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Von Autoren, Büchern und Piraten: Kleine Geschichte der Buchkultur

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In Zeiten der Digitalisierung stehen Buchhändler und Verleger vor neuen Herausforderungen. E-Books und Open-Access-Publikationen schüren die Angst vor Internetpiraterie und vor dem Aus des Mediums Buch. Doch diese Sorgen sind nicht neu. Detlef Bluhm blickt auf die fast 3000-jährige Geschichte des Buches zurück und zeigt, dass schon früher um geistiges Eigentum gestritten wurde - etwa zwischen Homer und Thestorides. Die Digitalisierung sieht er deshalb auch als Chance: Sie sei vergleichbar mit Gutenbergs revolutionärer Erfindung des Buchdrucks.

270 pages, Hardcover

First published September 15, 2009

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About the author

Detlef Bluhm

31 books1 follower
Detlef Bluhm ist ein deutscher Schriftsteller, Buchhändler und Verleger.
Nach einem nicht abgeschlossenen Studium der Religionspädagogik und Theologie absolvierte er verschiedene berufliche Stationen in Berliner Buchhandlungen und Verlagen.
1989 gründete er gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Rolf-Peter Baacke den Kleinverlag Silver & Goldstein, der Anfang 1992 seine Tätigkeit einstellen musste, da Detlef Bluhm zu diesem Zeitpunkt die Geschäftsführung im Börsenverein des Deutschen Buchhandels Landesverband Berlin-Brandenburg e.V. übernommen hat.
Von 1993 bis 1998 wirkte er als ehrenamtlicher Arbeitsrichter am Arbeitsgericht Berlin. Seit 1996 ist er ferner als Geschäftsführer im Arbeitgeberverband der Verlage und Buchhandlungen e.V. tätig, 2003 übernahm er den Vorsitz im Trägerverein Literaturhaus Berlin e.V. und seit 2006 ist er Vorsitzender des Beirats der Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin.

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500 reviews47 followers
April 16, 2021
Eine Geschichte des Mediums Buch und der damit verbundenen Fragen nach den Urhebern und ihren Rechten liefert Detlef Bluhm mit diesem spannenden Büchlein. Von den antiken Anfängen arbeitet er sich vor über Mittelalter und Renaissance und betrachtet die Reformation unter dem Stichwort Medienereignis. Ein wenig Plagiatgeschichte und Druckpiraterie dürfen auch nicht fehlen.

Ich habe durch dieses Buch sehr viel Neues erfahren können und einiges an Schul- und vor allem Studiumswissen besser einordnen und vernetzen können. Das Buch strotzt vor lustigen und denkwürdigen Ereignissen und Denkweisen und liefert trotzdem jede Menge Fakten, sodass eine schöne Mischung aus Information und Unterhaltung entsteht.

Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass bereits in der römischen Antike neue Formate mit Unbehagen der Käufer beäugt wurden und darum Autoren Werbung dafür machten – Bluhm versucht sich hier an einer Parallele zur derzeitigen Ebook-Diskussion, ohne zu polemisieren. Da schreibt Martial:

Wenn du meine Bücher überall bei dir haben willst
und sie dir als Begleiter für eine lange Reise wünschst,
dann kaufe diese hier: Das Pergamentformat reduziert sie auf eine knappe Zahl von Blättern.
Buchrollenbehälter verwende für die großen Werke, mich kann man in einer Hand halten.


Also das Pergamentformat als eine Art Taschenbuch, die Buchrolle für 'stationäres' Lesen und Arbeiten.

Aber Von Autoren, Büchern & Piraten besteht nicht nur aus Anekdoten, sondern bietet auch vielfältige Einblicke in die Entwicklung des Drucks und den Buchhandel.
Warum die Frankfurter Buchmesse heute größer ist als die in Leipzig, wie Goethe besondere Druckprivilegien erhielt und wie sich die Verlage und die Buchhandlungen voneinander abspalteten sind nur einige der hier beantworteten Fragen.
Bluhm zeigt die Wechselwirkungen zwischen der (vor allem deutsche) Geschichte der Buchkultur und geistesgeschichtlichen und politischen Entwicklungen, ohne dass sie forciert wirken. Wenn über ein Thema Unklarheiten in der Forschung bestehen, dann kehrt er auch das nicht unter den Teppich.

Einen besonderen Fokus bilden die immer wiederkehrenden Einwürfe und Rückbezüge zum Thema Plagiate und damit verbunden die Entwicklung eines Bewusstseins für das geistige Eigentum des Schriftstellers. Während ich auch diesen 'Erzählstrang' interessant fand, hatte ich doch ein wenig den Eindruck, dass er nachträglich hinzugefügt wurde, vielleicht als Publikumslocker in Zeiten von Guttenberg und Co. Jedenfalls passt sich die Copyrightentwicklung nicht so schön in das ansonsten superb erzählte Werk ein. Aber das ist wirklich Haarspalterei.

Ein kleiner Wermutstropfen für mich war, dass die letzten 50 Seiten des Buches mit Hypothesen zur nahen Zukunft des Buchhandels und der Buchkultur gefüllt sind. Das hat mich nun gar nicht interessiert, vor allem weil der Schreibstil hier etwas zäher, weil faktengespickter, wird. Um hier nicht zu subjektiv zu werden, sollte ich noch erwähnen, dass sich Bluhm hier, wie ich finde ganz richtig, viel an amerikanischen und britischen Verhältnissen orientiert. So kann man auch ganz leicht der Argumentation pro Buchpreisbindung folgen. In die Diskussion, ob das an dieser Stelle nun Propaganda der Verlagslobby ist, möchte ich erst gar nicht einsteigen.
In jedem Fall kommen auch aktuelle Problematiken und Themen der Buchkultur nicht zu kurz.
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