"Hast du heute böse Männer gefangen?" – Die vierjährige Laura ist Katharina Kleins größter Fan. Umgekehrt ist das nicht der Fall, schon gar nicht am zweitschlechtesten Tag ihres In einer missglückten Polizeiaktion ist Katharinas Partner umgekommen – und sie selbst hat zwei Menschen erschossen. Jetzt ist sie suspendiert und sieht sich einer Mordanklage gegenüber. Doch als Lauras Mutter ermordet wird, muss Katharina Laura bei sich aufnehmen; und bald schon setzt die Kommissarin alles daran, das Versprechen, das sie dem kleinen Mädchen gibt, einzulösen und den Mörder von Lauras Mutter zu finden. Unerwartete Hilfe erhält Katharina durch den arroganten, undurchsichtigen und leider viel zu attraktiven Gerichtsmediziner Andreas Amendt - mit dem sie mehr verbindet, als gut für sie ist. Aber alles zu seiner Erst muss sie Laura noch in den Kindergarten bringen … Katharina liebt Oldtimer und Schusswaffen – und sie hasst Gewaltverbrechen. Um die Täter zu finden, geht sie stets auf Ganze. Sie ist Frankfurts chaotischste (und beste) Kriminalpolizistin. "Sex mit Handschellen gleich auf der ersten Seite – na das kann ja heiter werden… Wird es auch. Außerdem noch abgrundtief spannend, vollgepackt mit Action, einer großzügigen Prise Erotik, Ironie, dabei aber auch was fürs Herz und fürs Hirn." (Rezension im Krimiforum)
I studied Drama and Directing in Gießen and Frankfurt, worked as a theatre director in Germany and South Africa, and finally (at least for the moment) started to earn money in advertizing and communications. I published one novel so far, a second is to follow in autumn.
Wie schon „African Boogie“ beginnt auch „WestEnd Blues“ mit einem großen Knall. Katharina Klein, Hauptkommissarin beim KK 11 in Frankfurt am Main, wacht nach einer durchzechten Nacht im Bett eines Fremden auf – ohne Erinnerung an den vergangenen Tag. Das Klingeln ihres Handys bringt langsam die Orientierung zurück: Der Anrufer ist ihr Vorgesetzter, Kriminaldirektor Polanski, und Katharina dämmert, dass sie gestern in eine Schießerei mit dramatischem Ausgang verwickelt wurde. Ihr Partner wurde von Drogendealern erschossen und sie selbst tötete anschließend seine beiden Mörder. Weil es sich bei dem Einsatz offenbar um eine missglückte Aktion eines Undercoverermittlers handelte, der nun aus Selbstschutz Katharina an den Pranger stellt, wird die Kommissarin vorläufig vom Dienst suspendiert.
Frustriert und wütend macht sie sich auf den Weg nach Hause, wo jedoch schon das nächste Übel auf sie wartet. Als Katharina spätabends im Hausflur die vierjährige Tochter ihrer Nachbarin alleine vorfindet und sich daraufhin beunruhigt Zutritt in deren Wohnung verschafft, findet sie dort die schwerverletzte Mutter des Mädchens, welche wenig später im Krankenhaus verstirbt. Was zunächst nach einem tragischen Haushaltsunfall aussieht, wird von der Polizistin schnell als Mord erkannt und Katharina nimmt inoffiziell die Ermittlungen auf. Weil der Ex-Mann ihrer Nachbarin jedoch im Ausland unterwegs und vorerst nicht erreichbar ist, hat die Kommissarin aber auch noch die kleine Laura am Hals und muss den Mordfall sowie das Babysitten unter einen Hut bringen…
Langweile droht also nicht aufzukommen und so gestaltet sich auch das Lesen des Buches wieder sehr unterhaltsam. Zu dem Mord an Katharinas Nachbarin gesellt sich schnell noch ein weiterer merkwürdiger Todesfall, in den Katharina eher zufällig mit hineingezogen wird, als sie im Krankenhaus auf den Gerichtsmediziner Andreas Amendt trifft. Dieser hat bei der Obduktion einer während einer Kaiserschnitt-Operation verstorbenen Patientin einen vermeintlichen Kunstfehler entdeckt und den zuständigen Chirurg mit schweren Vorwürfen konfrontiert, woraufhin er – genau wie Katharina – vorübergehend suspendiert wurde. Somit treffen also praktisch zwei Leidensgenossen aufeinander, die sich auch schnell zu einem improvisierten Ermittlerteam zusammenfinden. Wie der Klappentext bereits andeutet bleibt es natürlich nicht bei der reinen beruflichen Zusammenarbeit und Katharina und Dr. Amendt kommen sich auch im Privatleben langsam näher – obwohl die Kommissarin den selbstbewussten Gerichtsmediziner anfangs ziemlich arrogant findet…
Wie ich es schon aus dem Nachfolgeroman „African Boogie“ kannte, strotzt auch der Vorgänger förmlich vor lauter interessanten Charakteren. Das beginnt natürlich schon mal bei der Protagonistin: Katharina Klein ist Halb-Asiatin und attraktiver Single, ihre Familie wurde vor vielen Jahren ermordet und im Beruf hat sie sich den Spitznamen „Killer-Queen“ erarbeitet – frei nach dem Motto „Erst schießen, dann fragen“. Die kampfsporterprobte Amazone geht keiner Konfrontation aus dem Weg und hat aufgrund ihrer häufigen Alleingänge unter ihren Kollegen nicht allzu viele Freunde. Diese dürfte sie dafür umso mehr unter den Lesern des Romans finden, denn die Figur der Hauptkommissarin ist wirklich erfrischend unkonventionell. Durch ihr Temperament kommt es zu manch unterhaltsamer Situation, wie z.B. als sie bei ihrer Suspendierung ihre Dienstwaffe abgeben muss. Dabei packt sie neben der Polizeipistole nämlich auch noch ein Paar japanischer Wurfsterne sowie ein Butterflymesser auf den Tisch – sehr zum Entsetzen ihres Chefs Polanski.
Die zweite wichtige Rolle nimmt der Arzt Dr. Amendt ein. Auf den ersten Blick selbstverliebt und überheblich, zeigt er doch auch seine weiche Seite und hat wie Katharina eine traumatische Vergangenheit aufzuweisen. Zusammen mit der Polizistin ergibt sich so ein bissiges, aber auch herzliches Team, wenngleich das ewige Hin-und-Her in Sachen Romantik mit der Zeit etwas nervt. Doch auch die Nebenfiguren wissen zu überzeugen, sei es die altkluge Vierjährige Laura, welche sich in Beziehungsfragen als geschickte Psychologin entpuppt, Polizeichef Polanski, der die Alleingänge seiner besten Ermittlerin zwar nicht gutheißt aber ihr dennoch gegen alle Widerstände den Rücken stärkt oder Katharinas Mafia-Onkel mit seinen beiden äußerst sympathischen (!) Schlägern Hans und Lutz – Autor Helmut Barz hat sich mit seinen Figuren einen bemerkenswertes Umfeld geschaffen, in welchem man sich als Leser gerne aufhält.
Doch nicht nur die Charaktere, auch die Krimihandlung weiß durchaus zu gefallen. Zwar ist nicht immer alles logisch und die ein oder andere Wendung wirkt ein wenig zu sehr konstruiert, doch über diese kleinen Schwächen sieht man gerne hinweg, denn unterhaltsam ist der Plot auf jeden Fall. Barz mixt wild Themen wie Genetik, Liebe, Rache, oder Homosexualität durcheinander, was zuweilen zu absurden Ergebnissen wie einer liebestollen lesbischen Staatsanwältin führt aber insgesamt überraschend leicht verdaulich ist. Der Schreibstil des Autors ist angenehm flüssig, sodass sich der Roman recht zügig lesen lässt. Auch die Auflösung ist zwar wie der Rest des Buches ein wenig abgehoben aber nichtsdestotrotz gelungen. Zudem bietet der Schluss einen guten Übergang zum in der Geschichte direkt anschließenden Nachfolger „African Boogie“.
Mein Fazit: „WestEnd Blues“ von Helmut Barz ist ein locker-leichter Krimi, der zwar nicht gerade anspruchsvollen Lesestoff bietet aber für ein paar Stunden spannender Unterhaltung allemal taugt. Eine flotte Handlung, eine ausgewogene Mischung von Mordfall und Privatleben, skurrile und sympathische Charaktere mit einer der interessantesten Kommissarinnen der gegenwärtigen Krimiliteratur – der Auftakt der Reihe um Katharina Klein macht schlicht und einfach Spaß. Ernste Töne und witzige Dialoge halten sich die Waage und die Story lässt durch originelle Ideen keine Langeweile aufkommen. Da passt zwar nicht immer alles logisch zusammen und an manchen Stellen übertreibt es der Autor auch ein wenig, doch insgesamt ist „WestEnd Blues“ ein guter Krimi für Zwischendurch. Das Buchcover wirbt mit einem Frankfurt am Main-Setting, dies hätte man aber noch ein bisschen mehr ausschmücken können, denn eigentlich hätte die Handlung auch in einer beliebigen anderen deutschen Großstadt spielen können – das macht Nele Neuhaus mit ihren Main-Taunus-Büchern deutlich besser. Wer auf einen Roman mit Lokalkolorit hofft wird daher vielleicht ein wenig enttäuscht, Freunde temporeicher, überwiegend unblutiger und humorvoller Krimiunterhaltung kommen dagegen voll auf ihre Kosten. Ich hoffe jedenfalls auf weitere spannende Einsätze mit Hauptkommissarin Katharina Klein vom KK 11!
Ein ganz solider Krimi aus Frankfurt mit spannender Handlung, vielen Verdächtigen und lustigem Möderraten. Auch die Aufnahme eines entzückenden Kindes in den Plot, nämlich die Tochter eines Mordopfers, das vorübergehend, bis der im Ausland weilende Vater informiert ist, bei der Komissarin Katharina Klein untergebracht wird, war eine grandiose Idee des Autors.
Leider muss ich nun mit der Kritik anfangen. Katharina Klein ist eine derart ambivalente Figur, dass Sie für mich wenig glaubwürdig wirkt. Einerseits hat sie nach dem Erschiessen von zwei Drogendealern nicht mal Alpträume, ist eine flinke toughe Kampfsportspezialistin mit totaler Körperbeherrschung und ansonsten auch eine beinharte Polizistin, andererseits fällt sie wegen Unterzuckerung und Trauer über den Tod des Kollegen im ersten Teil des Romans ständig in Ohnmacht bzw. beginnt zu weinen und kriegt auch sonst bei der Figur des hübschen Gerichtsmediziners ständig weiche Knie und muss sich anlehnen. Da kommt schon mein zweiter Kritikpunkt. Was hat den Autor denn da gebissen, in einen Krimi eine Art Biancahandlung(oder wie immer diese komischen Frauenromane heissen) mit dem perfekten Mann, schlotternden Knienen und feuchten Händen einfliessen zu lassen. Gut für manche mag diese Genremischung spannend klingen, und ich spreche ein gewisses Zielpublikum dafür gar nicht ab. Für mich, die fast jede Chicklit verdammt, ist das natürlich eine Katastrophe.
Eines kann der Autor jedoch - einen spannenden Plot entwickeln und der Cliffhanger am Ende läßt natürlich Lust auf mehr zurück.
Fazit: Leichte Lektüre, spannend aber man sollte einen Hang zu Liebesgeschichten haben.
Katharina Klein, Kommissarin bei der Frankfurter Kriminalpolizei, liebt Oldtimer, Waffen und Zeichentrickfilme. Und sie hasst Morde: Um die Schuldigen zu überführen, riskiert sie, wenn nötig, Kopf und Kragen. "WestEnd Blues ist ihr erster Fall“
Inhalt: Die Halbasiatin Katharina Klein arbeitet als erfolgreiche Hauptkommissarin bei der Frankfurter Kriminalpolizei. 100 % Aufklärungsquote spricht für sich. Auch wenn sie aufgrund ihrer robusten Art und Weise von vielen nur noch die Killer-Queen genannt wird, lässt sie sich nicht beirren und bringt verbissen Fall für Fall zu einem positiven Ende. Leider ist ihr Stursinn und ihre spezielle Ermittlungsart einigen Kollegen ein Dorn im Auge. Einzig ihr Vorgesetzter Polanski und ihr Partner Thomas scheinen sie zu akzeptieren und lassen sie gewähren. Doch dann kommt gerade Thomas bei einer missratenen Undercover-Aktion ums Leben und Katharina erschießt, ohne zu zögern, die zwei Geiselnehmer, denen Thomas zum Opfer fiel. Leider versuchen ihre unliebsamen Kollegen, Katharina aus dieser Aktion, die eigentlich allen weiteren Geiseln das Leben rettete, einen Strick zu drehen und sie wird kurzerhand erst einmal vom Dienst suspendiert. Zu hause angekommen, findet sie die vier-jährige Tochter ihrer Nachbarin im Treppenhaus vor, die ihre Mutter vermisst. Alarmiert dringt Katharina in Melanies Wohnung vor und findet diese tot auf dem Boden liegend vor. Ein Haushaltsunfall? Katharina kann das nicht glauben. Kurzerhand nimmt sie Laura bei sich auf und beginnt, trotz Suspendierung zu ermitteln. Unerwartete Hilfe und Unterstützung bekommt Sie vom - ebenfalls suspendierten- Gerichtsmediziner Andreas Arnedt ... und natürlich von ihrem etwas berüchtigtem, aber stets bestens informiertem Onkel Antonio Kurtz. Während sich Katharina auf ihre eigene Anhörung vorbereitet, versuchen Sie, den Mörder von Lauras Mutter zu finden. Denn dass Melanie ermordet wurde, ist für Katharina mittlerweile sonnenklar...
Handlung & Charaktere: Helmut Barz ist mit dem ersten Band "WestEnd Blues" ein gelungener Start in eine spannende und fesselnde Krimi-Reihe gelungen. Eine rasante Geschichte, die in Frankfurt am Main spielt und die alles hergibt, was ein guter Krimi bieten muss: Die Spannung beginnt gleich zu Beginn der Geschichte und kann über das ganze Buch gehalten werden. Trotz vieler kriminologischer Details, kommt zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf. Mit viel erfrischendem Humor und Unterhaltung wird der Leser gefesselt und nimmt so an den Ermittlungen teil. Der Schreibstil ist locker und leicht und daher recht angenehm zu lesen. Es laufen mehrere Handlungsstänge ineinander, aber es fällt nicht schwer, den einzelnen Geschehnissen zu folgen. Manches wird etwas zu sehr herausgearbeitet, so zum Beispiel die sexuellen Neigungen einiger Protagonisten, haben diese doch wenig bis gar nichts mit dem Krimi zu tun und verwirren daher den Leser eher. Die Hauptcharaktere Katharina Klein ist so untypisch "Kommissaren-like", das es zwar eine Freude ist, ihren nicht so ganz üblichen Ermittlungsmethoden zu folgen, aber ab und an beschleicht einen doch der Gedanke, ob hier nicht ein klein wenig zu dick aufgetragen wurde. Eine Frau mit Temperament und Elan, die sich von nichts und niemanden unterkriegen lässt und die Dinge im Alleingang erledigt. Eine Frau, die trotz ihres Jobs an illegalen Pokerspielen teilnimmt, und meines Erachtend doch ein bisschen zu sehr das Bild einer in Kampfsport bestens ausgebildeten, schwarzes Leder tragenden Amazone verkörpert. Einzig ihre ständig wiederkehrenden Ohnmachtsanfälle können dieses Bild wieder etwas schwächen. Und natürlich ihre Fürsorge Laura gegenüber. Laura ist ein etwas neunmalkluges, vierjähriges Mädchen, das man aufgrund ihrer offenen und vertrauensseligen Art sofort ins Herz schließen mag. Sie schafft es, die großen, starken Männer mit ihrem Lieblingsfilm "Bambi" zum weinen zu bringen und vereint alle am Tisch für eine gemeinsame Runde Mensch-ägere-dich-nicht. Andreas Arendt erscheint als ruhiger, sehr zurückhaltendender Typ, der sich auf recht unscheinbare Art um Katharina und Laura sorgt. Er bekocht sie, er ist stets in ihrer Nähe und birgt doch so viele Geheimnisse. Seine wahre Identität und sein großes Geheimnis bleiben bis zum Ende ein spannendes Rätsel. Aber auch die weiteren Nebendarsteller wie zum Beispiel Katharinas Bodyguards Hans und Lutz oder der Vorgesetzte Polanski sind sehr sympathisch und liebevoll dargestellt. Dr. Henthen wird gleich zu Beginn die Rolle des erfolgsbesessenen Arztes zugeteilt, der voll und ganz in seiner Gentechnik aufgeht und dessen oberstes Ziel es ist, durch Manipulation der Gene das perfekte Kind schlechthin zu erschaffen. Er bekommt den gewollt unsympathischen Stempel aufgedrückt , den er allemal verdient.
Fazit: "WestEnd Blues" ist ein gelungener, leichter Krimi, der genügend Spannung für den Leser bereithält, um ihn an das Buch zu fesseln. Manchmal werden zu viele Klischees aufgearbeitet und die Protagonistin wird in der Darstellung ihren Eigenschaften und ihrem Charakter etwas zu sehr aufgebauscht, dass man fast das Bild einer Lara Craft vor Augen hat. Nichtsdestotrotz bereitete mir das Lesen dieses deutschen Krimis sehr viel Spaß und ich kann dieses Buch getrost an Krimi-Liebhaber weiterempfehlen. Ich bin nun sehr gespannt auf Katharina Klein´s zweiten Fall in "African Boogie"