Demokratie gegen Demokratie – illiberale gegen liberale, direkte gegen repräsentative Demokratie, vielleicht sogar »the people vs. democracy«? Es scheint, die Demokratie war noch nie so unumstritten wie heute, während zugleich noch nie so umstritten war, was aus ihr folgt. Jeder tritt in ihrem Namen an und beschuldigt den Gegner, ein Gegner der Demokratie zu sein.Der Demokratie droht heute nur noch Gefahr von ihr selbst. Unsere Lage, so die These Philip Manows, ist von der gleichzeitigen Demokratisierung und Ent-Demokratisierung der Demokratie Es ist die drastische Ausweitung von Partizipationschancen, die im Zentrum der Krise politischer Repräsentation steht. Diese Krise aber transformiert den Streit in der Demokratie zu einem Streit über die Demokratie – der ist jedoch demokratisch nicht zu führen.
Faire Warnung: die Lektüre braucht ein relativ solides politologisches Grundvokabular.
Eine faszinierende Abhandlung der Kräfte, die zu einer Demokratisierung und gleichzeitigen Entdemokratisierung der Demokratie beitragen. Die Anerkennung, dass dieser Gegensatz vielleicht unauflösbarer Natur ist, aber gleichzeitig eine Notwendigkeit dessen, was wir als Demokratie verstehen ist neben den vielfachen Befunden des Niedergangs ebendieser Demokratie, die dann doch jedes Jahr aufs neue durch die Literatur schwappen, sehr erfrischend.
Worauf man sich einstellen muss: Im ersten Teil eine Abhandlung der politisch theoretischen Grundlage dieser Diskussion. Im zweiten Teil eine Darstellung der politischen Praxis anhand der Beispiele Trump, Johnson und Macron
Die Diskussion um eine eventuelle (Ent-)Demokratisierung wird in beiden Teilen dementsprechend eingebaut. Die Teile nach Theorie und Praxis aufzuteilen macht dementsprechend mehr Sinn, da in beiden Teilen sowohl die Demokratisierung als auch die Defizite behandelt werden.
Es empfiehlt sich allerdings tatsächlich das Werk von Anfang an zu lesen, da die Inhalte aufeinander aufbauen.