Der erste Fall für Bee Merryweather Seit die pensionierte Bee Merryweather in das beschauliche South Pendrick gezogen ist, genießt sie die Schönheit der Natur und die Ruhe in vollen Zügen. Nur für ihr geliebtes Hobby, das Singen, muss sie einiges auf sich nehmen. Denn der Chorleiter Peter Bartholomew geizt nicht mit barschen Worten und reizt einige Chormitglieder bis aufs Blut. Und dann ist er tot. Ausgerechnet Bee findet Peter eines Morgens mit erstarrter Miene in seinem Haus. Seitdem lässt ihr der Fall keine Ruhe. Wer hatte einen Grund, Peter zu töten? Der Startenor, der keiner ist? Der Pfarrer, der ein ziemlich merkwürdiges Hobby pflegt? Oder die junge Frau im roten Kleid, die aus Peters Haus kam und die niemand je zuvor im Dorf gesehen hat?
3,5 Sterne Ein gemütlicher Wohlfühlkrimi mit einem schönen Setting: Cornwall. Es geht um Beatrice "Bee" Merryweather, die verwitwet und inzwischen pensioniert ist und sich in einem kleinen Dorf in Cornwall einen geruhsamen Lebensabend machen möchte. Doch daraus wird erst mal nichts, als der Chorleiter des Ortes vergiftet wird. Ich mag diese gemütlichen und gemächlichen Wohlfühlkrimis generell sehr gerne. Dieses Buch ist der Auftakt einer Reihe, und ich freue mich auf die Fortsetzung. Der Kriminalfall war in Ordnung, aber wirkliche Spannung war kaum vorhanden. Für mich war das aber okay, da ich das Drumherum und die Charaktere sehr mochte.
Bee Merryweather ist seit kurzem alleinstehend und fühlt sich, mehr denn je, als die Zugezogene in dem kleinen Dörfchen South Pendrick, in welchem sie eigentlich ihren Ruhestand genießen wollte. Um sich mehr in die Dorfgemeinschaft zu integrieren, singt Bee im örtlichen Chor mit, der von Peter Bartholomew geleitet wird. Peter ist speziell und behandelt die Sänger nicht gerade mit Samthandschuhen, besonders, da es aktuell um die Proben für eines seiner eigenen Werke geht. Als Peter eines Morgens von Bee tot in seiner Wohnung gefunden wird, wundert sich daher keiner, dass es ein Mord war. Bee kann nicht akzeptieren, dass es in ihrem geliebten Dorf einen Mord gegeben hat und findet keine Ruhe, bis sie nicht mehr über die Hintergründe erfahren hat. Auch eine drei stündige Fahrt nach Oxford hindert sie nicht daran, weiter zu ermitteln. Doch wer Wissen hat, hat Macht und begibt sich damit ungewollt in das Blickfeld des Mörders.
Nachdem ich zuerst den zweiten Roman auf der Buchmesse entdeckt habe und dieser mir sehr gut gefallen hat, musste ich natürlich das erste Buch ebenfalls lesen. Und ich muss sagen, auch Bees erste Fall hat mich wunderbar unterhalten. Die Autorin lässt den Leser wieder in das englische, idyllische Dorfleben eintauchen. Durch ihre bildhaften Beschreibungen des Dorfes und auch der Personen, wirkt die Geschichte unglaublich lebhaft und amüsant, als würde man direkt danebenstehen. Dabei schafft es die Autorin, durch die unterschiedlichen Perspektiven der einzelnen Dorfbewohner, die Handlung abwechslungsreich zu gestalten. Der Leser erfährt immer ein bisschen mehr, als Bee durch ihre Ermittlungen sich erfragen kann und doch nie genug, um der Geschichte zu weit voraus zu sein. Der Fall bleibt bis zum Schluss undurchsichtig und man kann lediglich raten, wohin sich die Geschichte entwickelt. Das hält die Spannung bis fast zur letzten Seite aufrecht.
Man könnte jetzt argumentieren, dass es ähnliche Geschichten, ganz nach dem Vorbild von Agatha Christie schon mehrfach gegeben hat. Eine ältere Dame ermittelt auf dem englischen Dorf. Da mag man nicht ganz unrecht haben und der Vergleich zu der Kultfigur Miss Marple wird sogar im Roman gezogen. Aber Karin Kehrer schafft es trotzdem, diese Art des Kriminalromans, durch Bees Persönlichkeit, ihre Vorgeschichte und durch die moderne Szenerie, wieder neu wirken zu lassen und den Geschichten ihren ganz eigenen Charme zu verleihen. Das finde ich sehr bewundernswert, da man diesen Schritt erst einmal wagen muss.
„Todesklang und Chorgesang“ ist für mich ein sehr gelungener Krimi, der sich durch einen flüssigen Erzählstil, einen hohen Spannungsbogen und viel Individualität auszeichnet. Fans von Miss Marple und Agatha Raisin werden sich definitiv bestens aufgehoben fühlen.
Bereits nach wenigen Seiten hatte ich das so typische englische Dorfleben mit seinen ganz besonderen Charakteren des kleinen beschaulichen Örtchens South Pendrick, in dem die verwitwete Bee Merryweather nach ihrer pensionierte Handarbeitslehrerin als "Zugezogene" lebt, vor Augen. Neben ihrem Hobby dem Häkeln pflegt sie hier auch ihre Vorliebe für den Chorgesang im örtlichen Hobbychor.
Zum Inhalt sei nur so viel verraten: Das gemeinsame Singen im Chor könnte so schein, wäre da nicht der überaus ambitionierte Chorleiter Peter Batholomew, der seine Sänger bis zum Äußersten treibt und seine Kritik in verletzender Art & Weise zum Ausdruck bringt. Peter macht sich keine Freunde. Und so nimmt alles seinen Lauf und ausgerechnet Bee findet Peter tot in seinem Haus. Wie die Polizei feststellt, war es kein natürlicher Tod. An Motiven und Feinde mangelt es nun nicht gerade. Bees Neugierde ist geweckt und trotz der Warnungen von David, dem jungen Dorfpolizisten, versucht Bee Licht in das Dunkel zu bringen.
Die Autorin nimmt den Leser in ihrem eher gemächlichen Kriminalroman mit in die für Cornwall so typische typisch ländliche Idylle, welche auch durch das Cover schon zum Träumen einlädt. Jedoch kann diese Beschaulichkeit auch trügen und hinter den Fassaden verbergen sich so manche Geheimnisse. Jeder der Beteiligten schein etwas zu verbergen zu haben. Bis zum Schluss bleibt vieles offen, kann sich der Leser einen Reim auf die Geschehnisse und Zusammenhänge, aber auch auf die Charaktere einen Reim machen.
Karin Kehrer ist es so gelungen die Spannungen, auch bei einer sich langsam entwickelnden Handlung, der es jedoch noch nicht an der erforderlichen Logik und Nachvollziehbarkeit mangelt, bis zum Ende aufrecht zu erhalten.
Ebenso wie in der Handlung lernt der Leser mit jeder Seite ein weiteres kleines Puzzlestück über die Protagonistin Bee Merryweather kennen. Agiert zu Beginn noch unentschlossen, ja beinahe unbedarft, und zögerlich, gewinnt sie immer mehr an Sicherheit. Für mich war es ein sehr schönes Lesevergnügen gemeinsam mit Bee mitzurätseln und Stück für Stück, Puzzle für Puzzle die Geschehnisse zusammenzusetzen und die Geheimnisse zu ergründen, die die Bewohner von South Pendrick zu verbergen versuchen. Das am Ende sich ergebende Gesamtbild hält dann für den doch auch noch die ein oder andere Überraschung bereit.
Fazit
Der erste Band der cozy Crime-Reihe "Bee Merryweather ermittelt" war für mich ein wirklich ein gelungener Cosy Krimi mit einer überaus liebenswerten, zu Beginn etwas unbedarften und auch leicht schrulligen Ermittlerin und einem Dorf voller interessanter Bewohner. Karin Kehrer ist es gelungen alle Figuren gleichermaßen eindrücklich und farbig, ebenso wie die Handlungsorte, so zu schildern, dass sie dem Leser sehr schnell vor dem geistigen Auge erscheinen lassen.
5⭐ - für einen gemütlichen Wohlfühlkrimi mit einem schönen, pittoresken Setting und den für englische cozy Crime so typischen besonderen, manchmal etwas schrulligen, Charakteren.
Ihr seid Fans von Miss Marple und Agatha Raisin, liebt den Charme der "Inspector Barnaby"-Reihe? Dann kann ich Euch diesen Krimi aus der Feder von Karin Kehrer, wie die gesamte "Bee Merryweather ermittelt"-Reihe, nur empfehlen.
Vielen Dank an die Autorin, Netgalley.de und den Ullstein Buchverlag für das E-Book Rezensionsexemplar des E-Book Bundle Todesklang und Chorgesang // Leichenschmaus im Herrenhaus (Bee Merryweather ermittelt 1-2).