Nach "Der Allesforscher" war ich von Steinfests Fabulierkunst so angetan, dass ich mir ein weiteres seiner Bücher besorgt habe. "Gewitter über Pluto" klingt schon dem Titel nach nach Nicht-Alltäglichem, uns genauso war es denn auch.
Ein Pornostar, der mit Ende 40 seinen Beruf an den Nagel (Schenkelklopfer!!) hängt, eröffnet ein Strickwarengeschäft, für das er sich bei einer zwielichtigen Dame ein Darlehen von 200 000 Euro borgt. Bedingung: nach genau 7 Jahren muss er, wenn er das Geld nicht zurück zahlen kann, ein Leben retten.
So weit so gut.
Lorenz Mohn, der Pornostar, findet einen kleinen Laden, die Liebe seines Lebens, kann das Geld natürlich nicht zurückzahlen, und rettet denn auch ein Leben.
Die Schreib- und Formulierkunst ist auch in diesem Buch wieder am oberen Level, und Steinfest kann Sätze und Metaphern schreiben, da frage ich mich manchmal schon, woher er seine Fantasie nimmt. Es ist herrlich! Wieder haben sich auf diesen Seiten so viele Sätze getummelt, die ich mir in mein Wörter- und Sätze-Buch schreiben wollte, aber es waren einfach zu viele.
Aber...
Der Grund, warum ich trotzdem "nur" auf diese Wertung gekommen bin, ist, dass diese Geschichte nach einem wirklich tollen Anfang, ein bisschen ins Absurde abdriftet. Nichts gegen Sience Fiction, nichts gegen kuriose Wendungen. Aber in diesem Fall war es teilweise einfach zu viel des Guten. Was ich sehr vermisst habe, war eine nähere Beschreibung des Wollladens, doch das ist wohl etwas unter gegangen...
Auch der Schluss war mir persönlich viel zu abrupt und hat mir auch nicht besonders gefallen. Das hätte man bestimmt auch anders lösen können.