Born in Wels, Upper Austria, Ransmayr grew up in Roitham near Gmunden and the Traunsee. From 1972 to 1978 he studied philosophy and ethnology in Vienna. He worked there as cultural editor for the newspaper Extrablatt from 1978 to 1982, also publishing articles and essays in GEO, TransAtlantik and Merian. After his novel Die letzte Welt was published in 1988 he did extensive traveling in Ireland, Asia, North and South America. In 1994 he moved to West Cork, Ireland, as a friend offered him to lease a splendid house at the Atlantic coast for a very affordable rent, and also because of the artists exemption in the Irish income taxation. In 1997 Ransmayr read his short story Die dritte Luft oder Eine Bühne am Meer, written for this occasion, as keynote speech for the Salzburg Festival. After his marriage in the Spring of 2006 Ransmayr returned to live in Vienna.
Dass Christoph Ransmayr die Langstrecke virtuos beherrscht, hat er mit diversen Werken bewiesen. Begonnen hat er jedoch mit literarischen Reportagen und kurzer Prosa. Einige dieser Werke sind in diesem schmalen Band versammelt, der mir außerordentlich gut gefallen hat.
Gerade die Reportagen über traditionsreiche Landstriche oder Orte in Nordfriesland (Hooge) oder den Bergen gefielen mir, da sie - ohne die Vergangenheit zu verklären - Verhältnisse und Beziehungen der Einwohner untereinander und zur Geschichte und Tradition beschreiben. Man sollte aber einen Zugang zu Ransmayrs bildhafter Sprache und keine Angst vor ein wenig Pathos hier und da haben.
Wenn man sich aber darauf einlässt, wird man auf jeden Fall belohnt. Meiner Meinung nach auch ein guter Einstieg in das Werk des Autors.
Begehen Sie nicht den gleichen Fehler wie ich und unterschätzen Sie nicht dieses Buch. Diese B-Seiten-Sammlung enthält überraschend fesselnde Reportagen und schöne Skizzen. Der schmale Band empfiehlt sich auch für Interessenten, die Ransmayrs Stil erstmal antesten möchten, bevor sie sich an einen ganzen Roman wagen.
Aus der Zeit Gefallenes, aus der Welt Gefallenes, morbide schön dargestellt von Ransmayr. Eine unaufgeregte, sprachlich schöne, zum Nachdenken anregende Reise, ein schöner Kontrast zu (vielen) Reportagen der jetzigen Zeit.
Ich habe wenig an diesem Buch auszusetzen. Der Schreibstil ist hervorragend, der Lesefluss mitreißend. Die Geschichten weisen ein gemeinsames Thema auf - bis auf wenige Ausnahmen -, für das ich normalerweise nicht sehr empfänglich bin, das mir aber gut vermittelt werden konnte und mir eine neue Perspektive eröffnet hat. Die Geschichten haben selten einen Plot im engeren Sinne, da es sich bei ihnen fast ausschließlich um Reiseberichte handelt, aber das Kennenlernen der Landschaften, der Leute, der aktuell sterbenden Vergangenheit und natürlich der Schreibstil per se machen sie lesenswert. "Der Weg nach Surabaya" ist ein gemütliches Buch, und damit komme ich zu dem Grund, wieso ich ihm keine höhere Wertung gebe: Die Umstände haben nicht gepasst. Es ist eine Pflichtlektüre gewesen, genauer gesagt die letzte der Liste, und ich hatte bereits ein anderes Buch im Blick, das ich viel lieber lesen wollte. So ging es mir mehr darum, die verbleibenden Seiten runterzubekommen, als wirklich in die Erzählungen einzutauchen.
Dass ich mir dennoch so viel aus dem Buch mitnehmen konnte, rechne ich ihm hoch an. Vielleicht lese ich es ein zweites Mal, wenn ich in der richtigen Stimmung dafür bin.