Der erste Roman des Bestsellerautors! Bov Bjergs bisher unbekannter Debütroman. Die Druckauflage wurde bei einem Lagerbrand vernichtet. Nun erscheint das Buch erstmals für ein breites Publikum. Paula ist Ende dreißig und übersetzt Gebrauchsanweisungen. Sie lebt in den USA, "schon so richtig amerikanisch dick" – eine "Verschollene", die ihrer Heimat doch nicht entkommen Denn eines Tages muss sie sich auf den Weg zurück machen. Widerstrebend reist sie noch einmal in das Dorf ihrer Kindheit. Das von der Schwester bewohnte Elternhaus wird zum Schauplatz einer atemberaubenden Geschichte. Paulas Vater war Friedhofssteinmetz, und nun ist sein eigenes Grab abgelaufen. Es ist an Paula, seinen Stein abzumontieren und nach Hause zu schaffen. – Deadline ist ein suggestiver Roman, der die Schocks modernen Menschseins überragend gestaltet, mit spielerischer Sprache und makabrem Witz. "Das überraschendste Leseerlebnis des Jahres. Ein ganz neuer Ton, eine völlig neue Schreibart; ich könnte nichts Vergleichbares nennen." Christoph Hein "Ein sich selbst beschleunigender Roman über die Konkurrenz zwischen letzten Chancen und letzten Dingen." Monika Rinck
Bov Bjerg ist ein deutscher Schriftsteller und Kabarettist. Sein bürgerlicher Name ist Rolf Böttcher. Sein Pseudonym wählte er nach der dänischen Stadt Bovbjerg.
Bov Bjerg wuchs am Rande der Schwäbischen Alb auf. Er studierte Linguistik, Politik- und Literaturwissenschaften in Berlin und Amsterdam. Er ist Absolvent des Deutschen Literaturinstituts Leipzig. Um keinen Wehrdienst leisten zu müssen, zog Bov Bjerg 1984 nach Westberlin. Dort gründete er 1989 mit einigen Studienfreunden die Literaturzeitschrift Salbader. Zwischen 1989 und 1996 rief er mehrere Berliner Lesebühnen ins Leben: Dr. Seltsams Frühschoppen, Mittwochsfazit und die Reformbühne Heim & Welt. Bei verschiedenen Produktionen des Musikkabaretts Zwei Drittel arbeitete er als Schauspieler, Autor und Koch. Von 1992 bis 2002 schrieb er für die Berliner Stadtzeitung scheinschlag (im Wechsel mit Hans Duschke) die Kolumne „Nachgefragt“. Von 1997 bis 1998 war Bov Bjerg Redakteur der Satirezeitschrift Eulenspiegel.
Mit der Kurzgeschichte Howyadoin über „German Hermans“ Abenteuer auf einem amerikanischen Campingplatz nahe einer Eisenbahnlinie und eines US-Bundesgefängnisses gewann er im Jahr 2004 den MDR-Literaturpreis 2004. Er lebt seit 1984 mit kurzen Unterbrechungen in Berlin.
Im Dezember 2019 wurde die auf seiner Vorlage basierende Romanverfilmung Auerhaus veröffentlicht. 2020 gelangte Bjergs Roman Serpentinen auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises.
Ziemlich deutlich ein Vorläufer von Serpentinen, deutlich direkter als Auerhaus: Wiederholte Wortwendungen ("Slash Rekonstruktion"), verfremdende Erzähltechnik (hier ständig Synonyme, die der Ich-Erzählerin, von Beruf Übersetzerin, als Übersetzungsmöglichkeite durch den Kopf gehen), schwäbische Alb, eine kleinbürgerliche Dorfgemeinschaft, Befreiung durch Ausbruch daraus, ein Alkoholikervater, der sich umgebracht hat, der Friedhof, Einzelgänger. Aber im Gegensatz zu Serpentinen haben wir hier Schwestern statt Brüder.
Ich habe mich doch überwunden, das Buch zu beenden. Es hat so seine kleinen Momente, aber insgesamt konnte ich damit nicht warm werden. Das Hörbuch bestand aus Zusammenschnitten von live Mitschnitten und rein eingelesen Kapiteln, wobei die Reaktionen des Publikums manchmal bereichernd waren.
Der Roman erschien 2008 erstmals. Es geht um Paula, Übersetzerin, übergewichtig, Ende 30, lebt in ihrer Wahlheimat, den USA. Sie kehrt kurzzeitig aufgrund dem Grab ihres Vaters und der Krankheit ihrer Mutter nach Deutschland zurück und nimmt ein anderes Lebensgefühl wahr, das zeigt sich durch ein anderes Tempo, denn in den USA muss immer alles schnell gehen. Immer wieder werden Merkmale der Zeit (im Jahr 2005) genannt. Auch das prägt das Buch.
Wahrnehmung steht im Vordergrund und Bov Bjerg findet die Sprache dafür, dem Ausdruck zu geben. Damit verbunden ist leicht kühle und etwas schwermütige Stimmung.
Bemerkenswert auch das Nachwort von Kanon-Verlag-GründerGunnar Cynybulk, das er aktuell für diese neue Buchausgabe geschrieben hat.
Vergleicht man Deadline mit Bov Bjergs letzten Roman Serpentinen, sieht man, dass er sich weiterentwickelt hat. Aber sein einmaliger Stil ist auch schon in Deadline in ausgeprägter Form vorhanden.