Doris Knecht war stellvertretende Chefredakteurin des Wiener Stadtmagazins «Falter» und Kolumnistin des Schweizer «Tages-Anzeiger». Für den «Kurier» schreibt sie die tägliche Kolumne «Knecht», für den «Falter» wöchentlich eine Familienkolumne, in der Wiener «rhiz-bar» legt sie regelmäßig als Djane auf. «Gruber geht» (2011), ihr erster Roman, wurde ein Überraschungserfolg und stand auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis. Doris Knecht lebt mit ihrer Familie in Wien und im Waldviertel.
"Das hat Marian in der Zwischenzeit gelernt: Das Leben am Land ist nicht zärtlicher als das Leben in der Stadt. Die Menschen sind nicht netter zueinander, weil sie sich besser oder länger kennen oder alle irgendwie miteinander verwandt sind. Die schöne Natur um sie herum macht sie nicht dankbar und weich, im Gegenteil." - Doris Knecht, "Wald"
Marian hatte alles, und hat alles verloren, durch eigene schlechte Entscheidungen, durch die Wirtschaftskrise, durch mangelhafte Beratung. Die ehemalige Wiener Modedesignerin wird zur Aussteigerin, aber nicht freiwillig. Von der Luxuswohnung zieht sie zunächst in den Sozialbau, kauft statt auf dem Wochenmarkt bei Hofer ein - doch als selbst da die Schulden zu erdrückend werden, ergreift sie die Flucht aufs Land, in die Voralpen, in ein geerbtes, heruntergekommenes Häuschen. Gleich in ihrem ersten Winter muss sie jedoch erkennen, dass das einfache, ländliche Leben eben gar nicht so einfach ist. Sie wird zur Diebin, stielt Gemüse und Hühner der Nachbarhöfe und macht sich sogar der Wilderei schuldig - bis Franz auftaucht.
Doris Knecht erzählt in ihrem Roman "Wald" von einer Aussteigerin, die dieses Leben fernab der Gesellschaft eigentlich nie wollte. Oft wird die vermeintliche Landidylle romantisiert, gerade von Menschen, die in der Stadt wohnen - Marian erfährt am eigenen Leib, wie hart das Leben als Selbstversorgerin ist. Sie hungert, sie friert, sie ist extrem einsam. Nach einem ersten unerträglichen Winter beginnt sie, Vorbereitungen zu treffen: Sie baut Gemüse an, lernt, wie man Brot backt und Fische angelt, weckt und kocht ein. Alleine schafft sie es jedoch nicht wieder auf die Beine, denn da ist auch Franz, der sie mit Dingen des täglichen Bedarfs versorgt und mit dem sie im Gegenzug eine sexuelle Beziehung eingeht. Doris Knecht schildert in ihrem Buch einerseits sehr genau Marians Aussteigerinnen-Leben, andererseits beobachtet sie aber auch aufs Genaueste die Ökonomie zwischenmenschlicher Beziehungen, lässt Marian ihren eigenen sozialen Abstieg immer und immer wieder gedanklich durchgehen, genauso wie jede einzelne ihrer Handlungen.
Ich mag vor allem Doris Knechts Stil sehr gerne, es macht ihre Bücher aus, dass sie Austriazismen verwendet und durch viele Wiederholungen entsteht ein höchst eindringlicher Ton, der an die Geschichte fesselt. Mir haben besonders ihre Schilderungen von Marians Leben auf dem Land gefallen, sie hatten eine beruhigende Wirkung auf mich, während ich die geschickt eingefädelte Vorgeschichte der Protagonistin mit Spannung verfolgt habe. Auch der Erzählstrang rund um Franz hat für die Geschichte durchaus Sinn gemacht - allerdings hätte ich mir hier doch etwas weniger Sex-Szenen und an Franz verschwendete Gedanken Marians gewünscht. Stil, Setting und Idee waren jedoch genau meins - ich freue mich auf weitere Bücher der Autorin!
(read in german) excellent! incredibly strong and timely story about a woman who, after loosing everything in the last financial crisis (she was a celebrated fashion designer with her own brand, shop, workshop etc in Vienna) - moves into the house of her dead aunt, near a forest and lives there a life full of hardships. this new life forces her to learn to grow vegetables and to eat fish she caught herself, to bake bread and to enter new relationships on a new basis - different, but not necessarily worse then her previous, shallow, luxurious life. very interesting, especially in this moment of crisis. highly recommended.
In "Wald" folgen wir taffe, unverwüstliche Marian durch einen einzigen Tag, an dem sie über ihr Leben, Fehler, Fehlschläge und momentane Lage nachsinnt.
Eigentlich ganz interessant, aber es hat mich nicht so richtig vom Hocker gehaut, trotz eigentümlich-coolem Erzählstil mit Österreichischem Dialekt, weil zwei große Probleme die Entfaltung der Möglichkeiten des Romans stark ausbremsen.
Erstens: Es gibt herzlich wenig Handlung, dafür aber sehr viele zusammengeklebten Erinnerungen, aus denen eine Art Plot gebastelt wird. Das könnte gut funktionieren, aber leider wird fast alles aus Marians Leben mehr als einmal durchgekaut. Es ist als ob die Geschichte sich wieder und wieder um die eigene enge Achse dreht -- als würde sie Karussell fahren -- und sich nicht weiter entwickelt.
Ich habe erwartet, dass wir irgendwannmal etwas Neues, vielleicht Überraschendes, über Marians Vergangenheit lernen. Leider nein. Wir wissen genau so viel über sie auf den ersten paar Seite wie auf der letzte Seite.
Zweitens: Marian ist eine durchaus interessante Frau, aber genau wie die Handlung, erfährt sie keine richtige Entwicklung. Oder, eine Entwicklung ist angedeutet, aber über den nächsten Hügel zu finden. Marian war immer und ist immer Marian, ob sie einen Schicki-Micki Lebenstil frönt oder halb verhungert in einem Kuhdorf hockt. Sie wird uns als Fels in dem Sturm des Versagens präsentiert, was wenig Platz lässt für tiefe Änderung.
"Wald" ist nicht schlecht! Er hat viel gutes an sich, nur ist er einfach zu eng konzipiert und ausgeführt. Eher ein statisches "character portrait" als eine vorwärtsbewegende Geschichte.
Die Wirtschaftskrise, ein grottenschlechter Finanzberater und eigene Fehler haben Marian, eigentlich Marianne, aber aus ästhetischen Gründen Marian, ruiniert. Als aufstrebende Modedesignerin war sie gerade dabei, sich einen Namen zu machen, als sie alles verliert. Atelier weg. Shop weg. Wohnung weg. Geld weg. Stück für Stück wird ihr Leben gepfändet und statt teurer Cremes in kleinen Tiegeln, Delikatessen und Schuhen, die mal nebenbei ein Monatsgehalt verschlucken, kann sie froh sein, dass sie Seife, überhaupt etwas zu essen und Gummistiefel hat. Im geerbten Haus ihrer Tante ist sie ohne viel Bares auf sich alleine gestellt und fängt bei Null an. Fischen, Wildern, Pflanzen und Ernten - sie schlägt sich so durch. Und gäbe es Franz nicht, dann wäre sie nach ihrem ersten eiskalten Winter erfroren oder verhungert. Nunja und hungrig ist Franz auch!😅 . Doris Knecht macht uns mit einer Protagonistin bekannt, die sich in ihrem früheren Leben ausschließlich über Materielles oder ihre Liebhaber als Statussymbole definiert hat. Für mich hieß das erstmal: das kann ich nicht ab. Und für mich wird es dann immer schwer mit einem Buch zusammenzukommen, wenn ich die Charaktere nicht leiden kann. ABER: Marian befindet sich in einer Lebenskrise, entwickelt und besinnt sich - insbesondere der wesentlichen Dinge um sie herum. Sie beißt sich durch auf einem ihr unbekanntem Terrain und ich habe sie als Leserin sehr gerne dabei begleitet. Knechts uriger, dialekt-gespickter Schreibstil hat mir ebenso über den etwas holprigen Start hinweg geholfen, wie ihr feinsinnig-humorvolles Portrait der Provinzbewohner*innen, das mir sehr zugesagt hat! Kurzweilige Leseempfehlung! 👌🏻
nicht beendet, interessante prämisse aber ich verschwende keine energie in einen plot in dem sich ihr leben um männer dreht sorry dafür muss ich kein buch lesen das passiert so schon zu oft and also yo are ANN-OY-INGGGGGG
„Wald“ von Doris Knecht – ein optisch wohl sehr unscheinbares Buch, doch die Buchbeschreibung hatte mein Interesse geweckt und ich muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht! Hier geht es um Marian, die so ziemlich alles verliert und für sich selbst nur noch einen Ausweg sieht, und zwar sich selbst zu finden und dem gesellschaftlichen Bankrott hinter sich zu lassen. Sie zieht in ein abgelegenes Haus in den Voralpen und merkt schnell, dass das Leben auf dem Land mitunter auch ihr ganz eigener Kampf wird. Denn sie muss nicht nur von der Hand in den Mund leben, die Einsamkeit zwingt sie auch mental in die Knie. Das merkt man auch ziemlich schnell, denn die Autorin nimmt einen hier mit in Marians Gedanken, sie zeigt auf, was ihr durch den Kopf geht und vorallem wie sehr sich ihr Leben in der Einsamkeit von dem Luxusleben in der Stadt unterscheidet. Für mich persönlich entwickelte sich hier immer mehr ein richtiger Lesesog, ich mochte das Buch kaum aus der Hand legen und unbedingt wissen, wie sich Marian weiterentwickelt. Letztlich erleben wir hier einen einzigen Tag, gespickt mit vielen Erinnerungen und doch ist spürbar, was die Zeit mit ihr macht und wie schwer und doch auch wichtig ein Neuanfang sein kann. Der Schreibstil der Autorin ist schon sehr speziell, ich denke das werden einige mögen, andere nicht. Mich konnte die Autorin wie schon gesagt in einen richtigen Sog ziehen und mir hat die Geschichte mit all ihrer Eindringlichkeit, Tragik aber auch Selbstbefreiung gut gefallen!
Das Überleben ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit für uns, die wir in der Stadt leben. Wenn wir Hunger haben, gehen wir in den Supermarkt. Wenn wir frieren, drehen wir die Heizung hoch. Wenn wir einsam sind, posten wir auf Facebook. Marian(ne) hat allerdings diese Selbstverständlichkeiten verloren. Wir dürfen sie dabei begleiten, wie sie sich an die Kälte des letzten Winters erinnert, an den Hunger und wie es ihr damit geht, an ihrem selbstgewählten Zufluchtsort - oder eher: an dem Ort, an den ihre Flucht sie führte - keinen Anschluss zu finden. Und dabei, wie sie lernt, in ihrem neuen Leben Fuß zu fassen.
Marian war erfolgreich, hatte alles. Wohnung in der Stadt, Atelier, Partner, sogar einiges an Luxus, den sich der Mittelstand eben leisten kann. Die Wirtschaftskrise nahm Marian all diese materiellen Dinge, an die sie ihr Herz gehängt hatte. Sie flüchtet enteignet und verarmt aufs Land in das Haus ihrer verstorbenen Tante, sichert ihr Überleben vorerst mit Diebstahl, Wildern und den selbstgestrickten Socken der Tante als Schutz vor der Kälte. Die einst selbstständige Frau ist abhängig von dem, was ihr Gönner und ihre Schwester ihr als Entschädigung und Almosen zukommen lassen, außerdem zehrt sie von den Vorräten ihrer Tante im Keller. So sehr sie ihr altes Leben vermisst - immer wieder zählt sie Dinge auf, die ihr fehlen, vom Kaffee über Pflegeprodukte hin zu Besuchen in Bars und der generellen Sorglosigkeit - so sehr strengt sie sich an, ihr weiteres Überleben zu sichern. Aus den alten Büchern der Tante lernt sie, Gemüse anzubauen, Lebensmittel haltbar zu machen, Brot zu backen. Sie, die frühere Modeschöpferin, legt ihr Äußeres betreffende Eitelkeiten zu einem großen Teil ab und ersetzt sie durch praktische Kleidung. Die Affäre mit dem Gutsherrn Franz entwickelt sich zu mehr als einer bloßen Nutzgemeinschaft. So entkommt sie nach und nach der Abhängigkeit und entwickelt sich wieder hin zu einer selbstständigen Frau - wenn auch ganz anders als früher.
Beim Lesen drängen sich stets Erinnerungen an Die Wand von Marlen Haushofer auf, da auch hier die harte Arbeit für den Fortbestand der eigenen Existenz geschildert wird. Die Abschottung der Figur erfolgt allerdings nicht durch die tatsächliche Absenz anderer Menschen, sondern durch das Misstrauen der anderen Dorfbewohner der Fremden gegenüber, die zurecht auch des Diebstahls von Angebautem und Hühnern verdächtigt wird. Die dorfbekannte Affäre mit einem verheirateten Mann tut ihr Übriges. Auch zu Personen aus Marians “altem” Leben besteht wenig bis kein Kontakt, teils aus Scham, teils aufgrund nicht mehr geteilten Lebensrealitäten.
“Wald” ist die Geschichte des Am-Leben-Bleibens nach einer Krise. Das, was wir an Glück und Stabilität haben, ist in Wirklichkeit unfassbar zerbrechlich. Aber ob wir daran zerbrechen, wenn wir unser bisheriges Leben verlieren, hängt davon ab, ob wir uns neuen Umständen anpassen können und wollen, seien diese Umstände der Verlust von Sicherheit, das Älterwerden, ein Umzug in eine neue Umgebung. Marian gelingt das nach hartem Kampf mit sich selbst. Der Roman ist die Auseinandersetzung Marians mit ihrer Vergangenheit und ihrer Gegenwart, mit ihrem Scheitern und mit der Akzeptanz der Dinge, die sie nicht ändern kann. Um sich eine Zukunft zu schaffen, darf sie nicht aufgeben. Dieses Kernthema der Widerstandsfähigkeit gegenüber dem eigenen Schicksal betrifft uns alle. Vielleicht habe ich “Wald” deswegen so flott verschlungen.
Marian, eine erfolgreiche Designerin, hatte alles: luxuriöse Wohnung, teure Kleidung, Atelier, Angestellte, einen Verlobten, Therapeut. Sie ließ sich regelmäßig ihren Körper durchkneten, peelen, Fältchen aufspritzen und Haare stylen und färben. Dann geht erst ihre Beziehung in die Brüche, sie gerät an den falschen Mann und an einen windigen Unternehmensberater, der sie zu schwindelerregenden Investitionen ermutigt. Die Wirtschaftskrise 2009 tut ihr übriges und sie verliert alles und sogar noch mehr als das. Alles weg, dazu noch Schulden. Nach dem gesellschaftlichen Abstieg zieht sie sich in das von der Großtante geerbte alte Haus auf dem Land zurück. Der erste Winter lässt sie fast verhungern und erfrieren, sie findet nicht nur einmal Zuflucht in dem tröstlichen Gedanken, ihrem Leben ein Ende zu machen. Nur der Selbstgebrannte vom Onkel und die vielen Vorräte, die ihre Tante zu Lebzeiten in Weckgläsern angelegt hat, halten sie am Überleben, zerhackte Möbel nähren das kleine Feuerchen im Herd, welches wenigstens ein wenig Wärme spendet. Und dann lernt sie Franz kennen, der ihr unter die Arme greift.
Ich hab das Buch sehr gern gelesen. Eine Frau, die fast alles verliert und plötzlich nur noch das wesentlichste besitzt. Man lernt Marian kennen, in Rückschauen die alte und in der Gegenwart die neue. Früher schneiderte und entwarf sie Kleider, heute baut sie Gemüse an, sammelt Obst und kocht es ein, sie stiehlt auch mal ein Huhn beim Nachbar und sie angelt. Sie lernt, sich selbst zu versorgen und mit dem wenigen, das sie noch hat, zu leben.
Vielleicht, weil ich selbst ein Möchtegern-Selbstversorger bin, hat mir das Buch so gut gefallen. Die Geschichte entwickelte einen Sog, dem ich mich nicht mehr entziehen konnte. Auch sprachlich fand ich das Buch absolut gelungen.
Der Start ist etwas holprig, doch bald lässt einen das Buch nicht mehr so recht los. Der Schreibstil ist etwas eigenwillig, zudem sehr „nah dran“. Kammerspiel fällt mir als Stichwort ein. Passt aber super zum gewählten Aufbau und der Geschichte.
Zur Handlung selbst möchte ich nichts verraten, wen der Klappentext neugierig macht sollte jedenfalls reinlesen.
Was braucht eine Frau? Wenig. Ein Dach über dem Kopf, etwas zu essen und Holz zum Heizen. Und einen Mann, der dies sicherstellt und sie natürlich dafür bezahlen lässt. Sehr gut geschrieben, wie man es von Doris Knecht gewohnt ist.
Sehr eigener Schreibstil, sehr passend zur Story. Zeitweise sehr langsam und kleinteilig erzählt, es aber wiederum zu der Geschichte passt. Interessant & erinnert an Die Wand.
Von der Beschreibung her erinnerte das Buch sofort an Die Wand: Frau aus der Stadt plötzlich alleine abgeschieden auf dem Land. Rasch stellt sich aber heraus, dass die Konstellation hier ganz anders ist.
Marian(ne) hat sich aus der Stadt in das geerbte Haus einer Tante geflüchtet, als ihr die Privatinsolvenz zu viel wurde, und lebt von dem, was sie sich zusammenklaut, selbst anbaut oder jagt, oder was ihr Franz, der gut situierte Bauer der Gegend, mitbringt. Der erste Winter muss hart und v.a. kalt gewesen sein, die Handlung setzt im Herbst darauf ein. Marian hat sich mit Franz eingelassen und reflektiert im Laufe eines Tages diese besondere Beziehung mit ihm und was sie hierher gebracht hat. Bis auf ein paar Gespräche an dem aktuellen Tag besteht der Roman nur aus gedankenstromartigen Berichten, durch die die Leserin in Marians Kopf blicken kann.
Es waren vor allem ein paar Ansätze zum Thema Beziehungen und Entscheidungen, die ich interessant fand. Und den eigenwillige Erzählstil. (Ist das Knecht-typisch oder ein bewusstes Stilmittel in diesem Roman?)
Die Geschichte eines tiefen Falls nach einer steil aufgestiegenen Karriere. Marian hatte Erfolg, einen Mann, Geld, Freunde, Luxus. Heute hat sie nichts mehr davon. Doch, einen Mann, aber wie es um ihn steht, weiß sie nicht so recht zu beurteilen. Überhaupt hat sie viele ihrer früheren Überzeugungen abgelegt. Es bleibt ihr auch nichts anderes übrig. Nach einigen falschen Entscheidungen, naiven Geschäftspraktiken, falschen Ratschlägen und dazu noch einer fehlgeleiteten Liebe hat sie alles verloren. Sie zieht sich in das abseits auf dem Land gelegene Haus ihrer Tochter zurück und fängt ihr neues Leben bei Null an. Sie lernt zu töten um zu überleben und legt ihr städtisches Wertesystem ad acta. Ihre Überlegungen / Selbstreflexionen in diesen minimalistisch gehaltenen Aktionen sind das Interessante an diesem Buch. Wie sie ihre Stärke nicht verliert sondern umlegt, wie sie ihr früheres Leben analysiert und daraus für das heutige Leben Lektionen ziehen kann. Wie sie sich schlussendlich anpassen kann, weil sie sich anpassen muss, aber auch weil sie eine neue Chance sieht. Eine düstere Atmosphäre umspannt diesen Roman um das Überleben, aber auch um eine Entwicklung und eine Persönlichkeit, mit der ich trotz ihrer vielen Makel gerne einen Nachmittag verbringen würde. Sie hätte sicher noch viel zu erzählen.
First Austrian book I've read. Touches on a number of current issues like retrenchment, ageing, loss of livelihood, struggle. The main character Marian is a strong, innovative lady, who goes fishing, hunting, gardening etc in the area, where she inherits a home from her aunt. The change from city life in luxury and in societies upper circles is contrasted with her move to the country side, where she nearly freezes the first winter and has to fire up most of her furniture before she gets wood on a more sustainable basis. She nearly starves too, but learns to keep herself nurished as time goes by. In the end all works out pretty well, perhaps, just a bit too well - thanks to good luck as she puts it. I think, that's a valid point. Her downfall was not her mistake, just as her success and survival weren't either. She acknowledges that. It's a matter of circumstances and finally it works out all right. I like the way, she describes the austrian village life, catholicism and even the way she fishes, hunts, gardens. A book about survival. I liked it.
Frau hat durch die Finanzkrise alles verloren, was sie sich mit ihrer Modedesignfirma aufgebaut hatte und lebt jetzt im Haus ihrer verstorbenen Tante ohne Geld im Wald und kämpft sich durch. Sehr interessant und super zu lesen . Mit Witz durchsetzte Sprache.
Ich habe dieses Buch zufällig in einem Second Hand Laden aufgestöbert und es als Urlaubslektüre auserkoren. Besonders der hübsche Umschlag hat mich angesprochen: "Stillleben mit Pilzen und Schmetterlingen" von Otto Marseus van Schrieck. Inhaltlich habe ich mir eine Geschichte in die Richtung von Marlen Haushofers "Die Wand" erwartet. Tatsächlich war es dann auch eine Mischung aus Erzählungen von alltäglichen Aktivitäten zum Überleben der Protagonistin, sowie aus inneren Monologen, die das alte, vergangene Leben. Auch wenn es stellenweise traurig und erschreckend ist, ist das Buch nicht so schwerfällig, deprimierend und endgültig wie in "Die Wand".
Für mich war es das erste Buch, das ich von Doris Knecht gelesen habe, und bestimmt auch nicht das letzte, da ich ihren Schreibstil sehr schätze, besonders die österreichisch eingefärbten Worte, die öfters benutzt werden.
Doris Knecht beschreibt in schlichten, aber mitnehmenden Worten wie Marian, am Boden ihrer zerstörten Existenz, es schafft sich ein neues Selbst zu entdecken.