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Platon zur Einführung.

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Paperback

Published September 30, 2001

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Barbara Zehnpfennig

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Profile Image for Bartosz.
3 reviews
April 7, 2016
Diese Platon-Einführung kann ich jedem empfehlen, der sich ernsthaft für Philosophie interessiert. Nicht nur dem Anfänger, der sich orientieren möchte und meint, bei Platon, als dem großen Namen unter den alten Weisheitssuchern, werde er eine gute erste (Vor-)Übung im philosophischen Denken erhalten, bevor er sich an ausgefeiltere, uns zeitlich & sachlich nähere und somit relevantere Denker wagt (diese Vorstellung fordert Barabara Zehnpfennig schon am Anfang des Buches heraus); auch dem Fortgeschrittenen, der sich in der Welt der Philosophen bereits umgetan hat und zu wissen meint, was er von Platon zu halten habe. Dieser könnte dann unter Umständen ins Grübeln geraten und einige seiner Vorstellungen über die Philosophiegeschichte in einem anderen Licht erblicken. Viel wahrscheinlicher aber ist, daß er dieses Buch für altbacken hält und nicht der Rede wert. Denn was Frau Zehnpfennig hier bietet, ist eine extrem sachliche, nahezu voraussetzungsfreie, sozusagen rein immanente und somit von der gängigen radikal verschiedene Sicht auf Platon. Und diese fordert - wenn man sich denn auf sie einlassen möchte - quasi noch mal ganz von vorne anzufangen, zumindest aber, sich im Abstreifen von Vorurteilen zu üben, um diesen Denkweg nachzuvollziehen. Sie fordert somit auch eine gewisse Demut, Geduld, ein Schülerbewußtsein, also alles Dinge, die heute geradezu mittelalterlich anmuten, unmodisch, unsexy, schwerst verkäuflich sind.
Ich selber habe in meiner Studienzeit Seminare von Zehnpfennigs Lehrer Rudolf Schrastetter besucht, und diese haben mich stets tief fasziniert, während sich z.B. einer meiner Kommilitonen schon nach der ersten Sitzung zu Platons "Symposion" verabschiedete mit der Begründung, die Veranstaltung sei ihm nicht offen genug. Schrastetter würde uns bloß vorgeben, wie wir den Text zu verstehen hätten, das sei ja nun eher unphilosophisch. Tatsächlich pflegte Schrastetter in seinen Seminaren selbstbewußt, wenn auch nicht gänzlich ohne Ironie als der (mehr oder weniger einzig rechte) "Platon-Versteher" aufzutreten, und die gesamte Philosophiegeschichte nach Platon sei eigentlich die Geschichte der Irrtümer, die auf Aristotelesens Fehlinterpretation der platonischen Ideenlehre beruhe. Barbara Zehnpfennigs Darstellung folgt, soweit ich das beurteilen kann, dieser sozusagen ehrgeizigsten (oder auch nur rein sachlichen?) Sicht auf Platon (ein wenig wie - laut dieser Sicht - Platons Dialoge den echten Sokrates wiedergeben sollen, so daß Platon das reine Medium des Sokrates wäre oder zumindest seinen Geist authentisch fortführte).
Da ich selber eine Affinität zu "alternativen" Sichtweisen habe, hat mich die Vorstellung, die Philosophiegeschichte sei eigentlich eine Abfolge fortgesetzter Denkfehler & -fehden, die auf dem ursprünglichen Mißverständnis der platonischen Philosophie beruht, immer begleitet, und je mehr ich mich mit anderen Philosophen beschäftige, desto leichter fällt mir die grundlegende Unterscheidung zwischen dem Willen zur Weisheit und dem Willen zur Macht, die in allen ihren Texten immer weider gemacht werden muß. Zwar lese ich "aktuellere" Philosophen wie Adorno und den Zeitgenossen Peter Sloterdijk sehr gerne und mit Gewinn und beschäftige mich zur Zeit mit Hegel, aber mit Platon "im Hinterkopf" erscheinen sie mir alle weniger als Philosophen denn als politische Intellektuelle, die sich und ihre jeweilige Zeit reflektieren und somit auch dem Leser dabei helfen, die sich entfaltende Menschheitsgeschichte besser zu verstehen bzw. nachzuvollziehen. Daß diese Intellektuellen immer wieder mit ihren Reflexionen, die sie häufig zu wirkungsträchtigen Systemen ausarbeiteten, die Weltgeschichte teilweise entscheidend - und keineswegs immerzu positiv - mitgestaltet haben (nicht zuletzt die mißverstandene Philosophie Platons ist auch auf diese Weise wirksam gewesen), zeigt meiner Meinung nach, wie zweifelhaft die Beschäftigung mit der Philosophie ist, wenn sie nicht ausgeht von den platonischen Dialogen und immer wieder zu ihnen zurückkehrt. Denn dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, daß man in den Werken der Philosophen nur jenen Schatten nachjagt, die zur jeweiligen Zeit so im Schwange waren oder von denen man selber besessen wird.

Was man also aus der in diesem Buch dargestellten Platon-Interpretation meiner Meinung nach lernen kann ist (ganz unabhängig davon, ob sie den "wahren" Platon wiedergibt), sich anhand der platonischen Dialoge von jenen Schatten zu befreien, mit denen wir aufwachsen, die unserem Denken die Klarheit nehmen und der Bildung von Vernunft im Weg stehen.
Profile Image for Pepe Silvia.
8 reviews
June 30, 2025
Eine Einführung die Spaß macht und sehr deutlich erkennbar von einer Expertin verfasst ist. Barbara Zehnpfennig hat nicht einfach das typische Platonwissen rausgehauen das in Platoneinführungen häufig vorkommt, sondern wirklich spannende neue Details dargelegt.

Ein interessanter Ansatz Rekonstruktionen platonischer Dialoge in einer Einführung vorzulegen. Die Autorin hebt interessante Aspekte hervor, die auch mal schnell an einem vorbeigehen können. Da ich das Original bereits kenne gefiel mir das sehr gut. Ohne die Politeia gelesen zu haben könnte man dadurch womöglich ein falsches Bild der wirklich unterhaltsamen und gewitzten Dialoge der Politeia bekommen. Allerdings empfiehlt sich bei Platon wohl allgemein sowieso erstmal die Primärliteratur.
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