Warum werden die Österreicher beneidet, aber nicht ernst genommen? Warum haben sie Angst vor Autoritäten, aber keinerlei Respekt vor Intellektuellen? Und warum sind sie immer nur zufrieden, solange es den Nachbarn schlechter geht? Der Exil-Österreicher Walter Lendl rechnet gnadenlos ab mit seinen Landsleuten - mit Schisport und Austropop, mit Wiener Schnitzel und böhmischen Knödeln, mit Größenwahn und Bürokratie.
Dieses Buch bestätigt alles und auch mehr, was man von Österreichern/innen weißt, auf eine klare und auch manchmal lustige Weise. Man lernt viel über dem bescheidenen aber auch passiv-aggressiven Alpenvolk, die man vorher nur ahnte und nicht wirklich wahrnehmen könnte, aufgrund derer Überhöflichkeit und Fröhlichkeit. Obwohl das Buch mehr ins Schwarze reingeht, sagt es meistens die reine Wahrheit, aber klar wird alles verallgemeinert. Und da ich mit einem Österreicher zusammen bin, und viele andere kenne, sehe ich wie er in dieser Verallgemeinerung reinpasst, und es ist doch ziemlich erstaulich.
Kurz gesagt - die Deutschen machen alles besser. Dieses Buch solte humoristisch sein, ist aber (bestenfalls) albern. Ich habe das Gefühl dass Lendl sauer auf Österreich ist und dass das Buch eine Art Therapie spielt. Spricht der Autor vielleicht über sich selbst, wenn er schreibt, Ich zitiere: „Viele Künstler und Wissenschaftler, die weltberühmt und erfolgreich geworden sind, stammen aus dem Land an der Donau – die meisten voh ihnen sind niemals zurückgekehrt.“ ? (Der lebt jetzt in ahem Berlin.) Ich kann nicht glauben dass ich dieses Buch in Graz gekauft hab.
Eine großartige Abrechnung mit Österreich. Eine Tirade gegen alles was an Österreich aufregt: Provinzialität, Kleinbürgertum, Intellektuellenfeindlichkeit, etc. Eine flott geschriebene Suada eines Österreichers in Deutschland, bei dem man irgendwie das Gefühl nicht los wird, dass ihm Österreich eigentlich nur fehlt. Danke nochmal an http://twitter.com/the_maki für dieses Buch!