Ein gesundes Selbstvertrauen – wer wünscht es sich nicht? Vor Ablehnung oder Kritik keine Angst haben zu müssen. Sich einfach mehr zuzutrauen – und so beruflich und privat ganz anders, selbstbewusster und erfolgreicher auftreten zu können. Danach sehnen sich viele. Doch den meisten von uns mangelt es leider an Selbstvertrauen. Denn als Kinder und Jugendliche bekommen wir mehrere tausend Male gezeigt und gesagt, was wir alles nicht können. Wir werden kleingemacht, im Versagen bestärkt – aber nicht im Wagen und Gelingen. Später fehlt oft der Mut, sich selbst etwas zuzutrauen. So bleiben wir hinter unseren eigentlichen Möglichkeiten zurück.Dem erfolgreichen Unternehmer und Bestseller-Autor Bodo Janssen ist es ein Herzensanliegen, dass wir uns auf die Suche nach einem erfüllten Leben machen und unsere eigene Bestimmung finden. Damit wir innerlich wachsen und herausfinden, was uns stark macht. Um die eigenen Fähigkeiten zu erproben, nimmt er junge Auszubildende aus seinem Unternehmen mit auf besondere Touren, bis ans Ende der nach Spitzbergen oder auf den Kilimanjaro, den höchsten freistehenden Berg der Erde. Die Erzählungen über die Vorbereitung und Durchführung der Touren bilden den Rahmen für sein neues Buch. Er schreibt über das Fehlen wirklicher Vaterfiguren und nimmt seine Leserinnen und Leser mit auf die innere Reise zu einem selbstbewussten, kraftvollen Leben.»›Du kannst viel mehr.‹ Das will ich jedem Leser meines Buches mit auf den Weg geben.«Bodo Janssen
Bodo Janssens vorausgegangene Bücher waren durchaus empfehlenswert. Gerade weil er als Geschäftsführer in seinem Unternehmen besonders intensiv den Mitarbeitenden als Menschen in den Mittelpunkt gestellt hat. So solle laut ihm das Unternehmen den Mitarbeitenden dienen und nicht die Mitarbeitenden dem Unternehmen. Was aber schreibt solch ein Unternehmer, der extra dazu mit einem Teil seiner Auszubildenden Expeditionen zum Kilimandscharo und nach Spitzbergen unternommen hat, zur Stärkung des Selbstvertrauens junger Leute? Lassen sich Teile dieser Erfahrungen vielleicht sogar in meine eigene Arbeit mit jungen Führungskräften einbinden?
Diese Fragen wollte ich klären. Und hier begann die große Enttäuschung. Denn das Buch hat sich leider als eines dieser inhaltsschwachen Feel-Good-Bücher herausgestellt, wie es sie mittlerweile zu Tausenden kaufen gibt. Zusammenfassen lässt sich der Kern des Buches mit den 12 zentralen Impulsen für die Selbstreflexion, die an dessen Ende gegeben werden. Kann man also getrost auf die Lektüre dieses Buches verzichten und stattdessen auf entsprechen. Instagram-Pages oder YouTube-Videos zurückgreifen? Nicht ganz! Denn auch wenn dies vermutlich nicht vom Autor beabsichtigt gewesen ist, zeigt dieses Buch ausgezeichnet die Ambivalenz unserer heutigen Gesellschaft. Auf der einen Seite die Steigerung des individuellen Selbstvertrauens zum Erreichen des wie auch immer definierten Erfolgs. Auf der anderen Seite aber die stärkere Beachtung der Bedürfnisse anderer Personen mit besonderem Fokus auf die eigene Familie. Treffender lässt sich wohl kaum aufzuzeigen, dass ein wachsender Teil unserer Gesellschaft zwischen verschiedenen entwicklungspsychologischen Stufen schwankt, was immer wieder zu Zielkonflikten führen kann.