Kaum erwachsen flieht das Findelkind François vor seinen Pflegeeltern und landet in einem zwielichtigen Hotel an der Küste von Marseille, wo er von "Le Boche", dem Deutschen, in obskure Geschäfte verwickelt wird. Er fühlt sich wohl in diesem Hotel, das nur selten Gäste beherbergt - bis dort ein Mann tot aufgefunden wird. François zieht in die Ungewissheit New Yorks, und bald - blind vor Liebe - nach Montreal in Kanada, wo ihn seine Gutgläubigkeit und der kalte Winter nahe an den Abgrund bringen. Aber kann man überhaupt leben, ohne zu wissen, wer man wirklich ist? Wie schon in "Am Rand" geht es Hans Platzgumer um die wesentlichen, die existenziellen Dinge im Leben.
Ein simples Buch, das ich gerne gelesen hab. Es ist für mich immer interessant geblieben, François bei seinen unterschiedlichen Abenteuern und Lebensumständen zu begleiten hat Spaß gemacht. Die Schreibweise des Autors hat mir auch gefallen. Kein großartiges Buch, aber ich finde nicht, dass jedes Buch, das man liest, das beste Buch überhaupt sein muss. Ich denke man sollte zwischendurch auch ein gutes oder durchschnittliches Buch lesen. Ich würde Drei Sekunden Jetzt wieder lesen.
Dieses Buch ist beeindruckend - sowohl im positiven als auch im negativen Sinn. Einen jungen Mann dabei zu beobachten, wie er von einer Unvernunft zur nächsten taumelt und sich dabei teilweise in lebensgefährliche Situationen manövriert - die er ganz leicht hätte vermeiden können - , ist nicht nur unterhaltsam, sondern auch bedrückend. Dabei begleiten ihn Einsamkeit und Leere, die auch für mich als Leserin spürbar waren. Oft ist die Atmosphäre des Buches nahezu surreal. Und das Ende - nun, das macht alles ein bisschen besser, gleichzeitig aber auch noch schlimmer. Und am Ende bin ich mir immer noch nicht sicher, ob ich das Ganze genial oder verrückt finden soll.