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Tod in Weimar: Kriminalroman

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Dominique Horwitz' frech, witzig und temporeichIn der „Villa Gründgens“, dem Weimarer Alterssitz für Bühnenkünstler, wird die Probenarbeit des „Schiller-Zirkels“ jäh Aus der greisen Theatergruppe stirbt unter mysteriösen Umständen einer nach dem anderen. Roman Kaminski, Kutscher und Stadtführer in der Goethe-Stadt, sieht sich gezwungen, der rätselhaften Todesserie auf den Grund zu gehen. Doch der ehrgeizige Kommissar Westphal scheint Kaminski in der Hand zu haben, der zu allem Überfluss auch noch zwischen zwei Frauen steht.

Paperback

First published August 17, 2015

10 people want to read

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6 (16%)
1 star
4 (11%)
Displaying 1 - 9 of 9 reviews
Profile Image for Steffi.
1,123 reviews273 followers
October 7, 2016
Ein Seniorenheim für ehemalige Bühnenkünstler, in dem die Atmosphäre sexuell aufgeladen ist und in regelmäßigen Abständen Menschen ums Leben kommen. Touristen, Weimarer Klassik, Buchenwald, neue und alte Nazis. Das könnten Zutaten für einen wirklich ungewöhnlichen Krimi werden, aber ach – sprachlich ist das ein einziges Desaster.

Die Dialoge, und von diesen gibt es im Buch viele, sind völlig überzogen. Sie lassen sämtliche Figuren lächerlich und unglaubwürdig erscheinen. Ein junges Mädchen redet vulgär daher, aber so übertrieben, dass man keine Empathie aufbaut (man denke dagegen an Lisbeth in den Stieg Larsson-Geschichten, ebenfalls ein unangepasster, aggressiver Outlaw, der aber glaubwürdig ist). Da die Dialoge die Charaktere kaum lebendig werden lassen, werden sie in absolut plumpen, abgedroschenen Formulierungen weiter ausgeführt. Das verwundert, denn der Autor ist selbst Schauspieler und daher müssten ihm die Dialoge doch besonders am Herzen liegen; diese vor allen anderen Passagen am ehesten gelingen. So aber wird die Lektüre zum Ärgernis.

Nicht einmal die zahlreichen Goethe- und Schillerzitate oder die Beschreibung einer Inszenierung der „Räuber“ tragen zur Hebung des Niveaus bei. Nicht einmal die Frage nach dem Mörder lässt Spannung aufkommen.

Nur weil ich die Grundidee ganz interessant finde, kann ich auf zwei Punkte aufrunden.
Profile Image for Hanna.
23 reviews
September 21, 2024
Das konnte ich echt nur noch in den Müll werfen! Der Autor hat einfach jede einzelne weibliche Person in diesem Buch so krass sexualisiert, ob 80 oder 14(!!!), einfach ekelhaft.
Profile Image for Jule.
819 reviews9 followers
December 12, 2015
Obwohl die ersten Seiten dieses Erstlingswerkes eigentlich einen leichten, skurill-lustigen Krimi versprachen, taten sich spätenstens nach der Hälfe des Buches wahre Tiefen auf. Neben der Behandlung (und manchmal angedeuteten Misshandlung) von Senioren schreibt Horwitz vor allem über die nazionalsozialistische Vergangenheit Weimars (und Deutschlands), die neo-nazionalsozialistische Gegenwart der perspektivlosen Jugend in der ländlichen Gegend und dem Umgang mit dem Gedenken an diese schwierige Geschichte. Das mag wie schwerer Kost klingen, fügt sich aber wunderbar in die verrückte Welt des Seniorenheims ein und gleicht die Komik aus. Und es gehört nunmal zu Weimar - denn das ist nicht nur Schönheit, Tourismus und Kultur. Bravo für diesen mutigen Schritt, ein so wichtiges und doch oft übergangenes Thema mit einzubeziehen.

Horwitz und sein Erzähler Kaminski reden wie ihnen die Schnauze gewachsen ist: manchmal männlich anzüglich (sicher könnte man sich aus feministischer Sicht darüber pikieren, aber dieser Roman hat soviele gute Seiten und auch so einige starke Frauen, also "Scheiß drauf!"), oft sarkastisch und ironisch. Es ist eine sehr sympathische Erzählerstimme, die den Leser durch die spannende Handlung führt, mit realistischen Gedanken und Problemen. Es ist eine typische thüringische Erzählstimme und ein typisch thüringisches Buch. Der Kriminalfall ist sehr spannend und nicht vom ersten Moment an durchschaubar, und die kleineren Handlungsstränge der Romanze und des ... ich nenne es mal Baby sitting ... runden ihn ab und sorgen für Abwechslung. Dazu kommen quirlig verrückte Charaktere und sehr passende, aber keineswegs überladen kitschige Beschreibungen von Weimar.

Alles in allem ein wunderbar gelungener Roman mit einer wichtigen Botschaft, der allerdings nie schwer und erdrückend wirkt. Und es gleingt ihm fabelhaft, Kultur, die thüringische Art, Mord und Umgang mit der Geschichte in Weimar zu vereinen.
Profile Image for Ritja.
620 reviews
December 18, 2015
Selten habe ich einen so unterhaltsamen und witzigen Krimi gehört. Es fließt kaum Blut, es wird nicht geschossen, aber es gibt mehrere Tote. Alte Menschen, die in der Villa Gründgens lebten und ganz plötzlich sterben. Sie sterben aber nicht nach langer Krankheit, sondern werden mitten aus dem Leben und dem Schauspielstück "Die Räuber" gerissen.

Horwitz gibt seinen Charakteren wunderbare Eigenheiten und Charakterzüge. Er erzählt sehr bildhaft von den alten Damen und Herren, die teilweise aus der Theater- und Ballettbranche kommen und sich das divenhafte Benehmen bis ins hohe Alter bewahrt haben. Die vielen kleinen Klischees der Schauspielwelt werden hier wunderbar bedient und geben immer wieder einen Grund zum Schmunzeln.

Passend dazu spielt die Geschichte in Weimar und dank dem Kutscher Roman erfährt man recht viel von der Stadt, der Geschichte und der Kultur. Immer wieder werden Zitate aus bekannten Werken eingebaut. Roman Kaminski rutscht scheinbar zufällig in diesen ganzen Schlamassel hinein und versucht nun zu ermitteln, wer der Mörder ist. Je länger die Geschichte wird, desto mehr Figuren könnten in Frage kommen, so dass man erst recht spät die Auflösung erfährt.

Aber nicht nur die Villa Gründgens und ihre Bewohner sind interessant und herrlich eigen, sondern auch das etwas durcheinander geratene Privatleben von Roman Kaminski hat seinen ganz eigenen Charme. Den bringt Frettchen mit. Ein junges Mädchen, welches eine deftige (jugendliche) Aussprache beherrscht und somit einen sehr unterhaltsamen Kontrast zur Schiller-Goethe-Sprache darstellt. Und dann gibt es noch Laura.

Das Hörbuch ist eine sehr gelungene Mischung aus Krimi, Unterhaltung und ein kleines bißchen Liebe.
Profile Image for Cathrin.
406 reviews14 followers
January 19, 2016
2,5*
In einem Weimarer Altersheim für ehemalige Künstler häufen sich Todesfälle. Kutscher, Ex-Schauspieler und unfreiwilliger Aushilfshausmeister Kaminski wird investigativ tätig um herauszufinden, ob alles mit rechten Dingen zugeht.
Locker, leicht und etwas skurril soll dieser Roman sein und ist dabei auch durchaus ganz unterhaltsam. Die Figuren sind allerdings sehr überzeichnet und die Handlung doch ein bisschen an den Haaren herbeigezogen. Ernst nehmen kann man die Story eigentlich nicht, obwohl einige angeschnittene Themen durchaus sehr ernst sind. Überdies wirft der Autor pausenlos mit Goethe- und Schiller-Zitaten um sich, was anfangs noch ganz nett und angesichts der Kulisse vielleicht auch passend ist, im Verlauf aber schnell anfängt zu nerven. Gegen Ende fragt man sich, ob sich Autor nur wichtig tun will.
An sich hab ich das Buch ganz gern gelesen, kann aber die Begeisterung einiger anderer Rezensenten nicht teilen. Das Ende (nach Aufklärung der Todesfälle) fand ich völlig überflüssig und - sorry - bescheuert.
Profile Image for Lena Hildebrandt.
4 reviews
March 16, 2025
Ich fand den Schreibstil sehr gut. Der Anfang war etwas komisch, aber dann wurde es immer spannender. Mein Verdacht hat sich bestätigt, aber das Motiv hätte ich nicht erahnt.
Für meinen Geschmack waren es auch n paar zu viele notgeile alte Menschen, aber das war noch okay.
Andererseits waren auch die Figuren teilweise etwas überspitzt dargestellt, aber naja.
Profile Image for Inka.
158 reviews3 followers
January 25, 2017
Tod in Weimar


Autor: Dominique Horwitz

Sprecher: Dominique Horwitz

Preis: 19,99 € (Hörbuch)

Gesamtspielzeit: 8h 4 min

CDzahl: 7 CDS

Verlag: derHörverlag

Mehr Infos: hier









Inhalt

Roman Kaminski, ein ehenmalige Schauspieler, lebt nun als Kutscher in Weimar. Scheinbar durch Zufall wird er in eine Mordserie verstrickt. Immer mehr Menschen sterben im Altersheim der Villa Gründgens. Doch wer steckt dahinter?



Wie hat's mir gefallen

Zuallererst: ich bin leider kein allzugroßer Krimifan (mehr), doch diese Mordserie hat mich gepackt. Zwar habe ich letztendlich sehr sehr viel auszusetzen und verstehe auch, wieso dieses Buch oft nur mit zwei Sternen bewertet wird, dennoch fühlte ich mich jederzeit voll und ganz unterhalten und möchte das Buch so vielen Leute empfehlen, wie nur möglich!

Die Handlung ist sicher wenig innovativ: Menschen sterben auf scheinbar unerklärliche Weise. Der Clou des Ganzen war noch weniger innovativ, denn ich als Nicht-Krimi-Leser hatte nach zwei Kapiteln den Mörder ertappt. Jedoch geht es bei diesem recht unklassischen Krimi weniger um "Wer ist der Mörder?" oder gar "Was ist das Motiv?", sondern eher um das wie. Dominique Horwitz spielt mit dem Zuhörer. Jeder Satz, ja jedes Wort scheint kunstvoll drapiert. Dem Einen mag das aufgesetzt sein, der Andere mag es. Ich hatte Spaß dabei den Worten zu lauschen, den teils überladenen Metaphern zu folgen, habe die stereotypischen Charaktere lieb gewonnen und verlor mich in den schier endlosen Goethe- und Schillerzitaten.

Alles was ich an dem Buch mag, schreckt vielleicht andere Leser ab. Natürlich ist Roman Kaminski die Stereotype schlecht hin. Harte Schale, weicher Kern. Zudem merkt man deutlich, dass Horwitz sich selbst in Kaminski sieht - aber obwohl alles so offensichtlich ist, störte mich dies kein Stückchen. Auch Frettchen, die übertrieben gossenhaft redet (ich hoffe stark, dass Herr Horwitz diese Übertreibung gesellschaftkritisch und nicht ernst meint, denn kein Jugendlicher redet so), ist nichts weiter als ein stereotypischer rebellierender Jugendlicher. Ja und auch Trixi Muffinger sowie die sanfte und zugleich strenge Laura sind derart typisch, dass man schon den Kopf schütteln will. Dennoch fand ich alle Charaktere durch die Bank weg sympathisch, interessant, bunt gemixt und lebensnah. Auch wenn sie eher damit überraschen, dass sie nicht überraschen und stets das tun, was man erwartet, so hatte ich mich angefreundet mit dem philosophierenden und stets zitierenden Kutscher, mir der verschlossenen Laura, der schrillen und skurrilen Trixi, mit dem zeternden Frettchen. Und auch die Altenheimbewohner wuchsen mir ans Herz.

Das Buch lebt vom Schreibstil des Autors. Na klar, Dominique Horwitz klaut viel bei seinen verstorbenen Kollegen aus Weimar, aber das ist vollkommen in Ordnung. Nie hatte ich mehr Lust darauf Schilers "Räuber" noch einmal zu lesen und nie habe ich mich mehr über Wetterbeschreibungen gefreut als in diesem Buch. Hortwitz mag sich viel mit fremden Federn schmücken, aber er macht dies definitiv mit Stil und Eleganz.

Besonders gefallen hat mir - und das muss in diesem Zusammenhang unbedingt erwähnt werden - , dass der Autor selbst das Buch liest. Und wie er es liest! Er mimt, er singt, er lacht, er schreit - ja er lebt dieses Buch. Somit hat man weniger ein Hörbuch, als ein buntes und illustres Hörspiel. Ich bin begeistert, wie authentisch er Stimmen nachmacht, wie gewitzt er die Szenen betont und wie rund dadurch alles wird. Ich glaube, dass dieses Buch besser als Hörbuch funktioniert und ich lege jedem ans Herzen, hier mal hinein zu hören. Und das sage ich als vollkommener Hörbuchgegner.

Fazit
Wer sich mal so richtig unterhalten lassen will, wer abschalten und genießen möchte, wer gerne Worten lauscht und wem der Mordfall nicht so wichtig ist, wie das drumherum, der sollte hier unbedingt zugreifen. Da der Autor selbst das Buch liest, sollte man zudem unbedingt zum Hörbuch statt zur Printvariante greifen!

Bewertung 4,5/5
Displaying 1 - 9 of 9 reviews

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