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Mama Held: Jedes Kind hat ein Recht auf Familie

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»Ich trage meine Kinder im Herzen!«

Kerstin Held schafft es wie keine Zweite, Kinder glücklich zu machen, die sonst keine Chance hätten. Die heute 44jährige gibt behinderten Pflegekindern ein familiäres Zuhause - oft gegen viele Widerstände. Kerstin Held ist 25 Jahre alt, als sie zum ersten Mal ein behindertes Pflegekind aufnimmt, ein Schritt, für den es im Jahr 2000 noch gar keine gesetzliche Regelung gibt. Die Aufnahme von Pflegesohn Sascha wird zum Präzedenzfall in Deutschland und sorgt in der Gesetzgebung für die bis heute gültige Übergangsregelung. Dadurch wird Kerstin Held zur unermüdlichen Kämpferin in Sachen Inklusion und Gleichberechtigung für behinderte Pflegekinder . Schließlich hat sie mit einer ausufernden Bürokratie, unklaren Rechtslage und vielen Vorurteilen zu kämpfen. Bis heute hat Kerstin Held als Pflegemutter zwölf Kinder aufgenommen, zehn davon schwerbehindert. In »Jedes Kind hat ein Recht auf Familie« erzählt sie nun von ihrem steinigen Weg zur »Mama Held« und heutigen Vorsitzenden des Bundesverbands behinderter Pflegekinder . Kerstin Held setzt sich mit all ihrer Kraft dafür ein, dass behinderte Pflegekinder eine größere Lobby bekommen.

Hardcover

Published March 2, 2020

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Kerstin Held

3 books

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Displaying 1 - 3 of 3 reviews
Profile Image for Miriam.
154 reviews29 followers
October 16, 2021
Ein wichtiges, tolles Buch, das mich sehr inspiriert hat. Gleichzeitig finde ich die Gedankensprünge teilweise sehr krass und hätte ich nicht vorher schon einige Interviews mit Kerstin Held gesehen, hätte ich die Kinder und ihre Geschichten nicht auseinander halten können. Außerdem hätte ich vieles ohne sozialpädagogischen Hintergrund nur schwer verstanden.
Profile Image for Frank Lang.
1,366 reviews15 followers
March 6, 2021
Es ist schon erstaunlich, dass sich Kerstin Held mit diesen Kindern abgibt. Und das freiwillig! Wer nun unverständlich die Augenbrauen hebt und „selbst schuld“ denkt, dem empfehle ich diesen autobiografischen Bericht von "Mama Held", die viel zu oft derartig abstoßende und diskriminierende Sätze zu hören bekommt. Dieses Buch zeigt auf erschreckender Weise, wie weit Deutschland in den 90ern von einer inklusiven Gesellschaft entfernt war und auch heute noch ist, obgleich sich schon vieles zum Besseren gewendet hat.

Ein Verdienst, den sich die Autorin teils selbst zuzuschreiben hat. An manchen Stellen trieft das Buch nur so vor ihrem Stolz, was sie alles erreicht hat. Nach Beendigung des Buchs sage ich, dass sie zurecht auf das stolz sein kann, was sie bisher erreicht hat. Mit welcher Kraftanstrengung sie die Steine Stück für Stück weggeräumt hat, die ihr in den Weg gelegt wurden.

"Warum nur, liebe Ärzte und Stationsschwestern, seht ihr in uns eine Konkurrenz, die man angreifen sollte? Warum seht ihr in uns nicht Partner? Wir sind doch alle an einem interessiert: dass es den Kindern gut geht. Bitte lasst uns an einem Strang ziehen!" (bei 79% des E-Books)

Die Autorin lässt einen tiefen Blick in ihr Innerstes zu und beschreibt sehr emotional von ihrer eigenen Kindheit und den Hürden, die sie zu meistern und zu verarbeiten hatte. Sie lässt Einblicke in ihr Privatleben, ihre Partnerschaften und natürlich in ihre Bindungen zu den unterschiedlichen Kindern zu. Dadurch bekommt der Leser ein sehr umfassendes Verständnis für das, was Kerstin Held bis heute geschaffen hat. Daraus entstehen Einblicke in die Erziehung von behinderten Kindern und wie das Umfeld damit umgeht.

Wie oft haben Eltern von Kindern mit besonderen Bedürfnissen dieses Gefühl, nachdem sie von vermeintlich "schlaueren" Erziehern gemaßregelt wurden?
"Ich folge ihnen stumm, bloßgestellt und gedemütigt." (bei 68% des E-Books)
Und wie oft haben und tun sie diesen Eltern damit unrecht? Kerstin Held zeigt anhand sehr vieler (demütigender) Beispiele, dass es eben doch die Eltern sind, die ihre Kinder am besten kennen und einzuschätzen wissen. Auch für Familien, in denen Kinder mit unsichtbaren Behinderungen leben, bricht die Autorin eine Lanze, denn von Folgendem können diese Eltern ein Lied singen:
"Die Behinderung ist jedoch unsichtbar. Ich rechtfertige mich jeden Tag für das Verhalten meines Kindes mit FAS. Es hagelt immer wieder Vorwürfe aus der Gesellschaft von schlechter Erziehung, gelebte Kontrollzwänge, bis hin zur Einbildung einer Behinderung." (bei 52% des E-Books)

Es ist die eine Sache, dass die Pflegefamilien keine Unterstützung erhalten, aber eine vollkommen andere, dass sich Ämter bzw. Beamte mit Händen und Füßen dagegen wehren, aus den gewohnten Mustern auszubrechen, selbst wenn offensichtlich ist, dass eine alternative und gangbare Lösung auf dem Silbertablett präsentiert wird, die dem Wohl des Kindes zu 100% zuträglich ist. Selbst wenn vorgerechnet wird, dass der Staat durch diese Alternative deutlich weniger Aufwand zu betreiben hat, finanziell wie bürokratisch.

Fazit

"Tu, was dein Herz dir sagt!" Dieses Zitat finden sich an vielen Stellen des Buchs und beschreibt die Motivation der Autorin für ihre aufopfernde Arbeit, die sie nicht nur für sich oder ihre Kinder betreibt, sondern für die gesamte Gesellschaft. Kerstin Held gibt einen sehr tiefen und höchst emotionalen Blick in ihr Leben und wirbt so für Aufklärung und Inklusion gleichermaßen.
61 reviews2 followers
May 1, 2020
In Kerstin Helds Buch „Mama Held – Jedes Kind hat ein Recht auf Familie“ geht es um den Lebensweg der Autorin, die als ausgebildete Ergotherapeutin seit Jahren Pflegekinder mit Behinderung ein Zuhause gibt und sich mit dem Verein Bundesverband behinderter Pflegekinder e.V. für eine Gesetzesgrundlage für Pflegestellen für Kinder mit Behinderung einsetzt.

Ich habe mir dieses Buch gekauft, weil ich gerne mehr über den Aktivismus, den Verein, sowie den Alltag einer sonderpädagogischen Pflegefamilie erfahren wollte. Leider sind mir dabei einige Textstellen negativ aufgefallen. Zum einen werden die Behinderungen der Kinder immer wieder relativiert: „Markus hat eine ausgeprägte Spastik und ist trotzdem eine richtig coole Socke.“ (S. 62) Da stellt sich bei mir gleich die Frage: Warum sollte er denn keine coole Socke sein? Wegen der ausgeprägten Spastik? Wo besteht da der Zusammenhang? Oft beschreibt Held die Behinderungen der Kinder und schiebt dann noch hinterher, dass sie aber ein unglaubliches Lächeln haben, oder ein richtiger Charmeur sind, in einem Versuch die Behinderung zu relativieren.

„Es sind wir, die scheinbar Nichtbehinderten und vermeintlich Gesunden (…)“ (S. 65) Erstmal ist anzumerken, dass Held davon ausgeht, ihr Buch werde von Menschen ohne Behinderung gelesen und dann ist das Zitat ein gutes Beispiel für die Narrative „Wir sind doch alle ein bisschen behindert“, die ich als Mensch mit Behinderung nicht nachvollziehen kann, denn, nein, nur weil jemand Pessimist ist oder ständig grübelt, ist das nicht mit einer Behinderung gleichzusetzen.

„Die spinale Muskelatrophie Typ 1 zwingt Kinder ihr Leben lang in den Rollstuhl.“ (S. 165)Dass ein Rollstuhl ein Hilfsmittel ist und nicht der Feind sollte Menschen doch mittlerweile klar sein, gerade von jemandem, der täglich Umgang mit Menschen mit Behinderung hat, hätte ich mir eine andere Formulierung gewünscht.

Diese Formulierungen ziehen sich durch das ganze Buch und werfen die Frage auf, warum hier kein_e Sensitivity-Leser_in engagiert wurde. Ein Mensch mit Behinderung, der das Buch auf diskriminierend formulierte Sätze untersucht und korrigiert.

In der ersten Hälfte des Buches geht es vor allem um Helds Leben bevor sie Pflegemutter wurde. Einige dieser Erfahrungen waren sicherlich wichtig für ihren Lebensweg, hätten aber gut runtergekürzt werden können. Die zweite Hälfte beschäftigt sich dann wesentlich mehr mit den Inhalten, wegen denen ich das Buch gekauft habe: das Engagement in verschiedenen Vereinen und den Alltag mit den Pflegekindern. Das war durchaus interessant, macht aber die unsensiblen Formulierungen und mein Entsetzen darüber, dass sowas von einem Menschen, der sich für Behindertenrechte einsetzt geschrieben wird und dann auch noch gedruckt wird, nicht wett.
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