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Death Comes Easy: The Gay Times Book of Murder Stories
From the Roman Empire to the Far East and from a dangerously repressed priest to strangers on a plane, these stories know no boundaries in their pursuit of violent killers and bloody endings. This vividly imagined collection includes authors known for their stories of murder and mayhem and others who are new to the tradition. It opens with a lively introduction by Lambda-nominated editor Peter Burton. Contributors Perry Brass, Hugh Fleetwood, Patrick Gale, Drew Gummerson, Francis King, Josh Lanyon, Felice Picano, Steven Saylor and Michael Wilcox. Praise for Bend The Gay Times Book of Disturbing Stories : "Meaty."- Stonewall News Northwest "A collection of startling originality . . . a welcome -addition to the canon of gay literature."- City Life "[An] excellent anthology of horror, fantasy and crime . . . a chillingly good read."- Big Issue "A lively, eclectic collection . . . Highly recommended."-The List Peter Burton has been nominated for a Lambda Literary Award for each of his previous The Mammoth Book of Gay Short Stories and Bend Sinister . He has written or contributed to more than thirty books, including his collection of essays, Amongst the Aliens .
- GenresAnthologiesMystery
400 pages, Paperback
First published January 1, 2003
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Community Reviews
Displaying 1 - 3 of 3 reviews
September 26, 2026
Makaber ist das Wort. Und: Mochte ich leider deutlich weniger, als ich gedacht hatte, es zu mögen. „Gay Times“ ist seit den 1980-ern ein erfolgreiches britisches Schwulenmagazin, das inzwischen nur noch online erscheint. Als sie noch auf buntem Papier waren, so ums Jahr 2000 herum, ließen sie alljährlich einen der bekannteren schwulen Literaten Englands antreten, um eine mehrere Hundert Seiten starke Short-Story-Anthologie zu editieren, das „Gay Times Book of ...“ irgendwas. P.P. Hartnett zum Beispiel konnte fürs Jahrbuch 2001 die ersten Texte von Zwanzigjährigen sammeln, die es vorher noch nie ins Medium Buch geschafft hatten. (Und hinterher leider auch nicht. Besagtes Gay Times Book mochte ich entschieden eher als dieses.) Der einschlägig schon verdienstvolle Journalist Peter Burton aus Brighton („Talking to ...“ (1991), „The Mammoth Book of Gay Short Stories“ (1997)) ist auf die scheinbar gute Idee gekommen, mal eine Krimigeschichten-Anthologie anzurichten.
Ich staune ja, wie es sein kann, dass ein dermaßen dickes, teils mit prominenten Autoren (Patrick Gale, Francis King, Perry Brass, Steven Saylor) bestücktes Unterhaltungsgeschichtenbuch im Lauf der Zeit und im Markt dermaßen untergehen kann, dass es bei Goodreads (weltweit!) nur 10 Bewertungen und 2 Reviews gibt (vor mir gegeben hatte), kann dem hier versammelten Lob aber nicht zustimmen! Je länger man liest, desto öfter merkt man, dass das mit den schwulen Mörderstorys keine gute Idee war. Es sind nicht einfach nur Kriminalgeschichten; man kann auf sechs bis zwölf Buchseiten auch kaum eine schlüssige und nicht idiotische Polizeiarbeit- oder Whodunit-Geschichte schreiben; nein, es sind immer: Mördergeschichten. Aus der Perspektive eines Mörders dabei zusehen, wie ein argloser (oder auch ganz böser) Mensch in eine Falle gelockt wird, der Mörder nachher davonkommt, ohne das irgendwer eine Ahnung hat.
Nun ist der schwule Aspekt aber schon fest gebucht. Ende der 1990-er Jahre hatte es in den USA, in England, selbst in Deutschland einen Boom für schnell geschriebene schwule Krimi-Taschenbücher gegeben. Da lag immer nahe, dass die armen Schwulen von kranken Heteros gejagt oder gemetzelt werden. Oder, dass es arme Kinder oder Lesben oder Geschwister sind, die ein schwules Paar kennt, denen sie helfen, weil die Polizei ja leider nicht glaubt, dass es Mord war. Hier aber muss es stets ein sardonisch grinsender, mehr oder weniger durchgeknallter Schwuler sein, der sich von was freimachen, sich an jemandem rächen, jemanden bestrafen muss.
Wie noch bei anderen Peter-Burton-Anthologien handelt es sich hauptsächlich um englische Texte, ein paar amerikanische und australische auch, nach schottischen, irischen, kanadischen, neuseeländischen müsste man schon verzweifelt suchen. Das feixende Vergnügen des Engländers am ganz Schwarzen, krass Grotesken, Makabren ist bekannt. Soweit es wenigstens in sauber gedrechselter, klassischen Vorbildern genügender Sprache daherkommt. (Deutsche erinnern an den Film „Kind Hearts and Coronets“ („Adel verpflichtet“) mit Alec Guinness, wissen dann, was gemeint ist.)
Okay, ich sehe ein, so in etwa sollte es werden. Jedoch belästigen mich bei den Resultaten dieser Ausschreibung (es scheint sich im Wesentlichen um Originalbeiträge zu handeln, keine Zweit- und Drittabdrucke) sogar die formalen Aspekte schon. Weil das Erzählte oft widerlich ist, glaubt man eine Art Camp-Komik-Zwinkern zeigen zu sollen. Da wird möglichst selten in wörtlicher Rede dialogisiert. (Was den leserfreundlichen Nebenaspekt hätte, dass die Seiten mit dem Weiß dazwischen (mittlerweile ist es gelb geworden) übersichtlicher wirken.) Mit allerfeinstem Akademikerenglisch wird auf vorbereitenden, vorstellenden, beschreibenden ersten Seiten gewuchert, dann der historisierende, juristische, journalistische Zungenschlag einer konservativen Presse, Schein-Respektabilität, in der sich dann gerade ein Verrückter aalt. Man fragt sich, die Story hat doch nur neun oder zwölf Seiten: „Ja, was bramarbassiert er denn? Wie soll das zum Mord führen?“ Immer wieder meine negative Reaktion: zu ausführliches Drumrum, Schreibverliebtheit der Produzenten, zu wenig Stoff. Autoren, die von der Regel „Kill your darlings“ wohl noch nicht erreicht wurden.
Ganz fürchterlich ist das im - mit 40 Seiten längsten - Beitrag, „Bala the Woodworker“ von Alan James, bei dem ich dem erst noch kommenden Leser nur empfehlen kann, ihn nie zu lesen! (So viele schlechte Gefühle bleiben einem erspart.) Der Text ist schon mal kaum anders als „rassistisch“ anzusprechen, wobei mich derlei Kritik sonst eigentlich gar nicht so kratzt. Er spielt auf einer fiktiven südasiatischen Insel, Mixtur aus Indien, Sri Lanka, Thailand, wo der ansonsten nie über die Meere fliegende zarte, hellblonde, blauäugige Sohn eines Londoner Buchhändlers ein paar Tage Urlaub allein macht, dann vom dunkelbaunen, beleibten, älteren, stark behaarten, verheirateten Bala eingewickelt wird. Was mit „Ich zeige Ihnen die Sehenswürdigkeiten“ und „Ich gebe ein Essen aus bei meinen Freunden auf dem Markt“ beginnt und – man ahnt es – zur Variation von Ian McEwans „Der Trost von Fremden“ (1981) führt. Bala, von dem der Engländer glaubt, er wäre Möbelschreiner, wolle zum Designer aufsteigen, ist, das sei hier verraten, in Wahrheit Sargmacher. Er lebt ganz gut, nicht davon, sondern von dem, was er mit Ahnungslosen veranstaltet. Irgendwann, es zog sich doch, fing ich zu überlegen an: Was kann man einem kleinen Schwulen, der im Billighotel schläft und bis in die Zwanziger hinein nie über Englands Grenzen hinaus kam, überhaupt nehmen, das die Risiken eines Kapitalverbrechens aufwiegen könnte? Was Sie jetzt denken, dachte ich dann auch – und es stimmt. Aber das wirklich Grausame dieser Geschichte muss erst noch beschrieben werden. Außer mit ein bisschen Sex, so lächerlich verpfuschten hat man lange nicht mehr gelesen, füllt James seine vielen Seiten mit einem extrem gekreuzten Sprachbrei uns dem Englisch vormals Kolonialisierter, schon aus Balas Mund nur mit Schwierigkeiten zu verstehen, dann aber weiter absurdisiert, als Bala einen älteren Würdenträger ins Spiel bringt, der sich darin gefällt, seitenlang Arien aus schmutzigen Wörtern und Poesiezitaten zu zelebrieren. Man kann's mal machen, sich dran freuen, aber in diesem Übermaß!
Der Rest ist meistens gar nicht so anders. Um es kurz und schlicht zu referieren: „Ein extrem britischer Spezialhumor des Zynischen, Sarkastischen, Schauerlichen, den biedere Deutschen nicht mögen werden.“
Um es ein wenig länger zu fassen: In Francis Kings „The Sitting Tenant“ träumt eine schwules Paar von einem posh Haus in London, das sie sich aber nicht leisten können, kauft ein billigeres, muss einen Mieter im Obergeschoss übernehmen, der lebenslanges Wohnrecht geerbt hat. Dieser, ein ehemaliger Offizier, auch ihm kugeln dauernd Obszönitäten aus dem Mund, dann schüttet er Schnaps drüber, beleidigt sie im selben Atemzug als Schwuchteln, wie er sich, ach sorry, Unfall, in die intimsten Momente ihrer Zweisamkeit einschiebt. Sie töten ihn, ohne Spuren zu hinterlassen, haben auf einmal Geld, verkaufen das Haus, kaufen das Traumhaus, in dem sich nur ein Mieter noch befindet, dem man nicht kündigen kann.
In Sebastian Beaumonts „Pisspants“ kehrt ein mittelalter Mann an den (abgelegenen) Ort seines Internats zurück, wo eine Jungenmeute ihn brutal gemobbt hatte. Er zeichnete sich als Schwuler bereits ab und hatte außerdem Anfälle von Bettnässen. Jetzt erinnert er sich daran, wie er sie nach und nach umgebracht hat, ohne dass irgendwer ihn verdächtigte.
In „L & I“ von Hugh Fleetwood folgen wir dem E-Mail-Wechsel des Icherzählers mit einem Schulhof-Bully L, der ihn vor Jahren vergewaltigt hat, sich jetzt zurückmeldet und ankündigt, er werde ihn bald wieder haben, das Ich hätte so viel Masochismus getrunken, dass es den Terror jetzt brauche. Am Ende ist dieser Erzähler tot – und ich verrate das hier, davon ausgehend, das Buch wird immer weiter selten gekauft und gelesen -, .
In Patrick Gales „The Excursion“ schließt sich der Erzähler, um des lieben Friedens willen, dem manifesten Homohass eines Nachbarn-Ehepaars an, die ihn seinem Priester entfremden wollen, er wäre praktizierender Homosexueller. Nachdem sie ihn zu einer Busreise einschließlich Menschenjagd mitgeschleppt haben, kommen ihm Zweifel.
In „Britain's Fattest Killer Tells All“ von Michael Hootman scheitert ein adipöser Jugendlicher zuerst einmal daran, so schlank und sportlich zu werden, dass er eine Schulsportstunde mit dem schönsten Jungen seiner Klasse durchhalten, danach nackt unter der Dusche neben ihm stehen kann. Dann kommt er drauf, dass er ihn doch auch umbringen kann, um ihm hinterher die Hose aufzuzmachen.
In „The Pitch“ von Drew Gummerson (aus Australien) kämpft ein Versicherungsvertreter so verzweifelt um den letzten Abschluss seines verunglückten Tages, dass er sich von einem fetten, älteren Ehemann in Abwesenheit von dessen als „Eierknackerin“ beschriebener Ehefrau betrunken machen und dann ficken lässt. Klar eigentlich, dass die Ehefrau heimkehrt, ihren Mann umbringt, dem nackten Versicherungsmenschen erklärt, ihre Zeugenaussage werde ihn für die Polizei zum schwulen Mörder machen, einzige Fluchtmöglichkeit, die der Arme noch sieht, ist der Ozean.
Etc., etc.. Was man bei dieser Art „grausame“ Geschichten noch machen kann, obwohl es unfair ist: einen Ermordeten den Fall erzählen lassen. Komischerweise gehörte zu den Storys, die mich überzeugten, „The Mirror's Kiss“ des gänzlich unbekannten Australiers C.J. Fortesque. Der hat das dysfunktionale Beautys-Paar auf die Spitze getrieben. Zwei erkennen einander im Gegenüber narzisstisch überzeugend wieder, haben den geilsten Sex, mit dem sie ihre Beziehungen crashen, werden nun selbst ein Liebespaar und betrügen sich von da an unablässig gegenseitig. Sie erwischen einander und verdreschen einander und haben immer noch geilen Sex. Ohne es zu merken, entwickelt jeder von ihnen seinen Mordplan und als der eine gescheitert ist, glückt der andere und das Opfer muss zugeben, der Sex war immerhin Klasse.
Anmerkung: Im Gegensatz zu dem oben sichtbaren Vorstellungstext hat mein Buch keine Beiträge von den Amerikanern Felice Picano und Josh Lanyon enthalten. Josh Lanyon ist im Übrigen das Pseudonym einer Frau.
Ich staune ja, wie es sein kann, dass ein dermaßen dickes, teils mit prominenten Autoren (Patrick Gale, Francis King, Perry Brass, Steven Saylor) bestücktes Unterhaltungsgeschichtenbuch im Lauf der Zeit und im Markt dermaßen untergehen kann, dass es bei Goodreads (weltweit!) nur 10 Bewertungen und 2 Reviews gibt (vor mir gegeben hatte), kann dem hier versammelten Lob aber nicht zustimmen! Je länger man liest, desto öfter merkt man, dass das mit den schwulen Mörderstorys keine gute Idee war. Es sind nicht einfach nur Kriminalgeschichten; man kann auf sechs bis zwölf Buchseiten auch kaum eine schlüssige und nicht idiotische Polizeiarbeit- oder Whodunit-Geschichte schreiben; nein, es sind immer: Mördergeschichten. Aus der Perspektive eines Mörders dabei zusehen, wie ein argloser (oder auch ganz böser) Mensch in eine Falle gelockt wird, der Mörder nachher davonkommt, ohne das irgendwer eine Ahnung hat.
Nun ist der schwule Aspekt aber schon fest gebucht. Ende der 1990-er Jahre hatte es in den USA, in England, selbst in Deutschland einen Boom für schnell geschriebene schwule Krimi-Taschenbücher gegeben. Da lag immer nahe, dass die armen Schwulen von kranken Heteros gejagt oder gemetzelt werden. Oder, dass es arme Kinder oder Lesben oder Geschwister sind, die ein schwules Paar kennt, denen sie helfen, weil die Polizei ja leider nicht glaubt, dass es Mord war. Hier aber muss es stets ein sardonisch grinsender, mehr oder weniger durchgeknallter Schwuler sein, der sich von was freimachen, sich an jemandem rächen, jemanden bestrafen muss.
Wie noch bei anderen Peter-Burton-Anthologien handelt es sich hauptsächlich um englische Texte, ein paar amerikanische und australische auch, nach schottischen, irischen, kanadischen, neuseeländischen müsste man schon verzweifelt suchen. Das feixende Vergnügen des Engländers am ganz Schwarzen, krass Grotesken, Makabren ist bekannt. Soweit es wenigstens in sauber gedrechselter, klassischen Vorbildern genügender Sprache daherkommt. (Deutsche erinnern an den Film „Kind Hearts and Coronets“ („Adel verpflichtet“) mit Alec Guinness, wissen dann, was gemeint ist.)
Okay, ich sehe ein, so in etwa sollte es werden. Jedoch belästigen mich bei den Resultaten dieser Ausschreibung (es scheint sich im Wesentlichen um Originalbeiträge zu handeln, keine Zweit- und Drittabdrucke) sogar die formalen Aspekte schon. Weil das Erzählte oft widerlich ist, glaubt man eine Art Camp-Komik-Zwinkern zeigen zu sollen. Da wird möglichst selten in wörtlicher Rede dialogisiert. (Was den leserfreundlichen Nebenaspekt hätte, dass die Seiten mit dem Weiß dazwischen (mittlerweile ist es gelb geworden) übersichtlicher wirken.) Mit allerfeinstem Akademikerenglisch wird auf vorbereitenden, vorstellenden, beschreibenden ersten Seiten gewuchert, dann der historisierende, juristische, journalistische Zungenschlag einer konservativen Presse, Schein-Respektabilität, in der sich dann gerade ein Verrückter aalt. Man fragt sich, die Story hat doch nur neun oder zwölf Seiten: „Ja, was bramarbassiert er denn? Wie soll das zum Mord führen?“ Immer wieder meine negative Reaktion: zu ausführliches Drumrum, Schreibverliebtheit der Produzenten, zu wenig Stoff. Autoren, die von der Regel „Kill your darlings“ wohl noch nicht erreicht wurden.
Ganz fürchterlich ist das im - mit 40 Seiten längsten - Beitrag, „Bala the Woodworker“ von Alan James, bei dem ich dem erst noch kommenden Leser nur empfehlen kann, ihn nie zu lesen! (So viele schlechte Gefühle bleiben einem erspart.) Der Text ist schon mal kaum anders als „rassistisch“ anzusprechen, wobei mich derlei Kritik sonst eigentlich gar nicht so kratzt. Er spielt auf einer fiktiven südasiatischen Insel, Mixtur aus Indien, Sri Lanka, Thailand, wo der ansonsten nie über die Meere fliegende zarte, hellblonde, blauäugige Sohn eines Londoner Buchhändlers ein paar Tage Urlaub allein macht, dann vom dunkelbaunen, beleibten, älteren, stark behaarten, verheirateten Bala eingewickelt wird. Was mit „Ich zeige Ihnen die Sehenswürdigkeiten“ und „Ich gebe ein Essen aus bei meinen Freunden auf dem Markt“ beginnt und – man ahnt es – zur Variation von Ian McEwans „Der Trost von Fremden“ (1981) führt. Bala, von dem der Engländer glaubt, er wäre Möbelschreiner, wolle zum Designer aufsteigen, ist, das sei hier verraten, in Wahrheit Sargmacher. Er lebt ganz gut, nicht davon, sondern von dem, was er mit Ahnungslosen veranstaltet. Irgendwann, es zog sich doch, fing ich zu überlegen an: Was kann man einem kleinen Schwulen, der im Billighotel schläft und bis in die Zwanziger hinein nie über Englands Grenzen hinaus kam, überhaupt nehmen, das die Risiken eines Kapitalverbrechens aufwiegen könnte? Was Sie jetzt denken, dachte ich dann auch – und es stimmt. Aber das wirklich Grausame dieser Geschichte muss erst noch beschrieben werden. Außer mit ein bisschen Sex, so lächerlich verpfuschten hat man lange nicht mehr gelesen, füllt James seine vielen Seiten mit einem extrem gekreuzten Sprachbrei uns dem Englisch vormals Kolonialisierter, schon aus Balas Mund nur mit Schwierigkeiten zu verstehen, dann aber weiter absurdisiert, als Bala einen älteren Würdenträger ins Spiel bringt, der sich darin gefällt, seitenlang Arien aus schmutzigen Wörtern und Poesiezitaten zu zelebrieren. Man kann's mal machen, sich dran freuen, aber in diesem Übermaß!
Der Rest ist meistens gar nicht so anders. Um es kurz und schlicht zu referieren: „Ein extrem britischer Spezialhumor des Zynischen, Sarkastischen, Schauerlichen, den biedere Deutschen nicht mögen werden.“
Um es ein wenig länger zu fassen: In Francis Kings „The Sitting Tenant“ träumt eine schwules Paar von einem posh Haus in London, das sie sich aber nicht leisten können, kauft ein billigeres, muss einen Mieter im Obergeschoss übernehmen, der lebenslanges Wohnrecht geerbt hat. Dieser, ein ehemaliger Offizier, auch ihm kugeln dauernd Obszönitäten aus dem Mund, dann schüttet er Schnaps drüber, beleidigt sie im selben Atemzug als Schwuchteln, wie er sich, ach sorry, Unfall, in die intimsten Momente ihrer Zweisamkeit einschiebt. Sie töten ihn, ohne Spuren zu hinterlassen, haben auf einmal Geld, verkaufen das Haus, kaufen das Traumhaus, in dem sich nur ein Mieter noch befindet, dem man nicht kündigen kann.
In Sebastian Beaumonts „Pisspants“ kehrt ein mittelalter Mann an den (abgelegenen) Ort seines Internats zurück, wo eine Jungenmeute ihn brutal gemobbt hatte. Er zeichnete sich als Schwuler bereits ab und hatte außerdem Anfälle von Bettnässen. Jetzt erinnert er sich daran, wie er sie nach und nach umgebracht hat, ohne dass irgendwer ihn verdächtigte.
In „L & I“ von Hugh Fleetwood folgen wir dem E-Mail-Wechsel des Icherzählers mit einem Schulhof-Bully L, der ihn vor Jahren vergewaltigt hat, sich jetzt zurückmeldet und ankündigt, er werde ihn bald wieder haben, das Ich hätte so viel Masochismus getrunken, dass es den Terror jetzt brauche. Am Ende ist dieser Erzähler tot – und ich verrate das hier, davon ausgehend, das Buch wird immer weiter selten gekauft und gelesen -, .
In Patrick Gales „The Excursion“ schließt sich der Erzähler, um des lieben Friedens willen, dem manifesten Homohass eines Nachbarn-Ehepaars an, die ihn seinem Priester entfremden wollen, er wäre praktizierender Homosexueller. Nachdem sie ihn zu einer Busreise einschließlich Menschenjagd mitgeschleppt haben, kommen ihm Zweifel.
In „Britain's Fattest Killer Tells All“ von Michael Hootman scheitert ein adipöser Jugendlicher zuerst einmal daran, so schlank und sportlich zu werden, dass er eine Schulsportstunde mit dem schönsten Jungen seiner Klasse durchhalten, danach nackt unter der Dusche neben ihm stehen kann. Dann kommt er drauf, dass er ihn doch auch umbringen kann, um ihm hinterher die Hose aufzuzmachen.
In „The Pitch“ von Drew Gummerson (aus Australien) kämpft ein Versicherungsvertreter so verzweifelt um den letzten Abschluss seines verunglückten Tages, dass er sich von einem fetten, älteren Ehemann in Abwesenheit von dessen als „Eierknackerin“ beschriebener Ehefrau betrunken machen und dann ficken lässt. Klar eigentlich, dass die Ehefrau heimkehrt, ihren Mann umbringt, dem nackten Versicherungsmenschen erklärt, ihre Zeugenaussage werde ihn für die Polizei zum schwulen Mörder machen, einzige Fluchtmöglichkeit, die der Arme noch sieht, ist der Ozean.
Etc., etc.. Was man bei dieser Art „grausame“ Geschichten noch machen kann, obwohl es unfair ist: einen Ermordeten den Fall erzählen lassen. Komischerweise gehörte zu den Storys, die mich überzeugten, „The Mirror's Kiss“ des gänzlich unbekannten Australiers C.J. Fortesque. Der hat das dysfunktionale Beautys-Paar auf die Spitze getrieben. Zwei erkennen einander im Gegenüber narzisstisch überzeugend wieder, haben den geilsten Sex, mit dem sie ihre Beziehungen crashen, werden nun selbst ein Liebespaar und betrügen sich von da an unablässig gegenseitig. Sie erwischen einander und verdreschen einander und haben immer noch geilen Sex. Ohne es zu merken, entwickelt jeder von ihnen seinen Mordplan und als der eine gescheitert ist, glückt der andere und das Opfer muss zugeben, der Sex war immerhin Klasse.
Anmerkung: Im Gegensatz zu dem oben sichtbaren Vorstellungstext hat mein Buch keine Beiträge von den Amerikanern Felice Picano und Josh Lanyon enthalten. Josh Lanyon ist im Übrigen das Pseudonym einer Frau.
July 19, 2008
This book is a good read for the ones that enjoy the darker side of the human mind and are tired of sappy happy endings. It's a nice chance of place for those like me who are tired of the same old gay stories that are out there and is a decent sized book with a good collection of stories by a variety of writers that share a couple of common themes.
July 13, 2014
One of the best collections of crafty, nail biting, good ol-fashion murder tales from a potpourri of talented authors.
Displaying 1 - 3 of 3 reviews




