Wenn man eine Einführung in Aristoteles' Philosophie erwartet, dann wird einem genau das erwartete geliefert, und zwar auf extrem kompetente und mit Expertise durchsetzte Weise. Das Buch ist in sinnvolle Abschnitte und Unterabschnitte gegliedert, die gerade beim Nachblättern sehr hilfreich sind, der Autor hat sich für dieses Buch wirklich äußerst intensiv mit Aristoteles selbst sowie Zeitgenossen und Interpretationen von ihm auseinandergesetzt, das Werk ist also höchst vollständig. Einige kleinere Kritikpunkte gibt es jedoch. Man merkt, dass der Autor definitiv eine Agenda verfolgt, nicht unbedingt eine starke, aber dennoch merkbare. Er möchte um jeden Preis die Gedanken und Erkenntnisse von Aristoteles als zeitgemäß und modern darstellen, was stellenweise durchaus befremdlich wirkt u. sich unter anderem darin äußert, dass er älteren, besonders religiösen Interpretatoren wie zb. Thomas von Aquin abspricht, Aristoteles korrekt verstanden zu haben.Dann sollte man auch noch erwähnen, dass Ottfried Höffe ein studierter, akademischer Philosoph ist, und dementsprechend eine Menge philosophischer Fachbegriffe verwendet. Vielleicht wäre es also empfehlenswert, dieses Buch nur zu lesen wenn man schon ein gewisses Grundwissen der Philosophie erworben hat oder kein Problem damit hat-besonders am Anfang- diverse Wörter zu googeln. Doch soweit ich das beurteilen kann, ist das hier ein wirklich gutes Buch von jemandem, der sein Fach auf jeden Fall versteht, ziemlich gut versteht sogar. Für alle, die antike Philosophie mögen, sehr zu empfehlen.