What do you think?


Thomas Mann und Ägypten: Mythos und Monotheismus in den Josephsromanen
Jan Assmann geht den bahnbrechenden religions- und kulturwissenschaftlichen Einsichten Thomas Manns nach, die dieser vor allem in seinem Romanzyklus Joseph und seine Brüder vermittelt. Auf faszinierende Weise läßt er seine Leser nicht nur das literarische Kunstwerk der Josephsromane mit neuen Augen sehen, sondern vor allem auch den Schriftsteller und Kulturwissenschaftler Thomas Mann.In der Begegnung mit dem Alten Ägypten erschloß sich Thomas Mann eine kulturelle Tiefendimension der Zeit. Seine Josephsromane kreisen um die Frage, die auch Proust, Bergson und Freud beschä in welcher Weise die Vergangenheit unsere Gegenwart bestimmt, und sie geben darauf einige der klügsten, reflektiertesten und differenziertesten Antworten. Gerade in seinen Einsichten zum Wesen des Mythos, zur Entstehung des Monotheismus, zum kulturellen Gedächtnis und zur historischen Anthropologie und Psychologie erweist sich Thomas Mann als einer der bedeutendsten Kultur- und Religionswissenschaftler des 20. Jahrhunderts. Den bislang noch wenig erschlossenen Dimensionen seines Werkes geht Jan Assmann in seinem neuen Buch nach. Es geht hier um ´"das mythische Selbst", einen der kühnsten Entwürfe historischer Anthropologie, die "mythische Zeit", ein Problem, das Thomas Mann auch in anderen Romanen und Essays beschäftigte, sowie um das spannungsreiche, aber für Mann in keiner Weise sich ausschließende Verhältnis von Mythos und Monotheismus. Assmann beschreibt das Ägyptenbild der Josephsromane und vergleicht die Josephsgeschichte Manns mit der biblischen Erzählung sowie ihrer ägyptischen Urgestalt. Höchst aufschlußreich sind auch die abschließenden Vergleiche mit zeitgenössischen Werken wie Arnold Schönbergs Moses und Aron und Sigmund Freuds Der Mann Moses.
Hardcover
Published July 1, 2018
About the author
Jan Assmann
127 books107 followersAssmann studied Egyptology and classical archaeology in Munich, Heidelberg, Paris, and Göttingen. In 1966-67, he was a fellow of the German Archaeological Institute in Cairo, where he continued as an independent scholar from 1967 to 1971. After completing his habilitation in 1971, he was named a professor of Egyptology at the University of Heidelberg in 1976, where he taught until his retirement in 2003. He was then named an honorary professor of Cultural Studies at the University of Constance, where he is today.
In the 1990s Assmann and his wife Aleida Assmann developed a theory of cultural and communicative memory that has received much international attention. He is also known beyond Egyptology circles for his interpretation of the origins of monotheism, which he considers as a break from earlier cosmotheism, first with Atenism and later with the Exodus from Egypt of the Israelites.
In the 1990s Assmann and his wife Aleida Assmann developed a theory of cultural and communicative memory that has received much international attention. He is also known beyond Egyptology circles for his interpretation of the origins of monotheism, which he considers as a break from earlier cosmotheism, first with Atenism and later with the Exodus from Egypt of the Israelites.
Ratings & Reviews
Friends & Following
Create a free account to discover what your friends think of this book!
Community Reviews
Displaying 1 - 2 of 2 reviews
September 17, 2026
Hier legt Jan Assmann eine augenöffnende kultur- und religionswissenschaftliche Untersuchung des Mann'schen Mammut-Projektes vor, die mit erstaunlicher Schlüssigkeit Manns Verständnis und Konzeption mythischen Denkens entschlüsselt, aus der wiederum die Synthese des Dreigestirns von Mythos, Monotheismus und Heidentum erwachsen kann. Assmann macht hiermit die enorme kulturwissenschaftliche und -theoretische Leistung Thomas Manns innerhalb der Josephsromane begreifbar.
August 29, 2017
Ein Gelehrter schreibt hier über einen Gelehrten auf eine Weise, dass der Leser von beiden einiges lernen kann. Assmann analysiert selber sehr sympathisch und mit viel Hingabe an das Thema, die Roman-"Vorlage" und ihren Autor, die Tetralogie "Joseph und seine Brüder", eines der großen literarischen Ereignisse des 20 Jahrhunderts. Dabei verliert er weder den subtilen Humor Thomas Manns "Mammut-Spaßes" aus den Augen, noch versagt es sich, eiuniges aus der Perspektive des Ägyptologen richtig zu stellen. Sehr gelungenes Beiwerk zum Joseph-Roman.
Displaying 1 - 2 of 2 reviews



