Inseln haben etwas Magisches. Das erfährt auch das Buchhändlerehepaar Svea und Daniel, als es in dem kleinen Ostseehafen anlegt. Es begegnet einer eingeschworenen Gemeinschaft. Die wortkargen Fischer, der hochbegabte junge Tänzer und seine wilde, kleine Schwester, der Tierarzt und die greise Fotografin, die Intellektuelle aus der Großstadt - so unterschiedlich sie alle sind, sind sie doch auf eine besondere Art miteinander verbunden. Aber welche Rolle spielt der unheimliche Fremde mit seinem Raben? Als der Sommer sich langsam verabschiedet und die Insel beginnt, sich auf den Herbst vorzubereiten, müssen Insulaner und Neuankömmlinge sich plötzlich gemeinsam beweisen - in einem Sturm, bei dem es um alles geht.Ein Roman über eine Insel im Spätsommerlicht, über Menschen zwischen Aufbruch und Abschied.
Der Anfang lebt durch seine bildhafte Sprache! Svea und Daniel starten mit dem Traum eine Buchhandlung auf einer Insel aufzumachen! Auf dem Seeweg mit ihrem Boot "Selma" kommen sie in einen schweren Sturm und als Leser kentert beinahe mit. Gabriela Jaskulla beschreibt dann sehr ausführlich und schön mit welchen Anfangsproblemen die Neuankömmlinge zu tun haben. Die eingeschworene Gemeinschaft der Insulaner muss sich neu sortieren... nicht gerade die liebste Beschäftigung, wie auch Julia und Jeanette wissen.
Nach ein paar steilen Aktionen von Svea kehrt erst einmal Ruhe ein, doch dann dreht sich die bis jetzt sehr schön beschriebene und ereignisarme Handlung. Wer das Buch bis jetzt als eine schöne Urlaubslektüre gehalten hat, die man einfach so weg lesen kann, kann spätestens jetzt einen Haken dahinter machen.
Die Rolle des sogenannten Vogelmannes wird so groß, dass ich es nicht mehr angenehm fand zu lesen und eine Zwangspause eingelegt habe. Bis zum Schluss kommt die gewohnte Ruhe so gar nicht mehr ans Tageslicht, erst nach einer Großaktion der Insulaner kommt dann endlich wieder Ruhe und mit ihr der Winter auf die Insel.
Ich durfte bei der überaus tollen Leserunde mitmachen :) was mich als Insulanerin sehr gefreut hat! Eine Geschichte bei der es nicht um die "eigene" Insel geht und ich doch bemerke das die Probleme sich sehr gleichen!
Svea und Daniel haben das getan, von dem viele träumen, ihr Leben in der Stadt aufgegeben, um auf eine kleine Ostseeinsel zu ziehen. Daniel übernimmt eine dort bestehende Buchhandlung und Svea sucht eigene Wege. Das Paar pflegt eine recht eigenwillige Beziehung, in der Svea sich kleiner und unselbstständiger macht als sie ist. Beide Partner halten sich jeweils für einen guten Menschenkenner, wenn nur der andere das endlich anerkennen würde. Die Inselbewohner - wen wundert es - sind überzeugt, dass „Neue“ keine Ahnung haben und Jahre brauchen werden, bis sie sich in das Inselleben einfügen. Man braucht sich gegenseitig auf der Insel und hilft sich in der Not, sollte jedoch durch kluge Distanz die Beziehungen langfristig erhalten, damit man sich nicht eines Tages hasst. Auch früher muss die Insel schon Fluchtpunkt für Unangepasste gewesen sein. Die Insel ist noch deutlich durch ihre DDR-Vergangenheit geprägt, eine interessante Kombination aus Systemwechsel und Strukturproblemen, die andere ländliche Gebiete ebenso kennen. Über die Fischer, den Bäcker, die Lebensmittelhändler, den ehemaligen Tierarzt weiß Gabriele Jaskulla sehr einfühlsam zu erzählen. Ein Heimatdichter, dessen Nachlass auf der Insel gepflegt wird, gibt der Geschichte ein kulturelles Fundament. Svea und Daniel sind nur ein Paar unter weiteren handelnden Personen, Paare, Eltern und Kinder, erwachsene (alte) Freundinnen, Kollegen agieren zu zweit und in Gruppen. Schließlich sorgt eine sonderbare Gestalt für Aufruhr im Ort, die ein sehr persönliches Schicksal trägt, das weit in die DDR-Zeit zurückreicht.
Die Leseprobe zu Gabriela Jaskullas zweitem Ostsee-Roman hat mich sofort für das Buch eingenommen. Eine Handlung am Meer, ein Buchhändler-Paar als Aussteiger und der wirtschaftliche Hintergrund einer Region, in der in drei Monaten Touristensaison das Jahreseinkommen erwirtschaftet werden muss – all diese Themen interessieren mich. Bei Lesern der Ostseeliebe wird dieser Band sicher Erfolg haben.
Das Eingangsszenario der peinlichen Havarie mit Sveas und Daniels Boot bleibt ebenso wie die Buchhandlung leider nur Kulisse der Handlung, die sich stark auf die Beziehungsebene konzentriert. Wie schon in Ostseeliebe nimmt die Autorin sehr viele Handlungsfäden auf, die jedoch an der Oberfläche bleiben. Im Gegensatz zur stimmungsvollen Herbst- und Winter-Atmosphäre am Meer und den feinen Tönen des Zwischenmenschlichen hapert es im Buch an präzise formulierten und sachlich korrekten Schilderungen technischer Abläufe, sei es das Funktionieren eines Leuchtturms, das Wechseln eines Kameraobjektivs oder der Alltag in einer Buchhandlung. Ob Daniel gelernter Buchhändler ist oder ein Aussteiger, der sich den Beruf später aneignet, bleibt offen. Die Figur Daniel leidet jedoch unter einer Erzählerstimme, die Daniels Arbeitsalltag nicht glaubwürdig schildert. Neben der Korrektur an Kleinigkeiten wie Svea, die ein Boot bezahlt hat_ , dessen Eigner nach einem Drittel des Buches dann (für mich) überraschend Daniel ist, hätte der Roman ein Lektorat verdient, das konsequent alle Themen kürzt, die weder Autorin noch Lektorin präzise schildern können.
Ich liebe das Meer und ganz besonders kleine Inseln, von daher war ich sehr gespannt auf "Septembermeer" von Gabriela Jaskulla. Dennoch waren meine Erwartungen nicht übermäßig hoch, da die Thematik an sich nicht so viel bietet, allerdings muss ich sagen, dass mich die Autorin in vielerlei Hinsicht positiv überrascht hat und ich das Buch somit genossen habe.
Interessant ist hierbei der Schreibstil der Autorin, der an sich zwar angenehm, aber auch gewöhnungsbedürftig ist. Dies meine ich allerdings nicht unbedingt negativ, denn wer sich erst einmal vollends auf den Schreibstil eingelassen hat und mit gewissen Längen umgehen kann, der wird hier durchaus seinen Spaß haben. Ich muss allerdings gestehen, dass ich gut und gerne fünfzig Seiten gebraucht habe, bis ich mich auf den Erzählstil mitsamt aller Figuren einlassen konnte.
Dabei sind die Figuren wirklich gut ausgearbeitet, denn hier steht das typische Inselleben im Vordergrund, das auch gerne mal sehr ruhig verläuft, diese Ruhe allerdings auch immer mal wieder gestört wird. In diesem Fall von Daniel und Svea, einem Paar, das in Seenot gerät und von einigen Inselbewohnern deswegen eher kritisch beobachtet wird, da die meisten Inselbewohner der Meinung sind, dass da mal wieder unnötig Gefahr eingegangen wurde. Als Svea und Daniel jedoch auf der Insel bleiben wollen und sich dort ein neues Leben aufbauen, ist die Ruhe auf der Insel schnell vorbei, denn die anderen Bewohner gewöhnen sich nur schwer an das Paar und sind nicht besonders scharf auf neue Kontakte.
Dennoch gibt es immer wieder Menschen, die sich Daniel und Svea annähern und sie an ihrem Leben teilhaben lassen. Dabei ist die Herangehensweise von der Autorin gut und vor allem glaubhaft beschrieben, sodass man sich in nahezu alle Figuren hineinversetzen kann.
Das Cover ist eine absolute Augenweide, denn es verursacht nicht nur eine gewisse Sehnsucht nach dem Meer, sondern auch ein Urlaubsgefühl, was nur wenige andere Cover schaffen, von daher wird es im Regal einen Ehrenplatz erhalten. Die Kurzbeschreibung liest sich ebenfalls hervorragend und hat mich vom ersten Satz an angesprochen, sodass ich dem Buch gerne eine Chance gegeben habe.
Kurz gesagt: "Septembermeer" ist eine interessante und unterhaltsame Geschichte, die mich mit interessanten Figuren und einer gut ausgearbeiteten Geschichte überzeugen und in Urlaubsstimmung versetzen konnte. Der Schreibstil ist zwar am Anfang gewöhnungsbedürftig, allerdings lohnt es sich sehr, wenn man am Ball bleibt. Somit kann ich das Buch nur empfehlen.
In "Septembermeer" von Gabriela Jaskulla geht es um eine kleine Insel in der Ostsee und um die Menschen, die dort leben und arbeiten. *Inhalt* Svea und Daniel brechen alle Zelte hinter sich ab und wollen dort auf dieser Insel einen Neubeginn wagen. Ihre Ankunft ist ziemlich stürmisch, sie geraten in einen heftigen Sturm in Seenot. Sie werden vom dem Tierarzt Hanno und seiner Frau Julia gerettet, die mit ihren Kindern Mats und Pimpy auch auf dieser Insel leben. Dann wird noch die Geschichte von Jeanette und Madsen erzählt, zwei sehr unterschiedliche Menschen, die zusammenarbeiten und sich dabei näherkommen. Und viele andere interessante Geschichten werden erzählt. Richtig spukig ist die Geschichte des Rabenmannes… Der Klappentext gibt nicht ganz den Inhalt des Buches wieder, ich hatte einen sommerlichen und fröhlichen Roman erwarten, indem es um einen Neuanfang von Svea und Daniel geht und bekommen habe ich einen etwas melancholischen Roman mit den verschiedensten Geschichten der Menschen, die auf dieser Insel leben.
*Meine Meinung* Mit ihren wunderschönen Landschaftsbeschreibungen bringt die Autorin die Atmosphäre der Insel gut rüber, Zitat auf S. 237: "Verhalten, leise war der September, sein Leuchten manchmal wenig matt, der Himmel wie von Spinnweben überzogen. Ein Monat, der nicht nur von Aufbruch wusste, sondern auch vom Vergehen. Aber auch die Süße der letzten Brombeeren verbarg sich im September, ein Monat, der beides sein konnte - Anfang und Abschied." Dieser melancholische und dennoch sehr schöne Schreibstil war ein richtiger Ansporn, dieses Buch auch zu Ende zu lesen. Die Geschichte hat mich am Anfang nicht so sehr gefesselt, ich ziemlich schnell von Svea genervt und die nahm so viel Raum ein. Als dann die anderen Bewohner immer mehr in den Vordergrund traten, wurde für mich die Handlung interessanter.
Die Charaktere entwickeln sich im Laufe des Buches und wecken in mir Sympathien aber auch Antipathien. Am besten haben mir die Teenager Mats und Pimpy gefallen, sie sind so authentisch und lebendig. Beide haben noch Träume und versuchen diese auch auszuleben.
*Fazit* Dies ist ein Buch, was man nicht so einfach mal nebenbei lesen kann, es ist keine lockere Sommerlektüre. Von mir gibt es 4 Sterne.
Zunächst muss ich erwähnen, dass der Klappentext leider andere Erwartungen in mir ausgelöst hat. Ich hatte eine komplett andere Vorstellung vom Buch, das ich als leichte Strandlektüre abtat.
Die Geschichte glänzt durch wunderbare Schilderungen. Was die Handlung betrifft, gibt es leider Abzüge. Die einzelnen Charaktere der Insel werden zwar ausführlich beschrieben, was aber zu langen Passagen führt, in denen man abschweift. Lange passiert eher weniger, bzw. Kleinigkeiten. Dann zum Schluss kommt plötzlich die große Wendung, doch das war mir leider schon wieder zu viel. Das Ende lässt dann vieles offen, was mich persönlich etwas stört.
Im Großen und Ganzen war der Schreibstil zwar sehr schön, die Handlung jedoch nicht richtig eingeteilt und zum Ende überfordernd.