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Der Klosterjager

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Im Mittelpunkt steht der dem Kirchenfürsten Heinrich von Inzing dienende Jäger Haymo, den der vermeintliche Bruder seiner Geliebten Gittli beim Wildern mit einem Messer verletzt. Es stellt sich heraus, dass der Täter, Wolfrat Polzer, Gittli im Kindesalter als Kriegsknecht aus einer gebrandschatzten Burg gerettet hat... Ludwig Ganghofer (1855-1920) war ein deutscher Schriftsteller, der durch seine Heimatromane bekannt geworden ist. Viele Werke Ganghofers greifen Geschehnisse aus der Geschichte des Berchtesgadener Landes auf, wo er sich regelmäßig aufhielt. Besonders die historischen Romane über die Chronik Berchtesgadens enthalten durchaus auch Hinweise auf soziale Konfliktsituationen der wilhelminischen Zeit. Aus dem "Der Pfad wurde steiler und der Knecht mußte das Saumpferd fest in die Hand nehmen. Nur langsam ging der Abstieg vonstatten. Einmal blieb Herr Heinrich lauschend stehen. Er schüttelte den Kopf und ging wieder weiter. Doch nein, er hatte sich nicht getäuscht. Nun klang es wie eilende Schritte weit hinter ihm. Ein zufriedenes Lächeln umspielte die Lippen des Propstes. Er setzte sich auf einen gestürzten Baum und wartete."

335 pages, Hardcover

First published January 1, 1892

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Ludwig Ganghofer

228 books4 followers

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Displaying 1 - 3 of 3 reviews
Profile Image for Helmut.
1,056 reviews67 followers
August 3, 2016
Warum? Warum? Du alte, ewig menschliche Frage!
Manche Literatur entdeckt man erst durch einen Epigonen. Eine moderne Bearbeitung oder Aufnahme klärt hin und wieder den Blick und zeigt, dass manche Texte heute zu unrecht nur noch wenig rezipiert werden. Mir ging das nun mit Ludwig Ganghofer so.
Mit heißen Augen blickte er über die Berge, weit, weit in die verschleierte Ferne, wo zwischen Göhl und Untersberg das finstere Tal gegen das ebene Land hinauskroch wie eine riesige, schwarze Schlange.

Ein ähnliches Finsteres Tal war für mich der moderne Anknüpfungspunkt - Thomas Willmann hat mit seinem wunderbaren Buch auch eine beeindruckende Homage an Ganghofer geschrieben, dessen Einfluss auf Willmann unübersehbar ist, wenn man beide mal gelesen hat.

Ganz wunderbar eignet sich dieser Roman aber auch als Gegenlektüre zu Umberto Ecos Der Name der Rose - beide spielen in etwa zur gleichen Zeit, Anfang des 14. Jahrhunderts, und referenzieren im Hintergrund die politische Lage zwischen der Kurie in Avignon und Ludwig dem Bayern. Während Ecos Buch sich aber auf die geistige Elite und deren ätherische, philosophische Probleme konzentriert, sind Ganghofers Protagonisten die Menschen des niederen Volks, die täglich gegen Hunger, Ausbeutung, Krankheit und Tod zu kämpfen haben. Ganghofer beschreibt das Milieu, ihn interessieren die Abgründe der Seele der einfachen Leute, und diese Beschreibung ist stellenweise extrem intensiv.

"Glück?" murrte das Mädel. "Das Glück, das die Herrenleut für unsereins übrig haben, das geb ich keiner Kuh zu fressen."

Das erste Drittel hat mir fast den Atem geraubt in seiner Dichte. Doch wäre es ein sehr deprimierendes und düsteres Werk geworden, wäre es auch so weitergegangen: Schnell hellt sich die Atmosphäre auf, und gegen Ende wird dem Leser klar, warum Ganghofer als "Heile-Welt"-Schriftsteller gesehen wird. Ein bisschen ein zu guter Mensch beispielsweise ist Propst Heinrich von Inzing, als dass er real wirken könnte, ein königlich-bayrischer Jesus. Die gesamte im ersten Drittel aufgebaute düstere Stimmung schmilzt dahin wie ein Bonbon in der Sonne und hinterlässt dabei einen klebrig-süßen Brei, der zumindest mir etwas Bauchgrimmen macht in seiner Moralisierung und einfachen Festsetzung der Belohnung und Strafe für Verhalten.

"Schau, noch keiner hat, wo er Böses gesät, eine volle Ähre geschnitten."

Doch trotzdem: Insgesamt gesehen überrascht mich der Roman mit einer sehr lesenswerten Sprache, einer Mischung aus bayrischem Dialekt und Hochdeutsch, und zwar nicht nur in der direkten Rede in Dialogen, und einer sehr glaubwürdigen und ehrlichen Portraitierung der Gewissenskonflikte dieser einfachen Menschen.

"Glaub mir, Haymo, dem Teufel laufen die Seelen so scharenweis zu, dass er gemütlich warten kann, bis sie kommen. Der braucht sich nit zu raufen um das, was sein ist."

Die Kindle-Edition wartet mit den für urheberrechtsfreien Werken leider üblichen häufigen Satzfehlern auf, die allerdings, da viele regionale Dialektwörter benutzt werden, manchmal unerkannt bleiben.
Profile Image for Kerstin.
374 reviews
September 6, 2016
Der Klosterjäger ist ein historischer Bergroman so richtig zum reintauchen. Die mittelalterliche Welt im Schatten eines Klosters wird von Ludwig Ganghofer anschaulich gemacht durch die Ereignisse die sich um den Klosterjäger Haymo und dem Mädchen Gittli spielen, deren Herkunft mehr Geheimnisse birgt als sie es sich selbst bewußt ist. Der Propst des Klosters, Heinrich von Inzing, ist für mich die gelungenste Gestalt dieses Romans. Mit Geschick und Feinfühligkeit übt er sein Amt aus. Er überläßt seine Untertanen auch bei großem persönichen Versagen oder in Not geratene nicht sich selber, sondern läßt sie über sich selbt hinauswachsen oder er ergreift notwendige Maßnamen, die über die Möglichkeiten dieser Menschen hinauswächst. Er läßt ihnen ihre Würde als Menschen in wahrer christlicher Barmherzigkeit, anstatt sie sich ihrem Schicksal zu überlassen, was die Not für alle Beteiligten nur verschärfen würde.

Ganghofer wird of als „heile Welt“ Schriftsteller abgetan. Dabei wird oft übersehen, daß er ein sehr christlicher Schriftsteller ist. Die tieferen Beweggründe und die Ernsthaftigkeit eines Heinrich von Inzing sind nur erkennbar, wenn man sein konsequentes Leben im tiefen Glauben mit einschließt.


Profile Image for Poe.
139 reviews
November 7, 2009
Found an ancient, dusty version of it in grandma's bookshelf. Interesting read.
Displaying 1 - 3 of 3 reviews