Hass-Postings kennt jeder – und viele denken dabei nur an Hasskommentare. Daniel Hornuff aber Wer die Bilder übersieht, die zusammen mit den Texten in Umlauf gebracht werden, unterschätzt die Gefahr, die vom Hass in den Sozialen Medien ausgeht. Kann man von einer Ästhetik des Hasses in den Sozialen Medien sprechen? Wie entstehen Radikalisierungen, wie verhärten sich Ressentiments? Hornuff macht deutlich, dass Hass nicht nur sprachlich entfaltet Es sind Bilder, die ihn ästhetisch auffächern und anschlussfähig werden lassen. So deutet Daniel Hornuff den Hass in den Sozialen Medien nicht als psychische Regung, sondern als kommunikativen Akt. Und er weist darauf Niemand muss diesem Phänomen machtlos gegenüberstehen!
Der Kerl hat sicher nichts böses im Sinn, aber ich flip aus, dass dieser boomeratze sein "ich habe mich 4 Wochen mit Bildern im Internet beschäftigt und muss sagen, das ist kurioses zeug" Heftchen tatsächlich veröffentlicht bekommt. Hier drin stehen Sachen, die jeder online sozialisierten Person offensichtlich sind, der erkenntnisgewinn ist unter dem Level eines mittelschlechten videoessays und man will sich wirklich die Haare raufen wie viele Nuancen und Details dem Autor entgehen, weil er offensichtlich so komplett internetfremd ist.
Beim Aufräumen fiel mir dieses kleine, aber dichte Büchlein wieder in die Hände – ein Fundstück vom Global Book Crawl Switzerland, das ich fast vergessen hatte. Umso überraschender war die Lektüre: Hornuff lenkt den Blick auf einen Aspekt von Hass im Netz, den ich bisher kaum bedacht hatte – die Rolle von Bildern.
Mit zahlreichen Beispielen zeigt er, wie visuelle Inhalte Hass nicht nur begleiten, sondern ihn ästhetisch strukturieren und verstärken. Besonders spannend fand ich die These, dass Hass in sozialen Medien weniger als emotionale Regung, sondern als kommunikativer Akt zu verstehen ist – ein Gedanke, der zum Weiterdenken anregt.
Allerdings hätte ich mir einen zugänglicheren Stil gewünscht. Die Sprache ist stellenweise recht akademisch, was den Zugang erschwert, gerade bei einem Thema, das so viele betrifft. Trotzdem: ein kluges, wichtiges Buch, das neue Perspektiven eröffnet.