»Dieser Roman ist ein Fest des Schauens, und wem das zu pathetisch klingt, der kann es auch eine Party nennen.« Neue Zürcher Zeitung In der lähmenden Hitze eines Spätsommers beschließt der steinreiche Erbe Immerjahn, der Erlesenheit seiner Welt zu entfliehen. Er will seine Villa mitsamt der eindrucksvollen Kunstsammlung zum Museum machen. Doch bei den Vorbereitungen verstrickt er sich zunehmend in den Fäden seiner Liebes- und Lebensgeschichte. Statt unentwegt an der bevorstehenden Eröffnung zu arbeiten, wird Immerjahn von seiner Melancholie übermannt, und während der Sohn Olympisches Gold erschwimmt, offenbart sich Immerjahn, dass seine Frau Katka wohl seit Jahren schon seinen besten Freund liebt. So scheint ihm kurz vor der Ausstellungseröffnung nicht nur die Zeit zwischen den Fingern zu zerrinnen, sondern sein ganzes Leben. Barbara Zeman erzählt in ihrem Debüt von versehrter Männlichkeit und den Absurditäten eines ästhetisierten Lebens; prunkvoll und traditionstrunken, mit feiner Komik und berauschender Sprachgewalt. »Der literarische Überraschungserfolg des Frühjahrs.« Falter
Sprachlich überzeugendes Debüt von Zeman, die sich intensiv in die sinnliche und gedankliche Wirklichkeit eines sehr reichen, ziemlich gelangweilten Kunstsammlers begibt ohne dabei jemals langweilig zu werden. Zeman schafft es, mich über das gesamte Buch hinweg für das emotional leicht degenerierte Innenleben von Immerjahn zu interessieren, weil sie genau das abbildet, was nur altes Geld zu bieten hat: Dekadenz. Sie bleibt dabei aber einer leichten, lockeren Haltung verpflichtet, die fast eher an einen Wes Anderson Film erinnert. FFO: Bildende Kunst, Geldadel, 1.000 Meisterwerke, wenig Handlung.
Sprachlich hat es mit unglaublich gut gefallen, auch die Charaktere und die Handlung sind sehr originell. Leider ist es aber doch nicht so mitreißend, dass ich es zügig durchlesen konnte.