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Die andere Hälfte der Hoffnung

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Valentina wartet auf die Rückkehr ihrer Tochter aus Deutschland. Seit Monaten hat sie nichts mehr von ihr gehört. Sie scheint spurlos verschwunden – wie viele andere Studentinnen, die angeblich ein Stipendium in Deutschland erhalten haben. Valentina lebt dagegen in der verbotenen Zone von Tschernobyl, ihrer alten Heimat. Um dem trostlosen Warten und dem bitterkalten Winter zu trotzen und die Hoffnung nicht zu verlieren, beginnt Valentina ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben. In Deutschland versteckt währenddessen Martin Lessmann eine junge osteuropäische Frau vor ihren Verfolgern. Als sie sich kurz darauf die Pulsadern aufschneidet, rettet er sie ein zweites Mal – und erfährt Ungeheuerliches.

Zeitgeschichte packend aufbereitet - ein Roman der Spuren hinterlässt!
Die andere Häfte der Hoffnung - nominiert für den renommierten Friedrich-Glauser-Preis 2015!

Audio CD

First published September 1, 2014

10 people are currently reading
119 people want to read

About the author

Mechtild Borrmann

19 books48 followers
Mechtild Borrmann (born 1960 in Cologne) is a German author of crime novels. She now lives in Bielefeld.

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Community Reviews

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72 (31%)
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105 (45%)
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35 (15%)
2 stars
14 (6%)
1 star
5 (2%)
Displaying 1 - 23 of 23 reviews
Profile Image for Sonja Rosa Lisa ♡  .
5,108 reviews637 followers
October 14, 2022
Walentyna lebt in der verbotenen Zone von Tschernobyl. Hier schreibt sie für ihre Tochter Kateryna ihre Geschichte auf in der Hoffnung, dass Kateryna sie bald wird lesen können. Seit einigen Monaten schon hat Walentyna kein Lebenszeichen von ihrer Tochter bekommen. Kateryna ist für ein Auslandssemester nach Deutschland gereist, doch dort verlieren sich ihre Spuren. Was ist mir ihr geschehen? Auch von ihrer Freundin, die mit ihr zusammen nach Deutschland gefahren ist, fehlt jede Spur.
*
Mein Leseeindruck:
"Die andere Hälfte der Hoffnung" ist mein erstes Buch von Mechthild Borrmann, aber es wird sicherlich nicht das letzte sein. Mir hat der packende Schreibstil und diese tiefgreifende Erzählung so gut gefallen, dass ich nun unbedingt mehr von der Autorin lesen möchte.
Die Geschichte von Walentyna und ihrer Tochter ist mir sehr ans Herz gegangen. Alle Themen, die in diesem Buch angesprochen werden, sind tiefgreifend und berührend. Es geht hier u.a. um das Unglück von Tschernobyl im Jahr 1986. Ich finde es sehr gut, dass dieses Thema endlich einmal wieder aufgegriffen wird, denn es darf nicht in Vergessenheit geraten. Mich hat es sehr betroffen gemacht, diese Geschichte zu lesen, und gleichzeitig war ich total gefesselt und konnte das Buch bald nicht mehr aus der Hand legen.
Es gibt drei verschiedene Handlungsstränge, die alle miteinander zu tun haben und immer mehr miteinander verbunden werden, bis sich zum Schluss alles aufklärt. Es bleiben keine offenen Fragen zurück.
Zurück bleibt nur ein Gefühl der Beklemmung und gleichzeitig aber auch der Hoffnung. Dieses Buch macht definitiv nachdenklich. Ich habe das Buch heute beendet, aber ich bin mir sicher, dass es mich gedanklich noch sehr lange begleiten wird!
Wer einmal einen packenden, anspruchsvollen, tiefgreifenden und nachdenklich stimmenden Roman lesen möchte, der sollte unbedingt zu diesem Buch greifen!
Profile Image for jules.
74 reviews5 followers
March 5, 2024
Ehhmm excuse me??!! Was für ein Banger war das bitte????

ALLSSOOO HOLD ON normalerweise lese ich ja keine Kriminalromane (warum eigentlich nicht lol), aber ich hatte mich mit dem Lesestoff für den Heimaturlaub etwas verkalkuliert. Meine Mama ist ja größter Fan von ""historischen Krimis"" und sie hat das Buch auf einem Bücherflohmarkt ergattert, selbst aber noch gar nicht gelesen. Ich war komplett überrascht von der vielschichtigen Handlung, es gab insgesamt vier Erzählstränge, aber die Autorin hat es trotzdem so hinbekommen, dass man noch den Überblick hatte. Auch mit den ganzen ukrainischen Namen kam ich besser klar als erwartet (musste aber trotzdem jedes Mal bei Schtschukina fünf Mal lesen bis ich es auch in meinem Kopf richtig ausgesprochen habe). Des Weiteren habe ich mich (shame on me) noch nie wirklich mit der ganzen Tschernobyl Geschichte auseinandergesetzt und ich fand das Buch dazu echt gut recherchiert. In dem Sinne: Ich konnte es nicht weglegen und so ein historischer Krimi hat mir zur Abwechslung mal wieder echt gut getan. Will mehr davon!

Nur drei Stellen habe ich mir markiert:

"Ich rührte in meinem Tee, und nur der feine Klang, wenn der Löffel gegen das Glas stieß, durchbrach die beklemmende Stille." (S.132)

"Sie schiebt das Heft beiseite und betrachtet die Wäsche. Ein leichter Wind ist aufgekommen, und das Bettlaken wölbt sich wie ein Segel." (S.161)

"Mattes Restlicht fiel durch das Fenster, und während sie sich eng umschlungen liebkosten, verschwammen die Konturen ihrer Körper, war nur noch Haut auf Haut spürbar. Und dann löste sich, als sie ineinander versanken, auch diese Hautgrenze auf." (S.197)
Profile Image for DomiCzytaPL.
682 reviews
July 6, 2019
„Druga połowa nadziei” to książka o pozornej nadziei, o historii, która w bolesnym młynie wydarzeń, zatacza koło i zgniata bohaterów. Śledzimy tutaj kilka, równie przejmujących wątków:

1. starszej kobiety, która spisuje swoje życie dla córki, nie szczędząc dramatycznych szczegółów z okresu wybuchu reaktora w czarnobylskiej elektrowni atomowej,

2. ukraińskiego milicjanta, który natrafia na ślad handlu ludźmi i przymusowej prostytucji młodych dziewcząt,

3. niemieckiego gospodarza, do którego nagle trafia nieznajoma młoda kobieta, uciekająca przed prześladowcami,

4. młodej Ukrainki, sponiewieranej przez oprawców handlujących kobietami.

Przejmująca to była lektura, zwłaszcza dla takiej osoby jak ja, która dopiero co obejrzała serial „Czarnobyl”.

Bardzo polecam ten tytuł, będący niesamowicie udaną pod względem ładunku emocjonalnego i historycznego kombinacją kryminału oraz powieści obyczajowej z wątkami historycznymi.
Profile Image for Sophie.
2,636 reviews116 followers
February 6, 2017
What an excellent book.

On Tuesday I had the pleasure of meeting the editor of this book, and she was so obviously enthusiastic about it that it made me want to give it a try despite the subject - I was afraid a book about Tschernobyl might be too depressing for my current state of mind.

But while the fate of the characters in this book deeply touched me, and while not many good things happen in it, there is something about it that doesn't let it all end in despair, and I want to say that maybe is the true genius about the book. The conclusion, it seems, for me is "this is humanity".

The books that touch on what it is to be human are the ones that stay with you, and this is no exception. The observations regarding the title also really resonated with me.

There really isn't much to criticize here. There was nothing superfluous and nothing missing, the language was concise yet captivating and the writing on the historical background never felt like an info-dump. And most importantly, it was almost impossible to put down. Really one of the best books I‘ve read in a while.
Profile Image for Lorena.
101 reviews9 followers
July 10, 2025
Ich lese normalerweise keine Krimis, und war überrascht wie gut mir das Buch gefallen hat. Danke an die Mama meines Freundes, ohne sie hätte ich wahrscheinlich nie etwas von Mechthild Borrmann gelesen :)

Was mir sehr gut gefallen hat, dass sie historische Themen wie Menschenhandel, Korruption, und die Nachwirkungen von Tschernobyl thematisiert. Und diese Themen auch gründlich von ihr recherchiert wurden. Werde definitiv noch mehr von ihr lesen :)
Profile Image for Beedle.
116 reviews
April 10, 2022
Rated: ⭐️⭐️⭐️
Dieses Buch in der derzeitigen Situation zu lesen, war vielleicht nicht wirklich eine gute Idee.

Die Story ist solide und in sich schlüssig, wie es bei einem Krimi auch besser sein sollte. Ansonsten ist das Buch nich schlecht, aber auch nicht bahnbrechend.

Die Handlung ist auf jeden Fall nichts für schwaches Nerven. Zwischen Menschenhandel und Zwangsprostitution von ukrainischen Mädchen, die unter dem Versprechen eines Universitätsaustauschs nach Deutschland gelockt werden und den Ereignissen in der unmittelbaren Umgebung von Tschernobyl rund 20 Jahre vor der Haupthandlung ist das Buch an Tragik und Grausamkeit nicht zu übertreffen. Keine leichte Lektüre ist also meine finale Einschätzung.
Profile Image for gardienne_du_feu.
1,450 reviews12 followers
July 6, 2022
Seit dem Tod seiner Frau lebt Matthias Lessmann als etwas verschrobener Einzelgänger auf seinem Hof unweit der niederländisch-deutschen Grenze. Menschen sieht er am liebsten von weitem, doch als eine sichtlich verzweifelte junge Frau bei ihm auftaucht, kann er nicht anders, als ihr Unterschlupf zu gewähren.

In der Ukraine, nahe der Todeszone um Tschernobyl, vermisst Walentyna ihre Tochter, die zum Studieren nach Deutschland ziehen wollte. Es ist viel zu lange her, dass sie zuletzt von ihr gehört hat, und sie macht sich große Sorgen. Dabei hat Walentyna in ihrem Leben schon wahrlich genügend Verluste erlitten. Infolge der Reaktorkatastrophe musste sie nicht nur von ihrem Zuhause, sondern auch von geliebten Menschen Abschied nehmen und fürchtet umso mehr um das Wohlergehen des Mädchens.

Dass die beiden Handlungsstränge miteinander in Verbindung stehen müssen, war mir von Anfang an klar, doch worin genau diese besteht, hat mich tief erschüttert und bewegt (und dass die Ukraine derzeit erneut mit schrecklichen Nachrichten die Schlagzeilen beherrscht, hat das Ganze irgendwie noch trauriger gemacht). Ungeschminkt, aber gleichzeitig auch mit viel Fingerspitzengefühl widmet sich Mechthild Borrmann gleich mehreren schweren Themen: dem Super-GAU vom 26. April 1986, den Vertuschungsversuchen, den körperlichen und seelischen Spätfolgen - und auch dem großen Wunsch junger Menschen nach Freiheit und Wohlstand, den sich Schlepperbanden und Menschenhändler auf widerliche Weise zunutze machen.

Kein Wohlfühlbuch also, aber ein hochspannender Roman über brisante Themen, die auch heute noch, gut 10 Jahre nach Erscheinen des Buches, leider noch aktuell sind.
Profile Image for Henri-Charles Dahlem.
291 reviews12 followers
April 10, 2016
J’ai découvert Mechtild Bormann avec ce livre et ai vite compris pourquoi cette romancière a été couronnée pour ses précédents ouvrages par le Prix du meilleur roman policier allemand et le Grand Prix des Lectrices Elle 2015 dans la catégorie polars : elle sait indéniablement attraper son lecteur et le tenir en haleine avec une histoire formidablement bien ancrée dans le réel.
Cette fois, il s’agit de la catastrophe nucléaire de Tchernobyl et de ses conséquences, de la difficile situation géopolitique de l’Ukraine et des espoirs suscités par le changement de régime ainsi que des mafias et des filières de prostitution. Le fait que la plupart des situations évoquées ici soient totalement crédibles, voire authentiques, ne rend le récit que plus intéressant et plus effrayant.
Tout commence en Allemagne, avec l’errance d’une jeune fille court vêtue, alors que l’hiver s’est abattu sur le pays. Paniquée, elle cherche refuge dans l’exploitation agricole de Matthias Lessmann. Le vieil homme se rend vite compte que secourir cette inconnue ne lui apportera que des ennuis, mais son instinct est plus fort que sa raison. S’il se rend très vite compte que des tueurs sont au trousse de la jeune fille et qu’il va falloir se défendre, il ne peut éviter la tentative de suicide de la désespérée. Il se débarrasser de l’un des malfrats – ce qui le liera au destin de sa protégée – réussira à la sauver et à la cacher. À partir de là, Matthias va pouvoir essayer de reconstituer le parcours de Nadia (qui s’appelle en fait Olena). Avec une amie, elle était censée venir en Allemagne pour suivre un semestre à l’université. Mais au lieu de cela, elle s’est retrouvée sous le joug de souteneurs qui les retenaient dans une maison close avant leur transfert aux Pays-Bas.
Pendant ce temps, sa mère essaie d’avoir des nouvelles. Elle continue d’habiter la zone de contamination délimitée à la suite de l’accident nucléaire de Tchernobyl en 1986, lutte contre les taux élevés de radiation, le froid de l’hiver, le manque de moyens et les mensonges de l’administration.
Aussi, en attendant un signe venu d’Allemagne, décide-t-elle de coucher sur le papier la «vraie histoire», de témoigner de ce qui s’est vraiment passé et comment la population a littéralement été sacrifiée. Le lecteur va alors suivre en parallèle les deux récits qui finiront par se rejoindre pour l’épilogue.
D’un côté, Matthias Lessmann va essayer de retrouver Katerina, la compagne de Nadia en visitant les bordels de Nimègue. De l’autre côté Leonid, membre de la milice ukrainienne, mène sa propre enquête et découvre bien vite qu’il serait plus sage de ne pas poser trop de questions. Entre corruption et manque d’organisation, il va vite se retrouver seul et se rendre compte qu’une taupe œuvre au sein de la police. Mais sa soif de comprendre et la promesse qu’il a faite de retrouver les jeunes filles vont le pousser à continuer, quitte à agir sans l’aval de sa hiérarchie, jusqu’à se rendre en Allemagne avec une poignée d’euros.
Des personnages bien campés, autant du côté du bien que du mal, un scénario très travaillé, une construction audacieuse mais dans laquelle on ne se perd à aucun moment font de ce livre l’un des meilleurs polars de l’année. Une fois refermé, je suis persuadé que, comme moi, vous aurez envie de vous précipiter sur les deux autres livres de Mechtild Bormann déjà disponibles Rompre le silence et Le Violonniste.
http://urlz.fr/3nvF
185 reviews2 followers
August 14, 2022
Roman choisi par hasard, et le hasard a bien fait les choses. C'est un récit puissant sur l'Ukraine contemporaine qui est fait ici, qui résonne encore plus compte tenu de la guerre actuelle contre la Russie. Sans pathos, on suit l'histoire d'une famille qui a souffert sous le joug communiste, qui a vécu le drame terrible de Tchernobyl et qui subit aujourd'hui le fléau de la traite des blanches. A lire pour mieux comprendre l'histoire de cette région.
Profile Image for Mareva.
19 reviews
January 4, 2025
Une histoire bouleversante, au contexte historique passionnant, qui se déroule à la fois en Ukraine et en Allemagne.
Dès le 1er chapitre, cette lecture m’a emportée.

Matthias Lessmann est un homme âgé qui vit seul depuis la mort de sa femme dans leur ferme, en Allemagne. D’un point de vue affectif, il serait plus juste de dire qu’il survit. La présence d’une jeune femme qu’il recueille un dimanche de février 2010 va bouleverser son existence et sa solitude.

Valentina vit dans la zone d’exclusion de Tchernobyl avec pour toute compagnie sa chatte Kisa. *Les seuls habitants de cet endroit maudit sont ceux qui n’ont pas d’autre choix ou qui cherchent à se cacher.* Elle attend désespérément le retour de sa fille Katerina dont elle est sans nouvelles depuis plusieurs mois.
Pour tromper son attente elle consigne dans un cahier, à l’attention de Katerina, ses souvenirs avant et après la catastrophe nucléaire.

Leonid Kyjan est un jeune policier Ukrainien qui travaille à Kiev au sein du Groupe IV, une unité spéciale qui regroupe les recherches des personnes disparues et la lutte contre le crime organisé, autrefois deux services distincts dont les membres se livraient à une guerre d’influence farouche.

Les destins de Matthias, Valentina et Leonid vont évidemment être liés. S’il y a bien une intrigue policière, des zones d’ombre et des révélations concernant la vie des personnages, c’est le contexte historique qui m’a véritablement passionnée : la vie en Ukraine sous le régime soviétique, puis après la chute de l’URSS, les espoirs, la foi en une nouvelle Ukraine et les désillusions qui ont suivi mais aussi la vie à Tchernobyl avant et après la catastrophe, comment celle-ci a été gérée aussi bien du point de vue humain, matériel, ainsi que la communication autour de l’accident et comment celui-ci a été largement minimisé.

Les chapitres sont relativement courts, j’ai trouve le roman facile à lire sans que le style soit pauvre pour autant – j’ai bien aimé la plume de l’auteure - l’histoire poignante et sans concession mais racontée sans misérabilisme.
L’envers de l’espoir a donc été pour moi une lecture passionnante doublée de la découverte d’une auteure allemande dont je compte lire les autres romans.
413 reviews2 followers
October 18, 2020

I was drawn into the story and the lives of the characters from the start. It‘s a difficult topic to read about and I got emotional once or twice. It‘s hard because you know only too well that human trafficking and forced prostitution are still a very real issue.
I don‘t think I’ve read any book by this author that I didn‘t think was excellent. Ms Bormann is such an accomplished writer and certainly one of my favourite German authors. I hope this great book will be translated into English so I can recommend it to my English-speaking friends.
Profile Image for Devona.
74 reviews2 followers
May 19, 2016
Ich bin immer wieder fasziniert von Mechtild Borrmanns ruhiger Schreibweise, die völlig ohne Effekthascherei auskommt und es trotzdem vermag, im Leser vielfältige Emotionen zu wecken. “Die andere Hälfte der Hoffnung” unterscheidet sich dahingehend von Meilensteinen wie “Wer das Schweigen bricht” und “Der Geiger” nicht und hat mich ebenso wie diese beiden Bücher wieder einmal restlos von Mechtild Borrmanns Können überzeugt.

In zwei zunächst parallel laufenden Erzählsträngen schildert die Autorin zum einen Walentynas Lebensgeschichte, beginnend in der Kindheit, später geprägt vom Reaktorunfall in Tschernobyl. Zum Anderen verfolgt der Leser die Ereignisse um Matthias Lessmann in Deutschland, der in einem Dorf nah an der holländischen Grenze lebt und mitten im Winter -als ein fast unbekleidetes Mädchen auf seinem Hof auftaucht und offensichtlich vor Jemandem auf der Flucht ist- in sich förmlich überschlagende Ereignisse gerät, die sein beschauliches Dorfidyll jäh auf den Kopf stellen. Verbunden werden diese beiden Erzählstränge nach und nach durch Leonid Kyjan, der als Leutnant einer ukrainischen Sondergruppe der Kripo in den Fällen spurlos verschwundener ukrainischer Studentinnen ermittelt, die offensichtlich mit falschen Versprechungen über ein Praktikum nach Deutschland gelockt worden sind.

Walentyna wartet auf ihre Tochter Katharyna und beginnt -getrieben von dunklen Vorahnungen und um die Zeit des Wartens schneller vergehen zu lassen- ihre traurige Lebensgeschichte für ihre Tochter aufzuschreiben. Aufgewachsen als intelligentes, linientreues Kind des Sozialismus ist es Walentynas größter Wunsch, Ärztin zu werden, dafür arbeitet sie zielstrebig an den erforderlichen schulischen Leistungen und betätigt sich darüber hinaus engagiert an allen obligatorischen gesellschaftlichen Veranstaltungen in Pionierorganisation und Komsomol. Trotz ihres untadeligen, ja sogar vorbildlichen Auftretens wird ihr dieser Wunsch von offizieller Seite verwehrt, darüber hinaus wird sie ohne weitere Begründung aus dem Komsomol ausgeschlossen und sieht sich eine Zeit lang auch einer distanzierten dörflichen Gemeinschaft gegenüber. Das Mädchen ist am Boden zerstört und kann dem hinter vorgehaltener Hand verbreiteten Klatsch nur entnehmen, dass die Entscheidung über ihre berufliche Zukunft irgendetwas mit ihrer Mutter zu tun haben muss, die während des Zweiten Weltkrieges Zwangsarbeiterin in Deutschland war. Ihre Eltern schweigen hilflos und betroffen zu den wütenden Anschuldigungen von Walentyna, die sich letztendlich für den Beruf der Krankenschwester entscheidet und ihrer großen Liebe Hlib in das Gebiet um das Kernkraftwerk Tschernobyl folgt. Hlib arbeitet direkt im Kraftwerk. Im Fokus der Beschreibungen von Mechtild Borrmann steht weniger die direkte Reaktor-Katastrophe von 1986, sondern vielmehr die Auswirkungen und Folgen dieser Ereignisse auf die Menschen -speziell Walentyna und ihre Familie- rund um den Reaktor, die völlig unvorbereitet quasi nicht vorhandenem Katastrophenschutz, gezielter Desinformation und krimineller Vertuschung durch Regierungsseite hilflos ausgeliefert sind und denen nach der mehr als chaotischen Evakuierung nur noch Hilflosigkeit und eine vollkommen zerstörte Existenz am Rand des Identitätsverlustes bleibt. Diese Beschreibungen der Autorin aus der Sicht einer Betroffenen wie Walentyna machen sehr betroffen.

Betroffen machen auch die mehr 20 Jahre später laufenden Ermittlungen von Leonid Kyjan, der sich im Fall um die verschwundenen Studentinnen verbissen -und nicht wie einstmals nach dem Zerfall der SU engagiert und in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft für die Ukraine- gegen marode gesellschaftliche und moralische Strukturen im Staatsdienst der Kripo zur Wehr setzt und sich dabei in einem Netz aus Korruption, Vetternwirtschaft, Geldgier und Gewissenlosigkeit verfängt, aus dem es kaum ein Entkommen gibt und das internationale Dimensionen hat. Der Leser muss sich konzentrieren, um Leos Weg durch die Wirrnisse in der Ukraine schließlich bis nach Deutschland zu folgen. Beurlaubt und auf eigene Faust ermittelnd, landet er hier aufgrund eines lancierten Tipps der eigenen Behörde als Verdächtiger in U-Haft.

Mechtild Borrmann versteht es glänzend, die Auswirkungen politischer Ereignisse -damals und heute- glaubhaft mit dem Schicksal ihrer Protagonisten zu verknüpfen. Anders als in vielen anderen Büchern gibt es in “Die andere Häfte der Hoffnung” keine Zufälle, die über das Wohl und Wehe der Hauptpersonen entscheiden und die Geschichte schlussendlich zu einem guten Ende bringen. Es gibt Zufälle, aber sie entscheiden nichts, sie runden nur traurig das Bild der Ereignisse ab, für Walentyna und für Matthias Lessmann. Zufälle, verbunden mit der Vergangenheit von Walentynas längt verstorbener Mutter, die in und an der Gegenwart nichts mehr ändern, gerade deshalb aber besonders realistisch wirken. So wie auch das Ende der Geschichte. Mechtild Borrmann führt die Erzählstränge zusammen und verabschiedet den Leser mit einem kurzen, knappen Epilog und den auf den Punkt gebrachten, zusammen gefassten Fakten und ein paar zwangsläufigen Folgen als Aufzählung.

Fazit: Berührende Menschenschicksale, verknüpft mit alten und neuen politischen Konstellationen in der Ukraine, ein paar Krimianteile und der einzigartige, ruhige Schreibstil der Autorin machen auch “Die andere Hälfte der Hoffnung” wieder zu einem lesens- und empfehlenswerten Buch von Mechtild Borrmann.

www.buchimpressionen.de
84 reviews
August 28, 2022
Spannende und bedrückende Geschichte über Menschenhandel, Korruption und die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Drei miteinander verwobene parallele Erzählstränge die jeweils die Neugier des Lesenden wecken
Profile Image for PaulaB.
15 reviews1 follower
September 4, 2022
J'ai eu beaucoup de mal à terminer ce livre. C'est assez bien écrit mais l'histoire est incroyablement déprimante, glauque et surtout prévisible. L'alternance des récits pousse un peu à la confusion.
Profile Image for Apolline.
224 reviews
August 23, 2024
C'était pas trop mal mais c'était très prévisible... Ma seule erreur a été de confondre les deux pseudonymes.
Profile Image for Sibylle Seys smets.
1,339 reviews21 followers
April 1, 2019
Froid et désincarné, on ne s attaché à rien ni personne malgré la durete des faits relatés
Profile Image for Nanni Epp.
225 reviews8 followers
April 26, 2016
Als auf dem Hof von Matthias Lessmann das Mädchen auftaucht, weiß er nicht, was er tun soll. Gesellschaft hatte er seit dem Tod seiner Frau nicht mehr. Die Männer, die nach ihr fragen, sehen bedrohlich aus. Es ist eine Kurzschlussreaktion, die ihn dazu veranlasst, das frierende Mädchen, das aussieht, als habe es schon länger nichts mehr zu essen bekommen, in seinem Wohnhaus zu verstecken. Er ahnt, dass sie in Not ist, dass die Männer ihr nichts Gutes wollen. Was er nicht ahnt – sie ist Opfer eines Menschenhändlerringes, der junge Osteuropäerinnen zur Prostitution zwingt.

Zeitgleich sehnt sich in der Ukraine Walentyna nach der Rückkehr ihrer Tochter, die nach Deutschland gegangen ist, um dort Geld zu verdienen. Seitdem hat Walentyna nichts mehr von ihr gehört. Die Wartezeit ist für sie unerträglich, denn sie merkt, dass etwas in ihrem Körper wächst, dass sie von innen heraus zerfressen wird. Nachwirkungen der großen Katastrophe. Damals, als in Tschernobyl der Reaktor explodierte und sie nur wenige Kilometer entfernt lebte.

Mechtild Borrmann war mir bisher namentlich ein Begriff, eins ihrer Bücher hatte ich aber noch nicht gelesen. Auf Empfehlung einer Bloggerkollegin, die mir erklärte, dass Borrmann die Autorin sei, die sie aus einem Lesetief holen könne, griff ich zu „Die andere Hälfte der Hoffnung“, dessen Inhalt mich schon nach Lesen des Klappentextes angesprochen hat. Trotz der Empfehlung war ich überrascht, welchen Sog der Roman, der als Kriminalliteratur deklariert wird, auf mich ausüben konnte. Es fiel mir schwer ihn aus der Hand zu legen, weil ich so gefesselt war von der Schreibe der Autorin und der Geschichte und doch musste ich immer wieder pausieren, denn der Inhalt ist von bedrückender Schwere.

Mit feiner Feder zeichnet sie Lessmanns Gefühle und Walentynas Geschichte, die schon vor ihrer Geburt dramatisch verlief. Ihre Mutter war Opfer des zweiten Weltkriegs, verschleppt von Soldaten, nach ihrer Heimkehr verachtet, als eine, die mit dem Feind kooperiert. Von dem, was sie damals erlebte, spricht sie nicht. Doch der Ausdruck ihres Gesichtes, wenn das Thema auf den Tisch kommt, spricht Bände. Umso dramatischer, dass sich solche Erlebnisse Generationen übergreifend wiederholen. In anderer Form, aber mindestens genauso schrecklich, wenn nicht noch schlimmer.

Jede Figur des Romans wurde mit Präzision herausgearbeitet. Wurde mit psychischen Strukturen versehen, die handeln und denken der Charaktere näher bringen und nachvollziehbar machen, und auch dafür sorgen, dass diese tief unter die Haut gehen. Nicht nur einmal hatte ich einen dicken Kloß im Hals, musste schluckend das Buch zur Seite legen, tief durchatmen, um dann weiterzulesen, damit ich endlich mehr erfahre. Mehr über die verschleppten Mädchen, mit denen ich bis zuletzt gebangt habe, und mehr über Walentyna, die trotz all der Hoffnungslosigkeit und Dramatik in ihrem Leben die Hoffnung nicht aufgibt.

Es ist nicht nur die faszinierend eindringliche Schreibe der Autorin, die dafür sorgt, dass der Roman so bedrückend ist, sondern auch der Bezug zur Realität. Menschenhandel wird nach wie vor praktiziert, seit der Flüchtlingsschwemme vielleicht sogar noch mehr. Außerdem das Reaktorunglück, das nachhaltig Opfer fordert und eigentlich schon viel zu sehr in Vergessenheit geraten ist.

„Die andere Hälfte der Hoffnung“ war mein erster, aber nicht letzter Roman der Autorin Mechtild Borrmann. Sie hat mich nicht nur mit ihrer feinen Sprache und gut recherchierten Geschichte beeindruckt, sondern vor allem damit, dass sie mich tief drinnen sehr berührt hat.
Profile Image for Jodi.
2,282 reviews43 followers
June 8, 2017
Inhalt:

Walentyna lebt in der verbotenen Zone Tschernobyls, dort, wo auch jetzt noch alles verseucht ist. Sie wartet auf die Rückkehr ihrer Tochter, die nach Deutschland gegangen und dort verschwunden ist. Dabei beginnt sie, ihre eigene Geschichte aufzuschreiben. Das Leben in der Ukraine, das Reaktorunglück, die Jahre danach...

Unterdessen versteckt Lessmann auf seinem Hof ein fremdes Mädchen, das auf der Suche nach ihrer Freundin ist. Auch Leonid ist auf der Suche nach einem Mädchen und riskiert dabei so einiges.

Meine Meinung:

"Die andere Hälfte der Hoffnung" ist das dritte Buch, das ich von Mechtild Borrmann lese und ebenso wie die Vorgänger bin ich auch von dieser Geschichte restlos begeistert. Borrmann hat ein feines Gespür für Figuren und ihre Erlebnisse, Borrmann kann erzählen, sodass man alles andere vergisst und man vollkommen in die Geschehnisse des Buches eintauchen kann.

Seit ich als Kind für die Schule das Buch "Die Wolke" gelesen habe, hat mich das Thema Tschernobyl und Atomkraft nicht mehr losgelassen. Deshalb war ich umso gespannter, wie Borrmann damit umgehen wird. Denn auch nach der Katarstrophe in Fukushima wird noch immer auf AKWs gesetzt, die Gefahren, die davon ausgehen, zu sehr ausgeblendet.

Genau dafür braucht es Bücher wie "Die andere Hälfte der Hoffnung", die uns wieder vor Augen führen, womit wir es eigentlich zu tun haben. Die Autorin schafft es, Bilder in uns entstehen zu lassen, die uns nicht mehr loslassen. Die uns erschaudern lassen. Die uns fragen lassen, ob das wirklich hätte sein müssen.

Gekonnt webt Borrmann noch eine andere harte Problematik mit ein: Menschenhandel, Prostitution. Dinge, die vor unseren Augen geschehen und die dennoch keiner sieht.

Dennoch wirkt das Buch nicht überladen. Ein Wohlfühlbuch ist es nicht, nein, das muss es aber auch nicht sein. Die drei Stränge von Walentyna, Lessmann und Leonid verbinden sich zu einem grossen Bild und ergänzen sich wunderbar. Es kommt nicht zu Widersprüchlichkeiten und schlussendlich erfahren wir alles, das es zu erfahren gibt.

Fazit:

"Die andere Hälfte der Hoffnung" ist ein starkes, aussagekräftiges Buch, das einen so schnell nicht mehr loslässt. Flüssig und eindrücklich geschrieben zeigt es, dass Mechtild Borrmann eine talentierte Autorin ist, die ihr Handwerk versteht.

Dieses Buch ging mehr sehr nahe. So nahe, wie schon lange keines mehr. Obwohl es nicht zu dick ist und klar und einfach geschrieben, konnte ich immer nur ein paar Seiten pro Tag lesen. Mehr ging nicht. Die Figuren sind so real dargestellt, dass man ihnen so nahe ist, dass man ihr Leid förmlich spüren kann.

Trotzdem schafft es Borrmann, nicht ins Theatralische oder Dramatische abzudriften. Ganz grosse Klasse!
Profile Image for Cleym.
530 reviews21 followers
February 22, 2017
Valentina vit dans la zone interdite de Tchernobyl. Elle attend désespérément le retour de sa fille Katerina. Cette dernière est partie en Allemagne avec sa meilleure amie Olena.

En commençant par cette citation "L'espoir est la seconde âme des malheureux." de Johann Wolfgang von Goethe, Mechtild Borrmann retrace l'histoire de Valentina et de sa fille en alternance pour arriver jusqu'à la conclusion de leurs histoires.

Un roman noir très fort.
Profile Image for Viktoriia Lastovets.
106 reviews43 followers
May 23, 2017
Книга основана на исторических событиях (1985-2010).
26 апреля 1986 года на 4-м энергоблоке Чернобыльской АЭС произошёл взрыв, который полностью разрушил реактор.
В книге описаны последствия аварии, информирование и эвакуация населения, влияние аварии на здоровье людей и др.
Все это вплетено в достаточно интересный детектив - расследование о трафике людей (девушек) из Украины в Германию в 2010 году.

На русский язык пока не переведена.
Profile Image for Perrine Zebaume.
28 reviews1 follower
July 30, 2021
Ce roman se déroule sur plusieurs époque en ex URSS, puis à Tchernobyl avant pendant et après la catastrophe, avec un personnage central, une mère à la recherche de sa fille disparue. Une histoire très forte.
Displaying 1 - 23 of 23 reviews

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