Prag 1909: Das Bureau für Okkulte Angelegenheiten ermittelt ... K&K Bureau für Okkulte Angelegenheiten, Abteilung Prag, 8. August 1915: Aufzeichnungen der abenteuerlichen Ereignisse des Sommers 1909.
Geneigter Leser, das Bureau könnte in akute Erklärungsnot geraten, sollte die Bevölkerung herausfinden, dass es staatliche Bestandsaufnahmen über Gestaltwandler und Vampire gibt. Noch sind diese phantastischen Wesen aus dem alten Volk scheu und ziehen es vor, unter sich zu bleiben. Doch als meine seltsamen Gefährten und ich den Fluch der uralten Familie Trubic aufzuklären suchten, stießen wir auf das wahre Ausmaß der okkulten Verwicklungen! Denn hören Sie: Schon bald droht ein unglaublicher Aufstand aus dem Dunkel auf die Bühne der Weltpolitik überzuschwappen …
Dejan Sirco, Baron und Hauptmann außer Diensten Prag, in den letzten Jahren der K&K-Monarchie: Hier unterhält Dejan Sirco, Baron und Hauptmann außer Dienst, sein „Bureau für Okkulte Angelegenheiten“. Und das mit gutem Grund, bevölkern doch die unterschiedlichsten und unwahrscheinlichsten Wesen die Goldene Stadt. Unterstützung erhält Dejan von der lebensweisen Dirne Esther, dem ehemaligen Straßenjungen Mirko sowie Lysander Sutcliff, einem Earl, der durch eine Kette unglücklicher magischer Verwicklungen seit Jahrhunderten im Körper eines Otters sein Dasein fristen muss. Der neueste Fall des farbenfrohen Quartetts gestaltet sich diffizil: Es gilt, einen mörderischen Fluch zu ergründen, in dessen Bann ein altes Adelsgeschlecht seit Jahrhunderten steht. Im Zuge der Ermittlungen offenbart sich Dejan, dass weit mehr auf dem Spiel steht, als das Schicksal einer Familie: Denn hinter den Kulissen der bekannten Welt planen Geheimgesellschaften und phantastische Wesen schon lange den Aufstand, der auf die Bühne der Weltpolitik überzuschwappen droht. Der Schlüssel zu alldem liegt ausgerechnet in der Hand des janusköpfigen Felix Trubic, seines Zeichens Geheimagent seiner Kaiserlichen Majestät, der dem „Bureau“ den Auftrag erteilt hatte.
Da so ungefähr die Hälfte aller Personen, denen ich auf Goodreads folge, voller Lobes ist über diesen Band, muss ich gestehen, dass ich etwas Bahnbrechenderes erwartet habe, als ich tatsächlich bekommen habe. Was? NOCH bahnbrechender, fragt ihr?
Denn stilistisch traut sich das Buch eine ganze Menge. Es will nicht nur eine Geschichte erzählen, sondern mit dieser Erzählung spielen. Das wird schon von den ersten Seiten an deutlich, auf denen der Roman als der fiktionalisierte Erleblnisbericht eines der Hauptcharaktere aufgebaut wird. Das ist ein kluger Schritt um den Leser davon abzuhalten, sich darüber zu wundern, wie kleinschrittig und genau denn bitte die Charaktere in diesem Buch Tagebuch führen oder Briefe schreiben. Der Roman besteht nämlich aus einem Fließtext verfasst in der Ich-Perspektive, die wie Tagebucheinträge das Geschehen wiedergeben, unterbrochen von Komplettzitaten von Briefen oder ähnlichen Dokumenten. So entsteht bei dem Leser der Eindruck, tatsächlich eine Dokumentensammlung zu lesen - und zwar eine Sammlung, die von weiteren Charakteren bearbeitet und in Romanform übertragen wurde.
Zu dem stilistischen Spiel mit der Erzählform (durch die Tagebuch- und Briefform der Erzählung), gesellt sich also auch ein Unreliable Narrator und das gleich auf meheren Ebenen: nicht nur durch die Ich-Perspektive, sondern zusätzlich dadurch, dass man nicht sicher sein kann, welche Meinungen des Ich-Erzählers (gerade über andere Charaktere), nicht vielleicht aus der Feder der bearbeitenden Charaktere stammen.
Und damit nicht genug des Stilexperiments: Charaktere verfallen in ganz leichte Mundart. Die Character Voices der einzelnen handelnden lassen sich klar von einander unterscheiden. Einem jeden Protagonisten hört -- liest -- man seine Herkunft an: durch den Gebrauch oder nicht Gebrauch von Umgangssprache, Fremdwörtern oder hochtrabenden Floskeln. Dadurch wirken die einzelnen Charaktere gleich ein ganzes Stück überzeugender.
Dabei ist allerdings der allgemeine Sprachstil der Narration nicht so streng zeitgenössisch wie zum Beispiel bei Susanna Clarke, deren Kurzgeschichtensammlung ich zur selben Zeit wie dieses Buch gelesen habe. Dennoch wird in Des Tefeuls Maskerade erfolgreich eine Epoche heraufbeschworen, nicht zuletzt durch starke Einbeziehung der Schauplätze Wien und Prag, inklusive detailierter Beschreibungen.
Über ein paar stilistische Schwächen stolpert man dabei aber trotzdem noch: ab und an etwas holprige Formulierungen, zu lange Sätze, Ellipsen ... die stören aber den guten Gesamteindruck wenig.
Was genau ich mir auf Grund des verbreiteten Lobes für dieses Buch und nach Lektüre des Klappentextes etwas spektakulärer vorgestellt habe, war der Plot. Der ist nämlich allen Überraschungen und Wendungen zum trotz sehr bodenständig. Die große Verschwörung kümmert den Ich-Erzähler und Protagonisten nur am Rande -- soweit sie eben relevant ist, um ihm zu seinem eigentlich Ziel zu verhelfen. Das ist natürlich sehr viel realistischer als ein Plot, in dem die Helden in einen Verschwörungsplot verstrickt sind, bei dem mehr auf dem Spiel steht und sie eigenhändig am Ende die Welt retten -- nach haufenweise Explosionen und vielen, vielen Toten.
Des Teufels Maskerade funktioniert da anders. Es ist dieser weniger sensationalistische Realismus, bei dem die Charaktere - Protagonisten wie Antagonisten - zögern Leben auszulöschen. Ja sogar dem Vampir wird Chance um Chance eingeräumt sein (Un)Leben zu retten. In dem Sinne stellt das Buch eine willkommene Abwechslung dar zu anderen, sogenannten Klassikern der Jugendbuchphantastik, die ich jetzt nennen könnte *hust*Icewind Dale*hust*, in denen sich die Helden nichts dabei denken zu kämpfen, zu foltern und zu töten.
Auch die phantastischen Elemente selbst sind eher zurückhaltend. Statt einer Vampirhorde gibt es einen Vampir, der sogar die meiste Zeit ganz zivilisiert daherkommt. Drachen und Elfen tauchen nur sehr am Rande auf. Ungewöhnlichste Figur der phantastischen Riege sind da wohl die Vilja und einer der Protagonisten, der ein Geist ist, der im Körper eines Otters steckt. Letzteren hätte ich fast vergessen an dieser Stelle zu erwähnen, denn seine Phantastik ist nich einfach ein Gimmick. Es handelt sich bei ihm genauso um einen vielschichtigen und behutsam aufgebauten Charakter wie bei allen anderen Protagonisten. Überhaupt lebt das Buch hauptsächlich von seinen Charakteren - fernab aller überstrapazierten Archetypen des Genres.
Das epische, spektakuläre Actionabenteuer bleibt also aus, trotz Autorennen. Dafür gesellt sich ein charakterlastiges Detektivdrama an seine Stelle, das nicht weniger zu fesseln weiß.
Die Fortsetzung hole ich mir definitiv ins Regal (oder auf den eReader, mal sehen).
Prag 1909: Baron Dejan Sirco und Sir Lysander Sutcliff, der durch mysteriöse Umstände, in der Gestalt eines Otters erscheint, ermitteln im Dienste des K & K Bureau für Okkulte Angelegenheiten.
Alles beginnt damit, dass Baron Dejan Sirco von seinem früheren Geliebten Graf Trubic den Auftrag erhält, nachzuforschen wer ihm, und schon seinen Vorfahren nach dem Leben getrachtet hat. Betraut mit dieser schweren Aufgabe macht er sich mit seinem getreuen Otter Lysander an die Aufklärung.
In dem mystischen Roman "Des Teufels Maskerade" tummeln sich allerhand kuriose Gestalten, die Victoria Schlederer mit viel Liebe zum Detail beschreibt, uns so vor meinem inneren Auge Gestalt annehmen. Ich kann förmlich den in Samt gehüllten Vampir Buckingham, oder den gewitzten und zynischen Otter Lysander vor mir sehen! Die Beziehungen zwischen den einzelnen Charakteren scheint zu Anfang ein großes Rätsel zu sein, was sich im Verlauf des Romans jedoch aufklärt wie z. B. tiefe Zuneigung, Freundschaft und Hass zwischen Baron Sirco und Graf Trubic, und der unsterblichen Liebe die Buckingham für Miss Trubic empfindet.
Die Autorin bezaubert mich nicht nur mit ihren mystischen Wesen, sondern auch mit der passenden Umgebung, in die sie ihre Figuren setzt. Der Verlauf des Romans ist abenteuerlich und ziemlich aufregend, bis auf ein paar kleine Passagen, die die Geschichte nicht sonderlich weiter bringen, und so das ganze nur unnötig in die Länge ziehen.
Als unsere tapferen Helden das Mordkomplott aufgedeckt haben und ich die letzte Seite umblättere und das Buch zuklappe, werde ich sehr nachdenklich. Auf der einen Seite gefällt mir der Roman mit seinen liebenswerten Figuren äußerst gut auf der anderen Seite hatte ich mir einen etwas anderen Verlauf der Geschichte vorgestellt. So beschäftigen mich die Fragen, wie Lysander zum Otter wurde und warum Baron Sirco überhaupt Kontakt zu der Puffbesitzerin Esther pflegte. Leider ließ der Roman dies bis zum Schluss offen.
Ich hoffe das es eventuell eine Fortsetzung der Geschichte gibt, in der sich diese Fragen klären werden.
Mein Fazit:
Eine mystische Detektivgeschichte, die mit charmanten Charakteren und e inem großen Abenteuer lockt!
Ich würde diesem Buch so gerne mehr als zwei Sterne geben, aber ich kann es wirklich nicht. In allem steckt viel Potenzial: das Setting ist ungewöhnlich, die Personen interessant und der Schreibstil unterhaltsam und kurzweilig. Nun der große Minuspunkt: die Handlung ist viel zu langezogen und leider auch etwas verworren. Ich habe immer wieder den roten Faden verloren. Ich glaube, es haette dem Buch besser getan, wenn es gestrafft und auf etwa die Hälfte der Seiten zusammengekürzt worden waere.
3.5'dan 4... Beklediğimin aksine aşk yoktu kitapta... Edebi yönü ağır basmış... Fakat bana kitabı akıcı bir şekilde okutan kitapta ki hiç bitmeyen gizem oldu...
Eine verworrene Geschichte um politische Intrigen, "außernatürliche Wesen" und Liebe. Leider bleiben Charaktere und Setting etwas zu oberflächlich, die Handlung hingegen hatte ein paar Schlenker zu viel. Mit der etwas umständlichen (österreichischen?) Sprachemelodie konnte ich mich nicht anfreunden, die Satzstellung fühlte sich zB oft nicht richtig an. Die Erzählweise war teils auch etwas holprig und ständig wurde der Erzähler im Gespräch "seiner Antwort entbunden", weil jemand in die Situation oder den Raum platzte...
Leider habe ich den zweiten Band vor diesem gelesen, sodass ich einige Enthüllungen schon kannte. Dennoch hat mir der Schreibstil etwas besser gefallen als im zweiten Teil. Vielleicht ist das der Tatsache geschuldet, dass der österreichische Dialekt im ersten Band noch nicht ganz so ausgeprägt war wie im zweiten Band. Den Plot fand ich stellenweise etwas verwirrend und undurchsichtig, aber nicht so, dass man gar nicht mehr durchsteigt.
Spannender und sehr atmosphärscher historischer Fantasyroman mit tollen Charakteren Die Autorin hat einen interessanten Schreibstil und bedient sich u.a. Briefen als Stilmittel. Und ihre Sprache ist ganz wunderbar Das Buch hat zu unrecht viel zu lange auf meinem SUB gelegen Ich bin geneigt, den nächsten Vicoria Schlederer recht bald zu lesen
Der Schreibstil war nicht so ganz meins, außerdem war mir die Auflösung am Ende etwas zu einfach. Pluspunkte gibts für die Ausarbeitung der Beziehungen der Figuren untereinander, das Einbinden unterschiedlichster übernatürlicher Geschöpfe ohne, dass es überladen wirkt, und einen bisexuellen Protagonisten.
Review: Das erste Mal kreuzten sich unsere Wege auf der Leipziger Buchmesse 2009. „Des Teufels Maskerade“ hatte es in die Finalrunde des Heyne Schreibwettbewerbs geschafft und weil ich eine Verschnaufpause brauchte, setzte ich mich auf einen der Hocker und hörte zu – schon da fesselte mich Victoria Schlederers Lesung aus ihrem Manuskript. Als sie zur Siegerin gekürt wurde, nahm ich mir fest vor, den Roman zu lesen, sobald er erscheinen würde – doch irgendwie geriet das wieder in Vergessenheit. Jetzt wurde ich aber doch wieder neugierig auf das Buch, zumal die Autorin ein weiteres Buch veröffentlicht hatte. Vor dem Lesen war ich bereits überzeugt, dass dieses Buch mir gefallen würde – die bereits gehörte Lesung, sowie der Klappentext versprachen einen Roman ganz nach meinem Geschmack. Aber wie toll dieses Buch wirklich ist – damit hatte ich nicht gerechnet. Ich kann nicht anders, als bei „Des Teufels Maskerade“ in Schwärmereien auszubrechen. Schon von der ersten Seite an fesselte mich das Buch ob seines unverwechselbaren Stils. Unkompliziert kann man ihn nicht gerade nennen, denn hier und da schleichen sich Bandwurmsätze ein oder die Autorin bedient sich veralteter Formulierungen und Wörter. Das mag unter Umständen störend sein, doch hier passt es wie die Faust aufs Auge. Durch den Stil fällt es dem Leser nicht schwer, sich an den Anfang des vergangenen Jahrhunderts zurückzuversetzen. Die dichten Beschreibungen der Atmosphäre tun ihr Übriges – man kann nicht anders als im Prag und Wien vergangener Tage zu versinken. Doch nicht nur die vergangene Zeit beschwört die Erzählweise herauf. Auch Lebendigkeit wird den Seiten eingehaucht, durch gekonnte Dialogführung und viel Sprachwitz. Jeder Charakter bekommt seine eigene Stimme, die man in den Briefen, die sie sich im Laufe des Romans schreiben, wiedererkennt. Da ist Sir Lysander, der sich immer sehr gehobener Formulierungen bedient; Esther, die so schreibt, wie sie spricht, oder Mirco, der doch noch einfachere Worte verwendet als Baron Dejan Sirco. Doch nicht nur ihre Art zu reden und zu schreiben zeichnet die vielen Charaktere aus. Sie sind mit so viel Detail gezeichnet, dass sie einem wie wahre Menschen (oder Tiere) vorkommen und nicht wie Figuren in einem Buch. Facettenreich bleiben dabei allerdings nicht nur die Hauptcharaktere – auch Nebencharaktere werden durch ihre Eigenschaften zum Leben erweckt. Die Autorin betreibt dabei aber keine Schwarz-Weiß-Malerei. Die guten Charaktere treffen zweifelhafte Entscheidungen, verhalten sich falsch, während ihre Antagonisten nicht durchweg schlecht und grausam handeln. Oftmals wird so etwas in Romanen vernachlässigt, doch Victoria Schlederer fängt in ihrem Roman – auch wenn er sich ins fantastische Genre einordnen lässt – die Menschen so ein, wie sie wirklich sind: Vielschichtig und selten bloß einem bestimmten Charaktertypen zuordenbar. Nicht nur bei den Charakteren bleibt die Autorin dicht an der Realität. Die fantastischen Kreaturen und Phänomene, die in „Des Teufels Maskerade“ auftauchen, werden glaubhaft in unsere Wirklichkeit eingebunden. Das Problem, das in dem Roman ermittelt werden muss, ist nicht rein fantastischer Natur, sondern hat auch einen politischen Bezug. Diese gekonnte Verschmelzung von Realität und Fantasie löst bei mir umso größere Begeisterung für das Buch aus. Doch auch die Handlung vermochte mich zu begeistern. Mystisch ist sie, geprägt von vielen Details aus der Vergangenheit, die ich als Leser nur zu gern ergründete. Hin und wieder wird der Haupthandlungsstrang zwar von einigen Nebenhandlungssträngen unterbrochen, was manch einer als störend ansehen mag. Mich störte es jedoch nicht, denn diese Unterbrechungen ließen mich oftmals die Charaktere besser kennenlernen und lockerten gleichermaßen die Handlung auf, sodass sie wenig konstruiert wirkt. Positiv anzumerken ist hier auch der Aufbau der Geschichte: Aus der Perspektive des Barons Dejan Sirco erfährt man den Großteil der Vorkommnisse, doch hin und wieder liest man auch Briefe von anderen Romanfiguren oder erlebt Rückblicke durch Ausschnitte aus älteren Tagebucheinträgen des Barons. Und doch sind da Momente in seinem Leben, die nur angedeutet werden – die man sich durch seine Verhaltensweise oder die anderer Charaktere erschließen kann. Ausdrücklich genannt werden sie jedoch kaum. Diese Vorgehensweise empfand ich als besonders beeindruckend. Anstatt einfach eine Tatsache festzulegen, wird sie über den Roman hinweg in vielen Gesten und Taten verdeutlicht, sodass sie dem Leser als wirklich glaubhaft erscheint.
Fazit: Wer rasante, actionreiche Geschichten mag, sollte einen Bogen um „Des Teufels Maskerade“ machen. Der Stil kann unter Umständen störend sein, wenn man einen einfach vor sich hinplätschernden Roman lesen möchte. Doch wer Lust auf einen historischen Fantasyroman der etwas anderen Art hat, sich für skurrile und lebhafte Charaktere begeistern kann und innerhalb des Genres nach Innovation sucht, der sollte sich „Des Teufels Maskerade“ zu Gemüte führen. Mir bleibt nur übrig zu sagen: Was für ein Buch! Was für eine atemberaubende Geschichte, belebt von einzigartigen Charakteren und mit stimmigen Worten erzählt!
Eigentlich sollte folgendes reichen um alles über dieses Buch zu sagen: Trotz der 500 Seiten war es relativ leicht und zügig zu lesen und ich hätte es problemlos in wenigen Tagen auslesen können. Aber ich habe es nicht getan sondern das ganze auf gut zwei Wochen ausgedehnt. Ich wollte nämlich so viel Zeit wie möglich mit den liebenswerten Figuren verbringen, die ich alle schon auf den ersten paar Seiten ins Herz geschlossen habe. Baron Sirco muss man einfach lieben: ein bisschen hochnäsig und gelegentlich etwas zu sehr von sich selbst überzeugt, schrecklich empört wenn jemand seine Ehre in Frage stellt aber im Grunde will er nur helfen und glaubt noch an das Gute. Sir Lysander ist ein sprechender Otter und steht somit über jeglicher Kritik und auch die anderen Charaktere sind einfach unglaublich sympathisch und auch glaubwürdig dargestellt. Selbst Trubic, den man gelegentlich am liebsten auf den Mond schießen würde, weil er sich selten dumm und/oder unverschämt verhält kommt immer wieder soweit 'zurück', dass man trotzdem versteht, warum ihm Sirco immer noch hilft obwohl er ihm ständig relevante Informationen verschweigt und ihm generell das Leben so schwer wie möglich macht. Neben den Figuren fesseln auch die Schauplätze unglaublich. Gut, ich gebe zu, dass man mit einem Buch, dass in Prag und Wien spielt bei mir sehr leichtes Spiel hat, aber man merkt deutlich, dass die Autorin nicht einfach irgendwelche anonymen Städte beschreibt, die sie dann einfach Prag und Wien nennt. Nein man hat beim Lesen wirklich das Gefühl als würde man selbst zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch diese Städte streifen. Dabei hilft auch die Sprache, es ist aus der Sicht Sircos geschrieben und während es genug Autoren nicht wirklich gelingt einem historischen Ich-Erzähler den wirklich passenden und glaubhaften Tonfall zu verpassen hat man hier wirklich das Gefühl jemandem aus dem frühen 20. Jahrhundert zu lauschen. Auch die tollsten Figuren und die schönste Sprache könnten nichts retten, wenn der Plot nicht überzeugen würde, aber auch das ist hier nicht der Fall. Im Gegenteil: Schon lange war ich beim lesen nicht mehr so gefesselt. Ich hatte wirklich keine Ahnung wo das alles hinführt und jeder Plottwist hat den Namen wirklich verdient. Gleichzeitig übertreibt es die Autorin aber auch nicht mit den überraschenden Wendungen, so dass man immer den Überblick behält. Ich könnte jetzt noch weiter schreiben, aber das würde nur darauf hinauslaufen, dass ich ständig wiederholen würde, wie toll ich es doch fand. Deswegen schließe ich mit den Worten: Überzeugt euch selbst und lest es!
An dieser Geschichte ist mir als erstes der Stil und die Atmosphäre aufgefallen. Es gibt wunderschöne fast poetisch wirkende Sätze, kluge Betrachtungen, augenzwinkernde Beschreibungen und eine Sprache, die für mich gut zu der Zeit passt. Sogar der Humor traf meinen Geschmack, und Esthers Wiener Schmäh konnte ich förmlich spüren. Auch wenn es ereignisreiche Abschnitte gibt, ist “Des Teufels Maskerade” ein eher ruhiges Buch, das durch Briefe und Tagebucheinträge aufgelockert wird.
Die Figuren sind recht eigenwillig und lassen sich nicht so leicht in eine Schublade stecken. Leider wirkten diese auf mich bis auf wenige Ausnahmen etwas blass, was aufgrund des bestehenden Potentials besonders schade ist. Besonders zwei der Ausnahmen haben mich dafür aber ziemlich intensiv erwischt, sicher auch aufgrund einiger tragischer Entwicklungen und der besonderen Ausstrahlung eines Charakters, den ich für viele unverständlicherweise sehr mag. Mich selbst habe ich dann noch damit erschreckt, dass ich Master Buckingham ziemlich viel abgewinnen konnte.
Von der Beschreibung her hätte ich mehr fantastische Wesen erwartet, vieles wird auch einfach nur angedeutet – andererseits bin ich aber ziemlich froh, dass die merkwürdigen “Elfen” nicht noch mal vorgekommen sind. Die Geschichte ist nicht einfach gestrickt, sondern recht verworren und voller Rätsel, Anspielungen, offener Fragen und Verbindungen (was ich ja mag). Man muss aufmerksam lesen und sich einiges zusammenreimen, besonders am Ende – welches etwas plötzlich kommt und einiges offen lässt. Auf jeden Fall habe ich mich mit dem Buch sehr wohl gefühlt und würde jederzeit wieder zu einem Roman dieser Autorin greifen.
Vergnüglich! Magische Geschöpfe, dunkle Geheimnisse, unvergessene Liebschaften und ein uralter Fluch sind die Zutaten in diesem Roman. Dazu eine Prise wunderbar altmodische Sprache, die einen direkt ins Prag Anfang 1900 versetzt, und fertig ist ein Lesevergnügen der etwas anderen Art. Die Sprache muss man natürlich mögen (einfach mal reinlesen, dann bekommt man recht schnell nen guten Eindruck) und es gibt auch ein paar Längen ab und an, aber insgesamt eine wirklich gelungene Reise mit ungewöhnlichen Charakteren und einer ebenso ungewöhnlichen Liebes- und Detektivgeschichte.
Den Klappentext kann man getrost lesen, er vermittelt einen recht guten Eindruck ohne zuviel zu verraten. (muss man ja mal lobend erwähnen^^)
Ein schönes Debut, was die Autorin zu Papier gebracht hat. Im Stil alter Werke (vor allem der Sprachgebrauch) liest sich das Buch anfänglich etwas schwer. Dennoch ist Story und besonders die Aufmachung anspruchsvoll. Bemerkenswert ist vor allem, dass dieser Fantasy-Roman fernab von den üblichen Klischees anzusiedeln ist: Keine Orks, keine Elfen und die Vampire und Otter sind auch nicht so, wie man sie gemeinhin kennt.
Fazit: Als Zwischendurchlektüre ist es nicht zu lesen. Leute die gerne und viel lesen, kommen voll auf ihre Kosten.
This book was great! I bought it because that young woman won a German Fantasy Novel Writing Contest and it sounded interesting.
I know why she won this book was great! Her characters were special and interesting and the story was like a Sherlock Holmes story only in Prague and Vienna in the early 20th century.
I read the whole 440 pages today in about 4 hours. Awesome book I really can recommend it!
Ein Fluch, okkultes Treiben im Prag der Jahrhundertwende, eine Liebesgeschichte und sehr viel Spannung. Ich habe das Buch nur widerwillig (und - psst! - nicht immer konsequent) während der Arbeit weggelegt - sobald es ging bin ich mit Freude zurückgekehrt in die außergewöhnliche und phantasiereiche Welt die Victoria Schlederer hier erschaffen hat. Ich finde ihre Sprache wunderschön und trotz der sehr gewählten und heutzutage ungebräuchlichen Ausdrucksweise liest sich das Buch sehr einfach.
My third book and a very quick and easy read. I loved it from page one on. The different styles of writing - from journey entries over letter to "normal" storytelling, it had everything I totally love. It was distracting and had a great story. It makes me want to get a second book and to continue reading.