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Vice Squad

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Wenn in den verkommenen Straßen Hollywoods, die Schönen der Nacht ihre Dienste feilbieten, beginnt für das Sittendezernat die heiße Schlacht. Und für manche Hollywood-Hure die letzte. Und das bedeutet für die meisten nur den Ausstieg aus dem schmutzigen Geschäft mit der käuflichen Liebe - durch Tod.So wie für Ginger, die von ihrem Zuhälter bestialisch ermordet wird. Und vielleicht auch für ihr Freundin Karla, auf dem Strich Prinzessin genannt, die für die Sitte den Lockvogel spielen soll...

221 pages, Paperback

First published January 1, 1982

4 people want to read

About the author

William Rotsler

80 books8 followers
William "Bill" Rotsler was an American cartoonist and graphic artist; author of several science fiction novels and short stories, and television and film novelizations, and non-fiction works on a variety of topics, ranging from Star Trek to pornography; a prominent member of science fiction fandom; and a sculptor, primarily in metal, who contributed to the art at the entrance to the Los Angeles Police Department headquarters.

Pseudonyms:
Victor W. II Appleton, William Arrow, Andrew Garth, John Ryder Hall, Cord Heller, Latham Hilliard, Linda Holland, Harmony Holt, Lothar Korda, Honey Malcom, Hord Markham, Clay McCord, Howard Scott Miles, Clint Randall, Beverly Sorenson, Beth Waring, Fletcher Westflag.

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Displaying 1 - 2 of 2 reviews
Profile Image for Michael.
1,617 reviews213 followers
January 29, 2013
Der literarische Tausendsassa Ben Rotsler, er hat sich unter anderem sowohl im Bereich des Kriegsromans wie der Science Fiction umgetan, und auch der Humor ist diesem großen Autor nicht fremd, Ben Rotsler also legt dem staunenden Leser mit „Vice Squad“ (1982) einen Thriller der Extraklasse vor, der nichts weniger unternimmt, als uns auf einen Rundgang durch 2000 Jahre europäischer Geistesgeschichte einzuladen.
Den Inhalt in kargen Worten zusammenzufassen greift zu kurz und hieße, diesem ambitioniertesten Roman Unrecht zu tun. Nur so viel sei verraten: Die Edelnutte „Prinzessin“ entschließt sich, nachdem eine Gewerbegenossin von ihr ums Leben gebracht wurde, die Seiten zu wechseln und die Polizei dabei zu unterstützen, den mordgierigen Zuhälter dingfest zu machen.
Wer dächte bei der Lektüre dieses große Sittengemälde aus den Straßen Hollywoods nicht an „Berlin Alexanderplatz“, aber lassen sie uns systematisch vorgehen.
Mit einem großartigen Wurf beginnt Rotsler in der Antike, indem er die Detectives des Vice Squad als griechischen Chor auftreten lässt, der in seinem Gesang nicht nur das Unheil kommen sieht, sondern auch vor den schicksalhaften Verstrickungen einer Nutte warnt, die ihren Lebenskreis zu verlassen trachtet. So lässt Rotsler den Leser ab der ersten Seite nicht im Unklaren darüber, dass ihn alles andere als ein gemütlicher Spaziergang über den Boulevard und den Sunset Strip erwartet.
Aber wie, fragt sich der Autor als nächstes, wie müssen wir uns das Leben einer Nutte oder eines Zuhälters vorstellen? Diese Frage beantwortet er ganz im Sinne des französischen Existentialismus, und die Namen Sartre und Camus springen uns von den Seiten fast entgegen. Nicht nur, dass wir uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen müssen, die Sache geht sehr viel tiefer: jeder Mensch hat seine Wahl zu treffen, und hat er dieses erst einmal getan, so wäre Reue nur der Beweis, dass er von seiner Freiheit keinen Gebrauch zu machen versteht. Diese Lektion lernt übrigens auch der jüngste der Detectives, und mit diesem Schachzug erinnert uns Rotsler auch an die enge Verbindung zwischen Verbrechen und Strafe (Foucault), oder, um Kafka zu paraphrasieren: Freut euch, ihr Kriminellen, die Polizei ist euch an die Seite gestellt.
Als brechtsches Lehrstück kommt dieser Thriller eher nicht daher, viel zu abgeklärt ist er, viel zu gewiß ist der Autor sich der Mechanismen, die den Menschen an seine Scholle binden, und ich denke, dass man hier den Humanismus Rotslers erkennen kann, den er sich schon in seiner Beschäftigung mit dem Genre des Kriegsromans aneignen konnte und musste. Ja, ist die Wahl erst einmal getroffen, dann kann man Cop sein, Nutte oder Zuhälter, aber man sollte nicht mit seinem Umfeld hadern und Anderes / Besseres wollen.
Der mordgierige Lude Ramrod aber ist es, den Rotsler uns als alternative Identifikationsfigur anbietet, und für dessen Streben, Untreue und Verrat zu ahnden, wir mit fortschreitender Handlung immer mehr Sympathie erwerben. Und dass Ramrod für den Schillerschen Freiheitshelden steht, wird am deutlichsten, als er sich im großen Finale auch der Waffengewalt der Detectives nicht beugt, sondern seinen einmal gewählten Weg unbeirrbar verfolgt. Schiller brachte dieses sinngemäß zum Ausdruck mit der Frage, wo der Mensch sei, den man zwingen könne, und sei es mit vorgehaltener Waffe.
Keine Figur ist Rotsler zu klein, um sie uns nicht mit Herzenswärme zum Zwecke des empathischen Lernens vorzustellen. Die vielen kleinen Nutten, aber auch die Streifenpolizisten und die B- und C-Zuhälter, sie alle werden uns lebhaft vor Augen bleiben, auch wenn die letzte Seite schon lange umgeklappt ist. Aber wahrhaft menschliche Größe führt er uns mit Detective Walsh, dem Leiter der Sondereinheit, und mit Ramrod vor Augen. Überraschend, dass Walsh im direkten Vergleich eher einfach gestrickt wirkt, während am Beispiel des Zuhälters die Bedeutung Freuds für das 20. Jahrhundert durchexerziert wird. Gestraft mit einer Mutter, die dem Vater nicht treu war, und die auch für den Sohn nur in Momenten der Züchtigung etwas zu empfinden verstand, fangen wir an, Ramrods Verlustängste, nachgerade seine Besessenheit zu verstehen, die Pferdchen im Stall zu halten und ihnen erforderlichenfalls deutlichst vor Augen zu führen, mit wem sie sich besser nicht im Streit einlassen sollten.
Und dann wird auf den letzten 20 Seiten dieses Wunder von einem Thriller noch einmal richtig spannend, wenn in einem furiosen Endspurt, der an das vorweggenommene Kino eines Tarantino denken lässt, alle Handlungsfäden eng verknüpft in eine mitreißende Verfolgungsjagd münden, die längst nicht jeder des uns liebgewordenen Personals überleben wird.
Der letzte Satz des Buches lautet: „Prinzessin ist wie ein Vampir, sie kommt nur nachts heraus.“ Ja, dieser Autor hat alles gewusst, alles vorweggenommen, und Twilight & co. können in ihrer Beschaulichkeit den Leser nicht mehr locken, der vorliegendes Werk genossen hat. Für den ambitionierten Leser ein klares Muss!
Profile Image for Armin.
1,215 reviews35 followers
January 13, 2013
William Rotsler dürfte seine Leserschaft vor allem durch die Bücher zu den Star-Trek-Filmen gefunden haben. In den Siebzigern hatte er schon einige eigene Science-Fiction-Romane veröffentlicht, die in Deutschland bei Heine erschienen sind.
Vice-Squad , der deutsche Titel ist ziemlich irre führend, ist ein ziemlich moralischer Ausflug ins Sittendezernat von Los Angeles in den späten Siebzigern, frühen Achzigern und auf jeden Fall absolut frei von jener Ironie, die ähnliche oder sogar blutigere Mordtouren bei Elmore Leonard (Rum Punch/Jackie Brown) erträglich macht. Den Spaß am Sex, den die Assoziation an Harold Robbins verheißt, gibt es auf keiner Seite, arhythmisch fickende Freier, die sich für ein Geschenk an die weibliche Hälfte der Menschheit halten, schon eher. In erster Linie geht es um die Jagd auf den psychopathischen Zuhälter Ramrod, der unter einem kindlichen Verlusttrauma leidet und die Fluchtversuche seiner Pferdchen deshalb zumeist derart persönlich nimmt, dass er gleich einen Snuffporno daraus machen muss. Die dreht er im eigens dafür eingerichteten Studio, zugleich die vorletzte Station im sich über 100 Seiten (knapp die Hälfte) hinziehenden Mix aus Showdown und Verfolgungsjagd.
Sein Gegenspieler bei der Polizei ist Sergeant Walsh, der die selbständige Prostituierte Prinzessin, deren flüchtige Freundin Ginger zuletzt von Ramrod gestellt und mit dem Drahtbügel zu Tode behandelt wurde, in die Rolle des Lockvogels treibt. Dank der Routine der Prinzessin schnappt die Falle zu, doch Ramrod kann schon während der Überführung aufs Revier den beiden dusseligen Cops Kowalski und Mendes entfliehen, die auch im weiteren Verlauf als komisches Element ziemlich viel Prügel einstecken müssen. Auf seinem Rachefeldzug zieht der superbrutale Bösewicht eine gewaltige Blutspur hinter sich her, während er der Spur der Prinzessin von Freier zu Freier folgt.
Das Sittengemälde der ersten Hälfte ist doch ziemlich schwarz-weiß gezeichnet, die Vorstellung der Sitte nimmt auch zu viel Zeit in Anspruch, das Klischee der liebenden Mutter, die sich Nacht für Nacht in einer Supernutte verwandelt, nervt auch ziemlich. Doch während der zweiten Hälfte zeigt Rotsler, dass er tatsächlich was drauf hat.
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