Als Clarissa wegen ihrer kranken Mutter häufig zur Oma muss, wird das Leben der Dreijährigen zur Hölle. Im Schlafzimmer der Großeltern passieren furchtbare Dinge. Vor laufender Kamera und im Beisein weiterer Männer wird Clarissa missbraucht. Weil der Opa behauptet, ihr einen Sender in den Rücken operiert zu haben, vertraut sie sich keinem an. Als sie sich wehrt, schlägt er ihren Kopf auf eine Stuhllehne, bricht ihr die Nase. Zehn Jahre geht das so. Dann hat Clarissa die Chance, sich zu befreien.
Dieses Buch habe ich von der lieben Clarissa Vogel und von Bastei Lübbe als Rezensionsexemplar erhalten. An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal recht herzlich bei euch bedanken.
Zu Beginn möchte ich euch sagen, dass dieses Buch nichts für Zartbesaitete ist. Oder für diejenigen, die bereits ähnliches wie die Autorin Clarissa Vogel erlebt haben. Nichts destotrotz sollte es gelesen werden, denn es öffnet einem wirklich die Augen.
Ich lese sehr gerne Erfahrungsbücher, auch wenn es alles andere als eine leichte Kost ist. Und doch brauchen genau solche Bücher viel mehr Aufmerksamkeit. Sie zeigen einem auf, dass nichts so ist wie es scheint.
Der Schreibstil von Clarissa ist sehr angenehm und flüssig. Sie beschreibt alles sehr detailliert was mir immer wieder sehr bewusst wurde. Ihr Stil hat mir einen richtigen Schauer über den Rücken gejagt. Ich kann es immer noch nicht verstehen wie man so etwas einem Kind antun kann. Unverständlich finde ich auch, dass man ein Kind so unterdrückt und ihm Sachen eingetrichtert werden, wo es nicht unterscheiden kann was falsch und was richtig ist.
Clarissa beschreibt in diesem Buch ihren Weg vom misshandelten Kind bis zur erwachsenen Frau und was sie alles in den vielen Jahren erlebt hat, und wie sie mit ihrer Vergangenheit umgegangen ist bzw. noch immer umgeht. Diese Reise hat sie wirklich grandios beschrieben, auch die ganzen Therapieansätze wurden sehr verständlich geschrieben und ich hatte zu keiner Zeit das Problem nichts zu verstehen. Ich bewundere Clarissa sehr für ihre starke Persönlichkeit und wie sie immer wieder aufs neue aufsteht und weitermacht, und nebenher auch noch anderen Menschen, die das gleiche durchlitten wie sie, hilft.
Fazit: Ein sehr bewegendes Buch, welches beim Lesen sehr viele Emotionen in einem ausgelöst hat! Von Wut und Trauer bis hin zur Bewunderung. Und trotz der Heftigkeit kann ich das Buch empfehlen, denn es ist einfach nur heftig und man muss, mit genau solchen Geschichten an die Öffentlichkeit gehen. Danke Clarissa, dass du deine Geschichte mit so vielen Menschen teilst. Genau das ist so wichtig.
Wie viel kann ein Mensch, ein Kind (!!), aushalten? Ich weiß nur eins: Ich bin Clarissa dankbar, dass Sie Ihre Erlebnisse durch Ihr Buch teilt und so ausführlich schildert. Sie beschreibt u.a. jahrelangen sexuellen Missbrauch und Folter in frühester Kindheit im eigenen familiären Umfeld und ihren langen Weg der Heilung. Der Schmerz, die Wut und Trauer beim Lesen wird mich noch einige Zeit begleiten.
Doch egal wie weh es tut diese Schilderungen zu lesen, nichts ist grausamer als sie selbst zu erleben. Wir sind es den Betroffenen schuldig hinzuschauen. Wir müssen in unseren Köpfen verinnerlichen, dass auch der nette, hilfsbereite Opa/Vater/Onkel/Bruder zu den grausamsten Taten fähig sein kann und Mitwissende Täter auch noch decken.
Fast keiner kann sich vorstellen, dass Kinder im eigenen Umfeld sexuell missbraucht werden und doch gibt es statistisch gesehen in jeder Grundschulklasse 1-2 Kinder. Es ist gefährlich anzunehmen, dass Kinder zuhause immer am sichersten sind.
Ich habe dieses Buch fast in einem Tag gelesen – und doch wirkt es noch lange nach. Die Nacht danach war unruhig, denn das Gelesene lässt einen nicht los. Es ist kaum vorstellbar, was Clarissa als Kind erlebt hat – und doch ist es bittere Realität.
Man ahnt schon zu Beginn, worauf man sich einlässt, denn Spoiler braucht es bei solchen Erfahrungsberichten nicht. Das Unfassbare nimmt mit jeder Seite mehr Gestalt an. Der Täter aus dem engsten Familienkreis und seine Freunde. Eine Mutter mit einem unguten Gefühl, ein Kind, das aus Angst schweigt, und eine Großmutter, die lieber wegsieht – oder noch schlimmer: verharmlost.
Und dennoch ist es gut, dass Clarissa diesen Weg gegangen ist. Dieses Buch ist ein wichtiger Beitrag gegen das Schweigen. Der Mut, mit dem Clarissa diese Geschichte aufschreibt, verdient höchsten Respekt.
Ein sehr heftiges Buch. Es ist super informativ und so wichtig für Aufklärung. Ich kann es nur weiterempfehlen! (Aber Achtung, ist nichts für schwache Nerven)