Sommer 1909. Mariclée reist nach England, um einen Mann zu treffen. Als sie das Exemplar um einen Tag verfehlt, beschließt sie zu warten und vertreibt sich die immer länger werdende Wartezeit auf einer bizarren Reise durch London, England und Irland. Aus Tagen werden Wochen und schließlich Monate. An Bord eines großen Passagierdampfers begegnet sie endlich nicht nur ihrem Angebeteten, sondern auch dessen Gattin und Schwiegermutter ... Das spannende, scharfsinnige und hinreißend eigentümliche Porträt einer jungen Frau, die das Wagnis eingeht, einer sehr unkonventionellen Vorstellung von Liebe nachzujagen. Das Debüt einer der größten Schriftstellerinnen der 1920er Jahre und der ersten Preisträgerin des Fontane-Preises 1913.(Beschreibung Amazon)
man hat mariclée schnell gern und will ihr umso mehr zurufen: dump him! aber sie erklärt doch ziemlich einleuchtend, warum sie ihren fuckboy (nie namentlich genannt, sondern nur "das exemplar") nicht los lassen kann: so richtig geht es nicht um den fuckboy an sich, sondern um das fuckboy-haben, ich lieb mariclée, sie würde sich wohlfühlen in 2026.
Finde ja den Schriftstil dieser Zeit (Ende 19. – Anfang 20. Jahrhundert) genial, und das gilt für dieses Büchlein auch, es war mir trotzdem in großen Teilen zu zäh. Die Protagonistin fällt zwar charakterlich und durch Lebensweise aus "typischen" Frauenrollen heraus, ist ungebunden und wechselhaft, aber trotzdem zu sehr mit sich selbst beschäftigt und mehr auf der Wasseroberfläche, als gut fundiert. Ist wahrscheinlich auch meine eigene, moderne Lesart. Vielleicht früher mehr revulotionär.