Es gibt Neues von der Familie. Von Sara, der Ehefrau, und den Kindern Carla und Nick. Und natürlich von Antonio, dem italienischen Schwiegervater. Der zum Beispiel vor der Wä-Emme, der Fußball-Weltmeisterschaft, noch schnell «eine Geräte mitte Flakebilde» kaufen muss. Und dabei seinen Schwiegersohn ebenso in den Wahnsinn treibt wie das gesamte Verkaufspersonal. Und wo es einmal nicht um die Familie geht, werden andere, mindestens ebenso brisante Themen erörtert: der grassierende Kevinismus unter Deutschlands Eltern etwa, das Wesen des schwedischen Krimis oder das Geheimnis erfolgreicher Kontaktanzeigen. Best of Jan Weiler: die 61 allerschönsten Kolumnen – jetzt erstmals in Buchform.
Jan Weiler ist mit seinem köstlichen Debutroman „Maria ihm schmeckt‘s nicht“ und dem dazugehörigen Film längst ein äußerst beliebter Autor, aber auch enorm festgelegt auf das Genre liebenswerter Unterhaltung durch autobiografische Alltagsszenen. In diesem Buch, erschienen 2009, sind 61 ausgewählte Kolumnen aus seiner Reihe „Mein Leben als Mensch“, die er viele Jahre in der Welt am Sonntag und bis heute z.B. als Podcasts veröffentlicht, unter dem gleichnamigen Titel zusammengestellt. Es ist eine im besten Sinne unterhaltsame Sammlung geworden, die einfach gute Laune ausstrahlt. Die Themen gehen quer durchs Gemüsebeet. Weilers ausgefeilter Erzählstil führt in den meist 2,5 Seiten langen Stories von der immer schon im 1. Satz genannten Thematik über aberwitzige Abschweifungen, die er entweder über inhaltliche Assoziationen oder textlich über Wortspiele o.ä. geschickt verknüpft, am Ende wieder zum Eingangsthema zurück. Am Besten gelingen ihm Geschichten, in denen sein fiktiver italienischer Schwiegervater Antonio Marcipane mitspielt, die traumatische Erlebnisse im Kindergarten seines Sohnes behandeln oder seine Ängste vor der irgendwann einsetzenden Pubertät seiner beiden Kinder. Wohltuend ist, dass der Autor sich selbst nicht allzu ernst nimmt und sein völliger Verzicht auf Zynismus. Einige Geschichten sind mir aber auch ein bisschen zu flach und larmoyant ausgefallen. 3,5 Sterne.
Die Kolumnen von Jan Weiler haben mich früher immer dazu gebracht, mir den Stern zu kaufen. Ich fand sie damals schon irre lustig; seit ich aber "Maria, ihm schmeckt's nicht" gelesen habe, muss ich leider zugeben, dass sie an eben dieses Buch nicht rankommen. Nichtsdestotrotz war es aber ein gutes Buch, das mich des Öfteren hat laut lachen lassen. :D Highlights waren definitiv die Kurzgeschichten mit Antonio Marcipane. Ich liebe diesen alten, schrulligen Mann!
Ich finde Jan Weilers Kolumnen großartig. Mir scheint, der Autor habe Dinge, die ihm so passiert sind, lediglich überspitzt dargestellt. Seine Storys muten irgendwie ausgedacht und trotzdem real an. Seine Charaktere wirken auf mich sehr lebendig und sympathisch, vor allem sein Schwiegervater, sein kleiner Sohn und das Kindermädchen Natalya. Bei ihr habe ich immer die Nastya aus der Lindenstrasse vor Augen und der Schwiegervater liegt mir, bei allem, was er sagt, sofort mit einem angenehmen weichen Singsang in den Ohren. Die Texte amüsieren durch Überraschungen, denn die Charaktere sind schlagfertig und Jan Weiler springt von einem Thema ins nächste, um dann plötzlich auf irgendetwas zurückzukommen. Über alle Kolumnen hinweg wurden sehr viele, unterschiedliche Themen bearbeitet. Das macht dieses Buch abwechslungsreich. Die Sprache ist anschaulich, enthält viele eingängige Bilder, ist eine frische Mischung aus Alltagssprache und einem gehobenen Schreibstil, wie man ihn für Veröffentlichungen erwarten würde.
Endlich!! Ich hatte so viel Spass dieses Buch zu lesen - ein Umzug und das dabei verlegte Buch, trugen dazu bei das ich erst jetzt mit dem lesen fertig wurde. Ich glaube etliche Monate, wenn nicht fast ein Jahr, sind vergangen seit ich zuletzt darin gelesen habe.
Als 'laut-heraus-lach-typ-beim-lesen' bleiben mir einige tolle Abschnitte in Erinnerung! Es ist schön wieder einmal ein humorvolles, echtes Buch zu lesen - ohne vampire, drachen, kriegern, lichtschwerter, spechenden Tiere oder sonstige phantasievolle Geschöpfe.