Kein anderes Land des islamischen Orients hat eine ähnlich eigenständige Geschichte und Kultur aufzuweisen wie Persien, das unter den verschiedensten Herrschern und Dynastien seine Eigenheiten – teils aus vorislamischer Zeit – bewahren konnte. Zu den Besonderheiten gehört auch das Bekenntnis zum schiitischen Islam, der seit 1501 Staatsreligion ist. Im 20.Jahrhundert entging das Land, anders als viele andere Länder des Vorderen Orients, einer länger andauernden Beherrschung durch europäische Kolonialmächte und konstituierte sich 1979 zur Islamischen Republik. Monika Gronke erzählt anschaulich und lebendig die Geschichte des Landes von der Islamisierung im 7.Jahrhundert bis zur Gegenwart und zeigt, welche kulturellen, religiösen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen die Geschichte Irans geprägt und das kulturelle Selbstverständnis der Iraner geformt haben.
Ganz solide und knappe Abhandlung, womöglich mit einem leicht zu großen Schwerpunkt auf die politische (die religiöse hat zwar auch einen hohen Stellenwert, aber das erscheint mir kohärent) Geschichte. Eine Systematik die etwas gebrochen wird für das 20. Jahrhundert - aber so auch nicht ganz überzeugt. Zwar kommen die Phrasen der kulturellen Blüte durchaus vor, so wenn der in Ganja/Gandscheh lebenede Nezâmî mit seinen Gedichten thematisiert wird, aber leider wird diese kulturelle Dimension nicht ganz konsequent eingepflegt in den chronologischen Durchlauf.
Kein Einsteigerbuch. Ich hatte mir vielleicht auch einfach etwas anderes erhofft und vorher schlecht recherchiert. Das Buch ist sehr geschichtlich, wenig politisch und mehr Vorwissen macht es sicherlich ergiebiger. Habe viele Seiten übersprungen