Die Zwillinge: Ein Trauerspiel in fünf Aufzügen – Klinger, Friedrich Maximilian – Deutsch-Lektüre, Deutsche Klassiker der Literatur (Reclams Universal-Bibliothek)
Guelfos Brudermord setzte eine Generation in Flammen und rückte "Die Zwillinge" damit ins Zentrum des ›Sturm und Drang‹. Eifersucht auf die Erstgeburt und Braut des Bruders, Hass gegen die Eltern, grimmiges Wüten gegen sich selbst treiben die Figur in den Wahnsinn, den Klinger auf offener Bühne psychologisch seziert – das schafft ein Seelentheater von expressionistischer Kraft. E-Book mit Seitenzählung der gedruckten Buch und E-Book können parallel benutzt werden.
Friedrich Maximilian von Klinger was a German dramatist and novelist.
Klinger was born of humble parentage in Frankfurt. His father died when he was a child, and his early years were a hard struggle. He was enabled, however, in 1774 to enter the university of Gießen, where he studied law. Goethe, with whom he had been acquainted since childhood, helped him in many ways. In 1775 Klinger gained with his tragedy Die Zwillinge a prize offered by the Hamburg theatre, under the auspices of the actress Sophie Charlotte Ackermann (1714–1792) and her son the famous actor and playwright, Friedrich Ludwig Schröder (1744–1816). In 1776 Klinger was appointed Theaterdichter to the Seylersche Schauspiel-Gesellschaft and held this post for two years. In 1778 he entered the Austrian military service and took part in the Bavarian war of succession. In 1780 he went to Saint Petersburg, became an officer in the Russian army, was ennobled and attached to the Grand Duke Paul, whom he accompanied on a journey to Italy and France. In 1785 he was appointed director of the corps of cadets, and having married a natural daughter of the empress Catharine, was made praeses of the Academy of Knights in 1799. In 1803 Klinger was nominated by the emperor Alexander curator of the university of Dorpat, an office he held until 1817; in 1811 he became lieutenant-general. He then gradually gave up his official posts, and after living for many years in honourable retirement, died at Dorpat.
Klinger was a man of vigorous moral character and full of fine feeling, though the bitter experiences and deprivations of his youth are largely reflected in his dramas. It was one of his earliest works, Sturm und Drang (1776), which gave its name to this artistic epoch. In addition to this tragedy and Die Zwillinge (1776), the chief plays of his early period of passionate fervour and restless "storm and stress" are Die neue Arria (1776), Simsone Grisaldo (1776) and Stilpo und seine Kinder (1780). To a later period belongs the fine double tragedy of Medea in Korinth and Medea auf dem Kaukasos (1791). In Russia he devoted himself mainly to the writing of philosophical romances, of which the best known are Fausts Leben, Taten und Höllenfahrt (1791), Geschichte Giafars des Barmeciden (1792) and Geschichte Raphaeis de Aquillas (1793). This series was closed in 1803 with Betrachtungen und Gedanken über verschiedene Gegenstände der Welt und der Literatur. In these works Klinger gives calm and dignified expression to the leading ideas which the period of Sturm und Drang had bequeathed to German classical literature.
Ferdinando: O des traurigen Grimaldi! Willkommen, Vetter! Grimaldi: O des freudigen Ferdinando! Guten Tag denn allen freudigen Seelen, und mir alle ihre Traurigkeit! Ferdinando: Ich dachte gewiß, ich würde Sie heiterer finden. Grimaldi: (legt die Hand aufs Herz) Wieso sind meine Lieblingscharaktere immer die traurigen Emo-Boys? Neben Grimaldi, der Star der Show, gibt es noch den eigentlichen Hauptcharakter, den klassischen "Sturm & Drang"-Held Guelfo, der aus heutiger Sicht sehr psychotisch ist. Eine unterhaltsame Tragödie, vor allem da sich die Handlung größtenteils in Guelfo selbst abspielt.
„The Twins” by Friedrich Maximilian Klinger, 1776.
The twins’ names are Ferdinand and Guelfo. Ferdinand is considered as older one and, therefore, as an heir of their father. Guelfo envies him everything, he thinks that he has been treated in a worse way since his childhood. He plans to kill his brother.
The play is a metaphor of class struggle, like it was in “Emilia Galotti”. Guelfo represents the working class and Ferdinand the upper class. Guelfo wants a proof that he is the younger one but is is impossible to be proved. The same is with being born in the upper and lower class. It is accidental. The willingness of Guelfo to kill his brother is a symbol of rebellion. Grimaldi, the melancholic friend of Guelfo, symbolises passiveness, a different approach than Guelfo’s who prefers action.
The play was forbidden in 1777 in Vienna by Joseph II. That means that it was widely understood as a play about class struggles.
This just hasn't been my cup of tea. I tried to enjoy it, but I had to re-read sentences and whole paragraphs. The characters just didn't manage to catch my attention for good. I always hate rating classics with just two stars, but I can't find praise here. The language feels too heavy and I have the feeling that this is keeping me from connecting with the characters.
Onestamente impossibile stancarsi della drammaticità delle tragedie romantico tedesco soprattutto sapendo le diverse critiche sociale che ci hanno voluto nascondere ne voglio assolutamente vedere una dal vivo
Dieses Trauerspiel von Klinger ist vor allem ein Spiel der entfesselten Worte, einer Sprache, die instrumentalisiert wird, um Leidenschaft herauszuschreien. Anders als in Schillers Die Räuber, werden die den Worten entsprechenden Taten von der Bühne verlagert und nur berichtet oder sogar bloß angedeutet. Das macht es zu einem typischen Werk des Sturm und Drang. Die Worte stellen nur ein Ausdrucksmittel, ein Ventil und einen Maßstab für die innere Anspannung dar, die sich schließlich entlädt. Sie sind nur in zweiter Linie als Mittel der Kommunikation und des Austausches gedacht. Sie beschreiben die Verfassung der Figuren oder sollen den Gemütszustand aufputschen.
Guelfo ist das extremste Beispiel. Immer wieder stellt er Fragen, deren Antwort er nicht wissen will, verflucht andere, die ihn beraten und besänftigen wollen. Er ist nahezu isoliert und in gewisser Hinsicht auf dem Weg zum autonomen Individuum, das von den Dichtern des Sturm und Drang und später der Romantik so idealisiert wurde, jemand, der sich nur auf die eigene Kraft verlässt und sich nicht durch die Regeln der Außenwelt einschränken lässt.
Sein Problem ist, dass er innerhalb einer reglementierten Gesellschaft lebt, ihre Anerkennung herbeisehnt, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Erfolg, Verpflichtungen in Form von Eheschließung und familiärer Anerkennung, ohne jedoch bereit zu sein, dafür die persönliche Verantwortung zu übernehmen. Als Resultat ist er unfähig den Ansprüchen seiner Ideale zu genügen, löst sich nicht vollständig von der Gesellschaft und macht an seinem Scheitern innerhalb dieser Gesellschaft alle anderen außer sich selbst dafür verantwortlich.
Seine vornhemliche Attitüde ist Verachtung. Er verachtet die Gesellschaft, ihre Regeln und Anforderungen, weigert sich, sich diesen anzupassen. Dennoch beansprucht er eine Führungsrolle. Diese Unvereinbarkeit seiner Ansprüche und Sehnsüchte führt letztlich zu einer Eruption der Gewalt.
Das Problem mit diesem Stück ist, dass die Mittel mit denen es seine Ideen vermittelt nicht mehr zeitgemäß sind. Die Sturm und Drang Bewegung richtete sich gegen die versteinerten Sprachstrukturen und Konventionen der Bühne, die noch im literarischen Klassizismus mit seiner regulierten und floskelhaften Sprache, antiquierten Handlungsschemata und unzeitgemäßen Figurenkonzeption verhaftet waren bzw. der verkopften Literatur der auf Rationalität bedachten Aufklärung. Demgegenüber war die geradezu explosionsartige Sprachenthemmung und der damit einhergehende Gefühlsüberschwang von Autoren wie Klinger, Lenz aber auch dem jungen Goethe eine Offenbarung.
Das gilt zum größten Teil heute nicht mehr. Die Sprache klingt archaisch, die Dramaturgie ist nicht ausgereift und verliert sich oft im reinen Affekt und die künstlerischen Konzepte wirken irgendwie monomanisch. Trotzdem ein interessantes Stück, solange es im Kontext seiner literaturgeschichtlichen und geistegeschichtlichen Umgebung rezipiert wird.
In the end, I am seriously asking myself why books like these receive/d so much praise. Because thruthfully, they are full of shit and the only reaction/opinion I do have is:
Some people have serious issues! WTF....*headdesk*