Im System Honecker herangewachsen galten die heute 45- bis 55-Jährigen als die Distanzierten, Staatsfernen, für die das Jahr 1989 dann zum Sprungbrett ins größere Deutschland und in die Welt wurde. Sind sie wirklich auf der Gewinnerseite gelandet? Oder hat die zähe Prägekraft der späten DDR mit ihren politischen Tabus, dem Bespitzeln und Verhindern von Individualität à la longue doch ihren Tribut gefordert? Ines Geipel erforscht das Lebensgefühl ihrer Generation in Tiefeninterviews mit Mauerkindern und in aktuellen psychologisch-soziologischen Untersuchungen. Sie findet den Zugang zu einer Generationenerzählung, die von großen Hypotheken, aber auch von großen Chancen handelt.
Geipel was born in the German Democratic Republic and was a member of the national athletics team. She was one of the former athlets who sued leading sport functionaries because of the doing program of the GDR.
In 2011 she was awarded for her engagement for suppressed litature in the former GDR.
Wichtiges Buch - auch 30 Jahre nach dem Mauerfall. Vielleicht gerade 30 Jahre nach dem Mauerfall.
Auch der Verweis auf viele andere wichtige Werke zum Thema, die in Geipels Buch benannt werden, laden definitiv zur weitergehenden Beschäftigung mit der "Generation Mauer" und deren bis heute nachwirkenden Traumata ein.
Augen zu war gestern - dieses Thema geht uns alle an, egal, wo wir 1989 gelebt haben, wo wir davor gelebt haben, wie alt wir sind ... wer in der heutigen Bundesrepublik lebt, kann die Gesellschaft ein Stück besser verstehen, wenn er dieses (sprachlich an manchen Stellen vielleicht etwas anstrengendes, aber aller "Lesemühen" wertes) Buch liest.