Jana, ehrgeizige Tochter eines abgewirtschafteten Hoteliers aus der slowakischen Tatra, hat nichts als ihre Schönheit, um ihre Träume von einem besseren, aufregenderen Leben im reichen Westen zu verwirklichen. Sie begegnet dem Profiteur Gstettner, der von Wien aus seinen trüben Geschäften nachgeht – ob gefälschte Designermode oder verzweifelte Flüchtlinge, Gstettner handelt mit allem. Tone Kral, der Bauernsohn aus dem slowenischen Karst, der sich als Kellner und Gigolo durchschlägt, und der gealterte Wiener Theaterkritiker Kalman komplettieren das Quartett lebenshungriger Existenzen, die in der Grauzone zwischen alter und neuer politischer Ordnung versuchen, sich durchzulavieren.
ROSEI, Peter: „KARST“, Salzburg Wien 2018 Der Roman handelt an verschiedenen Schauplätzen: Tatra Gebirge in der Slowakei, Budapest, Triest, Istrien und Wien. Beim Lesen bekommt man auch Lust, diese Orte (auch wenn man sie schon kennt) zu besuchen. Die handelnden Personen sind interessante und sehr unterschiedliche Typen. Da ist eine Hoteldirektors Tochter, die aus dem elterlichen Haus ausbricht. Ein junger Geiger, der diese Tochter heiratet, aber seine Karriereziele nicht erreicht. Ein Wiener Geschäftsmann, der die unglücklich verheiratete von Budapest nach Wien holt. Ein slowenischer junger Mann aus einfachen Verhältnissen, der aus den ärmlichen Verhältnissen seines Elternhauses ausbricht und letztlich Kellner in Venedig in einem Café am Markusplatz wird und ein Wiener Journalist, der aus gutem und reichem Haus stammt und der Star seiner Zeitung ist. Diese Menschen verbinden im Laufe des Romans die einzelnen Regionen, wobei Wien das Zentrum bleibt. Eine Erinnerung an die Österreichisch-Ungarische Monarchie? Sie kommen auch zusammen. Mit einem Kleinbus fahren sie nach Slowenien und einer von ihnen bleibt auf der Strecke. Aber auch die einzige Frau in dieser Geschichte verbindet alle; mit allen Männern hatte sie ein direktes oder indirektes Verhältnis. Das letzte Kapitel nennt sich „Quellcode“ und ist aus dem Roman herausgefallen. Viele Passagen haben keinerlei Bezug zur vorangegangenen Geschichte.