Warum sind wir im Informationszeitalter gezwungen zu tun, was wir nicht tun wollen, und wie gewinnen wir die Kontrolle über unser Denken zurück?
Was wollte ich gerade tun? Wieso haben die Dinge kein Ende mehr? Was geschieht mit meinem Gehirn? Fast jeder kennt die neue Vergesslichkeit und die fast pathologische Zunahme von Konzentrationsstörungen. Dahinter steckt sehr viel mehr als nur Überforderung. Wir wissen mehr als je zuvor und fürchten doch ständig, das Wichtigste zu verpassen. Der Mensch ist nicht nur ein Fleisch- und Pflanzenfresser, er ist auch ein Informationsfresser. Informationen sind Vorteile und in der Informations-Nahrungskette siegt der, der am schnellsten und effektivsten Nachrichten sendet und empfängt. Aber diese neue Form des Darwinismus führt dazu, dass wir nicht mehr unterscheiden können, was wichtig ist und was nicht. Wir rufen unsere ganze Lebensbahn immer stärker wie Informationen ab und zerstören so unsere Fähigkeit, mit Unerwartetem umzugehen. Die Frage lautet, ob wir bereits begonnen haben, uns selbst wie Computer zu behandeln, und ob wir damit Gefahr laufen, den Menschen in mathematische Formeln zu verwandeln ...
Nicht die Technologien sind Schuld, sondern die Tatsache, dass immer häufiger nur noch das im Menschen gefordert und gefördert wird, was mit den Rechnern kompatibel ist. Eine Welt ohne Informationstechnologie ist nicht vorstellbar. Aber die pure Koexistenz von Mensch und Computer führt zum Sieg der künstlichen Intelligenz. Schon bald werden Computer zu Dingen fähig sein, die heute noch unvorstellbar scheinen. Sie werden unsere Wünsche besser kennen als wir selbst und in der Lage sein, sogar unsere Assoziationen in Software zu übersetzen. Wichtig aber ist, dass wir währenddessen unsere Fähigkeiten nicht verlieren. Wir können zurückfordern, was uns genommen wird, wenn wir die Stärken des Menschen neu bestimmen.
Ausgehend von Gesprächen mit den führenden Köpfen des Internet-Zeitalters und wichtigen Vertretern der modernen Psychologie zeigt Frank Schirrmacher, wie sich schon in den nächsten Jahren das Selbstbild des Menschen wandeln könnte und welche faszinierenden Antworten auf diese Krise möglich sind.
• Wir werden bombardiert mit dem, was andere Menschen jede Sekunde tun • Wir werden voraussagen können, was jeder Mensch in der nächsten Minute tun will • Wir wissen alles. Und nichts über uns selbst
Was ist es eigentlich was unsere Entscheidungen beeinflusst und unser Denkverhalten lenkt? Ist es wirklich unser Gehirn oder haben die Rechner ein Mitspracherecht?
Wie wir Informationen verarbeiten hat sich irreversibel geändert, denn wir überlassen vermeintlich "intelligenten Algorithmen" die Wahl, was uns angezeigt wird. Welche Werbung wir sehen, welcher Inhalt uns vorgestellt wird und im Endeffekt auch wie oft wir auf "refresh" drücken.
Doch sind wir wirklich so simpel wie Datensätze, die über uns gesammelt werden suggerieren. Ist unser Verhalten vorhersehbar oder verändern wir unser Verhalten durch die Software, die den Technologien unterlegen. Verlieren wir die Fähigkeit mentale Netzwerke anzulegen weil wir unser Wissen auslagern?
In diesem Buch gibt uns Frank Schirrmacher einen interessanten Einblick in diese schwierige Thematik.
Es ist sehr lustig, das Buch im Jahre 2025 zu lesen, weil sehr viel davon zutreffend ist (das Buch ist von 2009), aber manches auch hoffnungslos falsch, zB die Voraussagen über das Ende der KI-Forschung oder die Entwicklung von Smartphones. Schirrmacher als der große FAZ-Don hat ein paar Studien gelesen und berichtet dann davon (es ist wirklich lustig, fast jede Seite beginnt mit „In einer Studie des Harvard-/Stanford-Professors XYZ aus dem Jahre 196X …“), aber er extrapoliert daraus ein bisschen mehr, als diese Studien wahrscheinlich hergeben. Die ökonomische Seite der Medaille (wer kapert denn da warum unsere Aufmerksamkeit?) findet in diesem konservativen Buch quasi nicht statt und deshalb bleibt man am Ende sehr ratlos zurück, warum denn tatsächlich einfach die Maschinen die Welt übernommen haben.
Das Buch Payback des ehemaligen Mitherausgebers der FAZ hat schon einige Jahre auf dem Buckel (erschienen Ende 2009) und beschreibt den Umgang mit der digitalen Welt.
Ich habe es neulich in meiner Schublade der noch zu lesenden Bücher wiedergefunden und mir überlegt, ob es noch Sinn macht, ein vergleichsweise so altes Buch zu einem so dynamischen Thema wie dem Internet und den digitalen Welten zu lesen.
Rückblickend gesehen hat es sich gelohnt, denn das Buch hat in seinen Grundaussagen trotz des Alters nicht an Kraft verloren. Die generellen Aussagen treffen immer noch zu, viele Prognosen von Hr. Schirrmacher sind so eingetreten oder sind heute in verschärfter Form zum Alltag geworden.
Von daher: sicherlich nicht mehr das neueste Buch zu dem Thema. Die Grundaussagen passen aber immer noch, es ist gut lesbar, ordentlich recherchiert und hat trotz der über 16 Jahren seit der Veröffentlichung nur wenig an Aussagekraft verloren.
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The book Payback by the former co-editor of the FAZ has been around for a few years (published at the end of 2009) and describes how we deal with the digital world.
I recently found it again in my drawer of books still to be read and wondered whether it still makes sense to read a comparatively old book on such a dynamic topic as the internet and digital worlds.
In retrospect, it was worth it, because the book has not lost any of its basic messages despite its age. The general statements still apply, and many of Mr. Schirrmacher's predictions have come true or have become part of everyday life in an intensified form.
Therefore: certainly not the latest book on the subject. However, the basic statements still apply, it is easy to read, well researched and has lost little of its significance despite the 16 years since its publication.
The author pointed out the phenomena of the abundance of information on internet, social media actually got 2 characteristics: synchronicity and multitasking. These 2 caused us unable to focus. That is not all, we tend to be forgetful and feel fatigue. According to Maryanne Wolf, reading should allow our brain to liberate, free to think, but with overloaded information, we lost the power to even filter what are the necessary information.
Richard Dooling mentioned that in financial field, it was used to be the game between human brains. However, the "Quants" has changed the rule. When it all dominated by AI...it's like the nuclear weapon inventors had not idea what consequence it would bring.
Therefore to deny the current of abundance information seems impossible we need to learn how to filter the information we need, or to train ourselves not to carried away.
one thing a bit pity is in this book, except self-control, there is no more concrete way to teach people to behave wiser facing information overloaded. Well, the truth is, even there is, i am sure not many would really take advice.
Schirrmacher trifft es mit seinem 2009 erschienenem Sachbuch definitiv und poignant auf den Punkt - unser Leben wird von der Technologie geradezu überrannt !
Obwohl die meisten Informationen die er nennt und heute bereits sehr bewusst und bekannt sind, war es doch ein interessanter Einblick in die öffentliche und wissenschaftliche Meinung von damals. Alle seine angeführten Punkte sind heute bereits deutlich in jedermanns Leben zu beobachten, was doch etwas schockiert. Ich fand es etwas unpassend, dass er vorwiegend Studien aus den Staaten - so schien es mir - genutzt hat, um seine Argumente zu untermauern, jedoch kenne ich mich auf der wissenschaftlichen Ebene nicht genuch aus um den Umfang der dazu existierenden europäischen Studien in Frage zu stellen.
Es ist ein empfehlenswertes Buch, wenn man mit den sozialen Auswirkungen der Technologiefixiertheit nicht bekannt ist.
Only a couple of years old. But outdated, of course. Especially Schirrmacher’s view on Artificial Intelligence. Also, it is not clear what exactly it is he wants us to learn. Multitasking is bad. That is for sure, but what are we to do? Train our muscles he says. The muscle to resist the temptation to look at our smartphone every 2 minutes. Okay. He did know a lot of interesting stories, mostly through googling as he confesses himself. Like the counter clock experiment, where old guys were brought back into surroundings of 1959. TV, news etc. And vision got better and they behaved and felt younger.
Sadly, this book didn't provide any new value for me. Although the cited studies were interesting for sure, there were no conclusions - it felt like a collection of experiments connected by predictions and interpretations of the author. Maybe this would have been different in 2009 when this book was published, but a lot of the things discussed are either omnipresent today or pessimistic predictions blown out of proportion. 2/5 might be a bit harsh, but this book definitely didn't make a difference for me and is not something I will remember.
Brilliant analysis, witty always thoughtful, sometimes provocative. A very excellent read and I'm just so sad that I've not taken more notice of this German thinker before and had to hear of his death before I looked more closely. His take on the modern flood of information and our desperate - mostly vain - attempt to keep on the ball (it is the world cup after all!) give a profound perspective on today's media landscape and even the challenged human society. He sees our mind and thinking being formed progressively by exterior machines (computers) - and we seem to know, how to liberate ourselves from this new bondage and reformation of our inmost will and being. Schirrmacher himself shows that he's still was very much on top of things - or at least dying to keep up. He quotes extensively from the NYT, but also scientific journals, research papers and has prominent discussion partners. All in all it makes for a fascinating read and me very sad to hear of his demise at 54 after a heart attack last Thursday. If this book was available in English it would be first on my reading list for post-graduate students and those preparing to become that (At least until they take up the other books by Schirrmacher like "Ego" etc). Pastors and other active thinkers would have to just get around and read this in German. There's a desperate need to address these issues not only in our Seminaries, but also in our congregations and churches.
Frank Schirrmacher seziert die Auswirkungen des Überflusses an Information und der Omnipräsenz von Computern in allen Lebenslagen. Er leitet ab, wie wir zukünftig von diesen Computern fast gesteuert werden... zumindest, wie sie bald vorhersagen werden, was wir denken und fühlen. Im zweiten Teil des Buches "Wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen können" gibt er jedoch keinerlei Hinweise darauf, wie man diesem Zukunftsszenario entkommen kann. Zwar stellt er einige interessante Experimente vor, leitet aber für unser eigenes Verhalten keine Schlüsse daraus ab. So bleibt es an der Leserin selber, aus dem Gelesenen die Botschaft zu ziehen, öfter mal abzuschalten bzw. dem Computer (Twitter, Facebook...) vielleicht doch nicht alles anzuvertrauen (aber das wusste man ja auch eigentlich schon vorher).
Ambivalentes Urteil: Schirrmacher stimmt mich nachdenklich, und zugleich nervt er mich. Das geht mir immer so, wenn mich ein Autor mit zu vielen Zitaten zuschüttet. Fleißige Recherche, aber ich hätte mir lieber etwas mehr Reflexion gewünscht. Habe das Buch weggelegt und festgestellt, dass ich nach der Lektüre nur marginal schlauer bin als vor der Lektüre. Ich wurde halt wieder mal eindringlich daran erinnert, dass der Computer dabei ist, die Kontrolle über mein Hirn zu übernehmen. Aber das wusste ich vorher auch schon.