassen. Er war eine schillernde Persönlichkeit und hatte immer die Unterstützung seines besten Freundes Max. Sie leben von kleinen Gaunereien, von Kunststücken auf der Straße und hin und wieder von einem Freund dem sie eine Weile auf der Tasche liegen.

Wir lernen ihn kennen als er in Salzburg in eine geschlossene Anstalt eingewiesen wird, er sagt er sei der ehemalige König von Albanien. Grund genug ihn weg zu sperren. Dort erzählt er dem jungen Arzt Schilchegger seine Geschichte.

Ist diese Geschichte von Münchhausen, Till Eulenspiegel oder einfach nur vom Leben inspiriert. Was die Menschen haben wollen, bekommen sie, sie sehen nur was sie sehen wollen. Und Menschen wie Otto haben die Fertigkeit und den Charme genau das darzustellen.

Ist dieses Buch ein Schelmenroman, eine Erzählung über eine wahre Begebenheit oder einfach nur eine gelungene Fiktion. Die historischen Daten sind das Grundgerüst und darum herum hat der Autor wieder einmal eine wunderbare Geschichte gewebt.

Andreas Izquierdo ist ein Meister seines Fachs. Ich liebe seine Figuren egal ob es junge Menschen mitten in Kriegszeiten, ein Postbote oder wie hier ein besonderer Hochstapler sind . Die Protagonisten machen neugierig, sie sind Menschen mit Ecken und Kannten, sie verhalten sich oft nicht vorhersehbar, das macht die Lektüre so spannend.

Gleichzeitig ist es die Sprache, sie wirkt wie eine Lieblingsspeise dessen Rezept man nicht kennt. Man lässt sie sich im Mund zergehen, versucht jede Nuance auszukosten. Zu erraten welche Zutat es ist. Die eine sind die Bilder die das Kopfkino hervor ruft. Eine bunte Stadt wie Konstantinopel erscheint beim Lesen vor dem inneren Auge. Dann die Gefühle für Freundschaft und eine unerfüllte Liebe, auch hier kribbelt es im Bauch. Die Planungen für einen Krieg schrecklich genau diese Gedanken könnte man zur Verhinderung eines solchen verwenden.

Danke für ein tolles Buch, in Erwartung auf das Nächste.
Profile Image for Martina Weiss.
487 reviews5 followers
February 26, 2024
Dies ist eigentlich kein neuer aktueller Roman von Andreas Izquierdo, sondern eine Neuauflage, erstmalig 2007 aufgelegt. Aber es war mein erster Roman des Autors von dem man in den letzten Monaten öfter schon gehört hat.
Und was soll ich sagen? Es war ganz großes Kino!
Also der Plot ist ja schon mal der Hammer: Otto Witte ein Hochstapler aus Deutschland, den es tatsächlich gab, behauptete 5 Tage König von Albanien gewesen zu sein, im Jahre 1913... also in den Vorkriegswirren. Verbrieft ist das alles nicht, aber Izquierdo hat eine äußerst glaubwürdig "Raubersgschicht" daraus gebastelt, die außerordentlich vergnüglich zu lesen ist.

Der Roman beginnt in einer Heilanstalt in Salzburg, wo der junge Doktorand Schilchegger auf Otto Witte trifft, der frisch eingeliefert wurde. Auf ihn wirkt er nicht krank oder verwirrt, im Gegenteil, er hat ein gutes Gespür für die Menschen um ihn herum, sein Charisma ist für alle greifbar. Es entwickelt sich eine Art Freundschaft zwischen den beiden und Otto erzählt dem Doktorand seine Geschichte.
Andreas Izquierdos Schreibstil ist exzellent, witzig aber niemals flach, die Charaktere - auch die Nebenfiguren - sind glaubwürdig und so liebevoll ausgestaltet, dass man sie förmlich greifen kann.
Sehr fundiert schildert er die Geschehnisse in Konstantinopel und Tirana, man kann die Luft riechen, die Geräusche hören... kein Wunder, er schreibt ja auch Drehbücher.
Aber auch wenn die Geschichte sehr humorvoll ist, so gibt es tragische Momente, die mich sehr berührt haben. Und diese komplette Mixtur macht diesen Roman zu einem Highlight für mich und es war definitiv nicht mein letztes Buch, das ich von Izquierdo lesen möchte.
2 reviews
November 13, 2025
Although this book was one of the longest I’ve ever read (512 pages), not a single page was wasted. The characters were hilarious, the storyline was slick, and story itself is probably one of the most absurd true stories ever told.

Otto Witte, a German circus artist, actually managed to become king of Albania for 5 days in 1913.

His story is cleverly told between two first person perspectives. A doctor at a mental institute filled with crazies (e.g. circus artists who claim they ruled Albania for 5 days), and the other being Otto Witte himself.

On a journey of self-realization, the young doctor strays from his mentors teachings. He decides to try to actually get to know his patients, instead of writing them off immediately. This was uncommon at the time, as therapy in that sense wasn’t an option for most people in society. In that effort, he began to realize, maybe Otto isn’t insane after all. Thats when he made a deal: he would let Otto leave if he told him the entire story, telling nothing but the truth.
Profile Image for Aus Liebe zum Lesen.
269 reviews8 followers
March 10, 2024
„Ich fürchte, es ist so weit: Es kommt zum Äußersten...«
„Arbeiten? Kommt nicht infrage!«“

Einmal König sein - das wär‘s doch! So ähnlich hat sich das auch Otto Witte im Jahr 1913 gedacht. Eigentlich ist er ein Lebenskünstler, der echte Arbeit scheut, wie Vampire Sonnenlicht. Seinen Lebensunterhalt „verdient“ er sich zusammen mit seinem Kompagnon Max in Konstantinopel durch Tricks, Schaustellerei und kleine Betrügereien. Sein Herz trägt er dabei aber an der rechten Stelle.

In den Wirren des Kriegs um Albanien ergibt sich für ihn die Chance, mit falscher Identität den Königsthron dieses Landes zu erobern und für 5 Tage zu halten, bevor der Coup auffliegt. Ob diese Anekdote wahr ist oder eher ein Schelmenstreich á la Münchhausen, lässt sich heute nicht ganz klären. So oder so, Andreas Izquierdo hat aus dem Stoff einen grandiosen Abenteuerroman gemacht. Seinen Otto muss man einfach lieben!

„Die lügen. Wir lügen. Das ist eine gute orientalische Verhandlung.“

Gewohnt spannend und mit viel Gespür und Liebe zum Detail nimmt uns der Autor auf eine Reise durch den historischen Balkan. Seine Figuren sind charmant und perfekt aufeinander abgestimmt, sodass man auf allen Handlungsebenen mitfiebert und trotz der stattlichen über 500 Seiten nur so durch den Roman fliegt.

Tolle Unterhaltung! Große Leseempfehlung!
1 review
March 30, 2024
Hölzern und klischeehaft beginnt der Roman und findet erst nach etwa einem Drittel zu sich selbst. Dann jedoch gewinnt die Geschichte an Fahrt und fasziniert. Die Sprache orientiert sich mal mehr mal weniger gelungen am Vokabular der Jahrhundertwende. Dafür dass der Roman 2007 geschrieben wurde, fällt es an vielen Stellen schwer, über sexualisierende und orientalisierende Passagen hinweg zu lesen.
Profile Image for Magnolia .
574 reviews3 followers
March 2, 2024
Ein liebenswerter Schelm

Die gar unglaubliche Geschichte des Otto Witte, der für fünf Tage den albanischen Thron erobert, gibt Andreas Izquierdo aufs Vergnüglichste wieder. Ja, es hat ihn wirklich gegeben. Schon in jungen Jahren hat er sich Schaustellern angeschlossen. Er war so umtriebig wie schlitzohrig, war des Öfteren knapp bei Kasse, was ihn aber nicht sonderlich beunruhigte, war er doch ein fantasiebegabter (Über)Lebenskünstler.

Ich lese einen Schelmenroman erster Güte und mache Bekanntschaft mit Otto Witte, als er zu Salzburg Insasse im städtischen Irrenhaus war. Staunend lausche ich seinen Abenteuern und nicht nur mich zieht er in seinen Bann, auch seine Mit-Insassen scharen sich um ihn, ebenso der junge Doktorant Schilchegger, der zunächst vor der Tür, als Zaungast sozusagen, Ottos tollkühner Reise nach Albanien fasziniert folgt.

„Wahnvorstellungen. Der Patient glaubt, König von Albanien zu sein.“ So lautet der Befund von Professor Theodor Meyring, seines Zeichens Leiter dieser Heilanstalt für Gemütskranke. Wobei sein Hauptaugenmerk auf der Erforschung der Gehirne „seiner“ Patienten liegt. Es ist eher eine reine Verwahranstalt, die er mit harter Hand führt. Als er für einige Zeit nach Wien abberufen wird, übernimmt der junge Doktorant Schilchegger, der ganz anders als Meyring den individuellen Menschen sieht.

Die Frage, wie er denn als „König von Albanien“ nun hier gelandet ist, treibt mich um. Die Albaner wollen einen eigenen Staat, König soll ein Europäer sein, ein Moslem. So kommt Prinz Eddine, der Neffe des Sultans, als möglicher Kandidat für den Thron ins Spiel. Ein Bild von ihm in der Zeitung zeigt die frappierende Ähnlichkeit zu Otto und so reift der Plan, von dessen Ausführung ich so verblüfft wie hingerissen bin. Otto ist mit seinem besten Kumpel Max unterwegs, beide haben sie schon so manches krumme Ding gedreht. Der Weg hin zu Ottos Krönung führt sie zunächst nach Konstantinopel, hier lernen sie die wunderschöne, von allen bewunderte Comtesse Dumas kennen. Nun, Otto will sie umgarnen, dafür braucht er aber Geld, viel Geld und dies streckt ihm wiederum ein guter Freund zu, dessen Vater als sprudelnde Geldquelle fungiert.

Geradezu staunend verfolge ich Ottos wundersamen Weg, ein Schelmenstück sondersgleichen. „Otto wusste, dass Menschen selten das sahen, was sich tatsächlich vor ihren Augen abspielte, sondern meistens das, was sie sehen wollten.“ Diesen Umstand machen sich Otto und Max zunutze, ihr legendärer Coup profitiert von diesem Wissen.

Andreas Izquierdo ist ein brillanter Erzähler. Nicht nur Otto Witte ist ein fulminanter Geschichtenerzähler, nein. Auch er, der Autor, entführt seine Leser in die schier unglaubliche Welt des Otto Witte, dem kurzzeitigen König von Albanien. Neben dem Hauptakteur gibt es so manch schillernden Charakter, jeder einzelne davon ist behutsam ausgearbeitet und aufs Beste dargeboten – es war mir ein Vergnügen, eure Hoheit näher zu betrachten, sie ein entscheidendes Stück ihres Weges zu begleiten.
Profile Image for Sim Hel.
349 reviews1 follower
Read
January 7, 2025
Abgebrochen

Ich habe das Buch gekauft, weil ich Andreas Izquierdos "Schatten der Welt"-Romane geliebt habe und seinen Schreibstil wirklich mitreißend und sehr unterhaltsam finde. Zudem fand ich den Klappentext interessant und wollte mich mal ein bisschen aus meiner Komfortzone wagen.
Leider war das keine gute Idee, denn ich habe das Buch schweren Herzens abgebrochen.
Es ist einfach nicht mein Buch und mein Thema.

Es dreht sich um Otto und Max, zwei kleine Gauner, die sich durchs Leben mogeln, um an Geld, Vergnügen und Unterkunft zu kommen.
Grundsätzlich ist die Idee nicht schlecht, und da das Ganze auch noch auf einer wahren Begebenheit beruht, kann man auch nicht viel falsch machen. Wenn die Geschichte nur nicht so unheimlich zäh wäre...
Die Handlung beginnt schon sehr schleppend in einer Nervenheilanstalt in Salzburg, wo ein junger Assistenzarzt von seinen Erlebnissen mit Otto Witte berichtet. Nur leider auf sehr langsame und schleppende Weise. Dialoge gibt es kaum, vieles spielt sich in erlebter Rede und inneren Monologen ab. Izquierdos Schreibweise ist sehr deskriptiv, wodurch man sich zwar die Örtlichkeiten gut vorstellen kann, aber leider auch die Handlung darunter leidet.

Als die Handlung dann nach Konstantinopel wechselt, wird es zwar ein wenig temporeicher, jedoch sind das Setting und die politischen Ereignisse rund um den Krieg und die Balkanländer für mich einfach uninteressant und ja, langweilig.
Hinzu kommt, dass die Figuren Otto und Max hauchdünn sind und eigentlich nur Karikaturen. Man weiß nichts über die beiden und stellt sie sich irgendwie wie Slapstick-Ganoven vor.

Für mich ist dieses Buch leider nichts. Trotzdem probiere ich es sicher noch einmal mit einem Buch des Autors.
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