Hauptkommissar Karl Rünz gerät auf einer Brachfläche im Norden Darmstadts in einen Hinterhalt. Ein Unbekannter fällt einem Scharfschützen zum Opfer, und beinahe hätte es auch ihn erwischt.
Kaum aus dem Krankenhaus entlassen, steht Rünz vor zwei existenziellen Fragen: "Werde ich wirklich mit Nordic Walking anfangen?" und "Wer hat diesen dicken Italiener ermordet?" Und dann ist da noch dieses rätselhafte, verschlüsselte Signal, auf das er sich keinen Reim machen kann.
Rünz-Fälle sind anders. Ironisch, zynisch, politisch unkorrekt. Sie vereinen präzise wissenschaftliche Recherche mit Sprachwitz. "Binärcode" ist eine faszinierende Reise durch die Wissenschaftsstadt Darmstadt. Mit einem Reiseleiter, den man eigentlich nur lieben oder hassen kann.
I read this because it partly took place at my workplace. Not a big fan of Krimis, but the local color made it at least interesting to read through to the end.
Rünz wird durch einen Notruf zu einem verlassenen Industriegebiet gerufen. Ein Routineeinsatz, nur liegt der Anrufer mittlerweile schwerverletzt am Boden und Rünz gerät ins Visier eines Scharfschützen. Als auch eine französische Kollegin nichtsahnend in die Schusslinie gerät will Rünz ihn helfen und landet für längere Zeit im Krankenhaus. Die Kollegin ist tot und der Fall undurchsichtiger denn je. Wer zum Teufel bringt einen durchgeknallten, finanzschwachen Sternengucker um, der sich mit nichts anderem als grünen Marsmännchen und UFOs beschäftigt? Wo ist das Motiv? Rünz Ermittlungen sind schon wieder auf dem besten Wege die Grenzen der beruhigend übersichtlichen Heimatstadt zu sprengen. Warum konnte er nicht einfach einen ganz provinziellen Eifersuchtsmord auf dem Heinerfest abarbeiten? Und nicht nur das, dieser Fall führt bis zur ESA und der aufwändigsten Satellitenmission, welche die ESA je gestartet hat: Rosetta. Schon bald steht Rünz zwischen verschiedenen Geheimdiensten und staatlichen Organisationen, die ihm den Fall entziehen wollen, aber nicht mit Rünz. Er hat Blut gelegt und wird diesen Sesselpfurzern beweisen was in einem Darmstädter Kommissar steckt.
Der zynische Misanthrop Rünz ist wieder in Hochform. Diesmal attackieren er und sein Schwager Brecker den Firmenblog ihres Chefs Hoven mit Schachsinnsantworten und zeigen so auf ironische Weise, was viele Menschen von diversen Marketingstrategien wirklich halten. Mit Rünz Ehe geht es stetig den Bach runter, jetzt muss er mit seiner Frau zu einer Eheberatung und macht sich natürlich einen Spaß daraus diese wo es nur geht torpedieren.
Rünz zweiter Fall ist ein wunderbarer Wissenschaftskrimi, passend zur Wissenschaftsstadt Darmstadt. Man erfährt viel über Raumfahrt, die ESA, SETI und Astronomie und kann Rünz schon bald verstehen, wenn ihm der Kopf davon raucht. Ich fand das teilweise zu viel des Guten. Hinter all der Wissenschaft geht der Fall ein wenig verloren. Auch die Auflösung fand ich doch eher in Richtung Akte-X tendierend, aber dennoch unterhaltsam.
Auch in diesem Band gibt es wieder ganze Passagen auf Englisch. Für mich kein Problem, ich lese viele englische Bücher, wer jedoch kein Englisch kann fühlt sich bald wie Rünz, der mit seinem Mittelstufenenglisch auch nicht gerade brillieren kann. Eine mutige Entscheidung des Autors.
Ein Wissenschaftskrimi mit Lokalkolorit und einem besonderen Ermittler. Absolut empfehlenswert.