«Dad» ist ein Roman über einen Hippie-Vater, aber auch eine Reise in das Deutschland der 60er, 70er, 80er, 90er und Nullerjahre, in die Maghreb-Staaten und in viele Winkel Asiens. Die Ehe der Eltern, den Vater, die Wurstwarendynastie, aus der er stammte – das alles gibt es nicht mehr. Geblieben sind Geschichten von Drogentrips. Oder wie «Dad» als Student angeschossen wurde. Von großen Abenteuern. Und dem einen, das kein happy end hat, der HIV-Infektion, die er von einer seiner Reisen mitgebracht hat. «Mein Vater ist seit zehn Jahren tot, als ich ein blassblaues Notizbuch nehme und DAD vorne drauf schreibe. Das ist der Anfang.» Dies ist eine Geschichte über Freundschaft, Liebe, Sucht und Sehnsucht und über eine junge Frau, die versucht zu verzeihen.
Fünf Sterne reichen für dieses Buch für mich einfach nicht. In einem Rutsch gelesen und das passiert mir in letzter Zeit selten. Eine gute Geschichte über die Ergründung der eigenen Vergangenheit und doch der Selbstfindung. Mit guten, glaubhaften Charakteren.
Eine Tochter sucht nach ihrem Vater. In Erinnerungen, in sich selbst und auf der Welt verteilt, denn der Vater ist tot und lebt nur in den Geschichten der Leute. Ein wilder Mensch, ein Hippie, ein Junkie, ein Ausreißer. Ich fand das aus vielen Gründen eine spannende, lockende Grundlage. Und die Geschichte selbst ist berührend, eine handvoll der Charaktere auch. Leider verliert mich dieses Buch immer wieder, wenn es in Klischees abrutscht oder die Stimmung des persönlichen Berichts, die Nora Gantenbrink sonst erschafft, durch wahnsinnig unrealistische Überspitzungen zerbricht. Da schläft Protagonistin Marlene traurig an einem Strand in Indien und wacht davon auf, "dass eine Kuh an ihrem Rock kaut." Das kann sicherlich in manchen Geschichten passieren und funktionieren, in dieser leider nicht.
Ich wünschte, das Buch würde sich für Stimmungen mehr Zeit nehmen und mir als Leserin mehr Gelegenheit, mich darauf einzulassen. Vielleicht würde dann alles nicht mehr so überzogen wirken und ein bisschen in seiner Stand-in-Haftigkeit wie ein Buch für 12 jährige Kinder (was die Story natürlich überhaupt nicht ist) In manchen Momenten schafft Frau Gantenbrink es, wirklich zu berühren und mich mitzunehmen, aber häufig war ich einfach raus, vor allem in der zweiten Hälfte, und habe ihr überhaupt nichts mehr abgenommen. Viele Charaktere fühlen sich nicht real an, eher wie Abziehbilder und es ist alles ein bisschen zu gewollt und too much. Dazu stört wahnsinnig, dass alle Charaktere, für die Deutsch eine Fremdsprache ist, klischeehaft gebrochen sprechen und ständig ohne jede Einordnung das Wort "Transe" verwendet wird. Außerdem neigt der Roman häufig zum Information dump, was ebenfalls beim Lesen stört.
Das trying too hard bei einzelnen Szenen, Charakterbeschreibungen, Details und Situationen (zwei trans* Sexarbeiterinnen streiten sich nicht nur lautstark um -wasserfeste Mascara-, die eine wirft die andere sogar zu Boden. Bitte wie?) stößt wahrscheinlich deshalb so auf, eben weil Gantenbrinks Stil eigentlich recht trocken und einfach ist. Daher gibt es in dem Buch auch viele einfache und schöne, einfach schöne Sätze. Nur leider auch viel, was sich nach Roman anhört und einen sofort aus dem Gefühl katapultiert.
Das Ende selbst fand ich leider ganz doof. Wieder too much, wieder zu weit weg vom reellen, und vor allem viel zu hektisch erzählt. Wäre das Buch doppelt so lang, es hätte alles viel besser funktioniert.
Die Geschichte könnte richtig schön sein, so ist sie nur nett und leider so geschrieben, dass ich oft die Augen verdrehen musste.
Von Seite 1 bis zur letzten Seite gut, konnte es nicht mehr weglegen. Tief bewegend ohne zu nerven oder pathetisch zu sein. Schließe mich Udo L. an, i love it, mucho gusto.
Ich habe dieses Buch in einem Rutsch gelesen, da es sich auch einfach unfassbar leicht lesen ließ. Wenn ich es mit einem Wort beschreiben müsste, würde ich WUNDERBAR als sehr treffend empfinden. In dieser Geschichte stecken so viele Gefühle und so viel Sehnsucht drin, dass mich wahnsinnig berührt hat.
Ich habe ihren Schreibstil sehr geliebt und unzählige Textpassagen, Zitate markiert, weil ich sie so schön finde.
Schade schade schade. Ich habe wirklich alles gegeben, um das Buch zu mögen. Stellenweise hatte ich auch Spaß beim Lesen, wenngleich die Plotentwicklung gelegentlich zu sehr von Hölzchen auf Stöckchen kommt. Leider wird in diesem Buch aber ständig das Wort Tr*nse verwendet. Ein paar Male konnte ich darüber hinweglesen. In einem Kapitel überrollte mich der Begriff dann aber gut 6 Mal auf zwei Seiten. Tut mir Leid, aber das war nicht mehr zu ertragen.
Marlene, eine junge Frau um die 30, lebt auf St. Pauli und schreibt Plattenkritiken für ein Musikmagazin. Aufgewachsen ist Marlene im Eichenwald, einem kleinen Dorf in Mitteldeutschland, dem sie nach dem Abitur den Rücken zu kehrte. Marlenes Vater war viel abwesend in ihrer Kindheit, die Eltern trennten sich, später bekam er Aids und starb, als Marlene 18 war. Da der Verlust ihres Vaters sie schmerzt, möchte Marlene mehr über ihn erfahren und besucht dessen alte Freunde in ganz Deutschland. Schließlich fährt sie sogar nach Marokko, Indien und Thailand, um Orte zu besuchen, die ihr Vater als Hippie geliebt hat. Nähe und Distanz, Heimat, Großstadt, Kleinstadt, Freundschaft, Fernweh - das Buch vereint viele Themen und ich konnte es schnell und leicht weglesen, ganz cool fand ich die St. Pauli-Szenen. Mit dem Ende bin ich allerdings nicht ganz einverstanden, irgendwie war das für mich ein unpassender Abschluss. Dennoch ein gut zu lesendes Buch.
This was one of those books that I picked up knowing nothing about it or the author, but I was browsing my local bookstore looking for some contemporary German lit and this caught my eye. And I have to say it was such a good find. It is a real life inspired novel about what it means to reach your early twenties and try to figure out who you are, especially in light of an absentee crazy father who died of AIDS. If you are looking for a book written in German that is surprisingly funny and fun to read, I'd highly recommend this one.
Ich habe das Buch schon vor einiger Zeit gelesen und bewerte es jetzt ziemlich zeitverzögert. Aber es hat mich so unfassbar berührt. Es ist eine so wunderbare Geshcichte.
Ich finde „Dad“ ist auf jeden Fall ein Hihglight. Diese starke und eronische Erzählweise hat mich sofort gepackt, weil ich sofort mit der Autorin mitfühlen konnte. Auch die Geschichten vom Vater haben Milchbärten gerührt, weil man merkte es kam vom Herzen und mit einer solchen Ehrlichkeit, dass ich richtig toll fand, immer mehr über den Vater, aber auch über sie zu erfahren
Gerade mal 5 Tage hat's gedauert. Ich habe dieses Buch verschlungen und es mich. Gantenbrink erzählt von ganz viel Traurigem, auf eine coole, schöne, unsentimentale und einfache Art. Für mich ist es das diesjährige "Kurt". Denn die beiden Bücher verbindet ihre kitschbefreite Umgangsweise mit schweren Themen. Mir gefiel der Schreibstil ungemein. Ich fand es war schön und echt und ehrlich und klug.