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Steglitz

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« Leni avait cessé de s’interroger sur le monde, préférant l’observer tel qu’il était et non pour ce qu’il pourrait devenir. »
Leni aime la vie qu’elle mène avec son mari Ivan, sans surprise et presque totalement silencieuse, dans le quartier de Steglitz à Berlin. Jusqu’au jour où un inconnu sonne à sa porte. Le lieutenant Ziegler mène une enquête de voisinage. Il parle de coups de feu… Brusquement, l’univers de Leni s’écroule. Mais est-ce un rêve ou la réalité ?
Inès Bayard est l’autrice du Malheur du Bas, premier roman unanimement salué par la presse. Dans Steglitz, elle dévoile avec minutie et poésie l’intériorité tortueuse d’une femme qui se met volontairement à l’écart du monde et de sa vie.

206 pages, Kindle Edition

First published January 5, 2022

31 people want to read

About the author

Inès Bayard

3 books25 followers

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1 star
12 (18%)
Displaying 1 - 11 of 11 reviews
Profile Image for Wandaviolett.
469 reviews67 followers
October 17, 2023
Kurzmeinung: Im üblichen Sinne mag ich diesen Roman nicht - aber er bringt mich ins Grübeln.
Anonyme Großstadt
Es gibt wenig Klarheiten in dem neuen Roman „Steglitz“ von Inès Bayard. Am klarsten ist der Handlungsort, Berlin-Steglitz. Das ist gesetzt. Klar ist auch, dass die Protagonistin Leni Müller heißt, mit einem erfolgreichen Architekten namens Ivan verheiratet ist und recht zurückgezogen lebt. Sie kennt freilich ihr Revier, das sie in nächtlichen Spaziergängen durchstreift. Alles andere ist unklar, wie es in den Nachrichten immer so schön heißt, was bedeutet: wir wissen es nicht und sind auf Vermutungen und Interpretation angewiesen.
Es gibt mehrere Handlungsorte im Roman, da wäre zum einen einmal die Wohnung von Leni und ihrem Mann, des weiteren das Viertel, in dem sie lebt selbst, das von der Autorin akribisch beschrieben wird. Freilich ist dieses Viertel nicht besonders auffällig, es ist großbürgerlich, sieht eben aus wie eine Großstadt so aussieht; Kaufhäuser, Wohnhäuser, Kneipen, U- und S-Bahnstationen, Parks.

Entsteht durch die Beschreibung des Viertels durch die Autorin Atmosphäre? Inès Bayard zählt Straßennamen herunter, erwähnt einen geheimen Weg zu einem kleinen, unbesuchteren Park, läßt ihre Protagonistin in Kiosken einkaufen, etc. Das ist langweilig und öde. Aber tatsächlich ist diese Ödigkeit und Langeweile genau die richtige Atmosphäre. So ist Steglitz. Völlig unspektakulär. Allerdings vermittelt Steglitz auch den Eindruck von Geschäftigkeit, und zwar vor allem den Eindruck einer Geschäftigkeit, in der Umsätze gemacht werden, riesige Verkaufstempel nehmen den Raum ein, etc. Ein Hauch von Luxus. Dieser Teil Steglitzens wird vernachlässigt.
Der letzte Handlungsort ist eine heruntergekommene Kneipe, eine jener Kneipen, von denen es in Berlin unzählige gibt, an jeder Ecke eine. Die in Frage stehende Kneipe ist diejenige, in der Leni, freiwillig oder unfreiwillig, das ist schwer zu enscheiden, landet, nachdem sie aufgrund verwirrender Umstände mittellos aus ihrer Wohnung gestoßen wird. In der Kneipe verkehren deren normale Stammkunden, die meisten sind Alkoholiker, auch Leni fängt an zu saufen. Gleichzeitig scheint es auch ein illegaler Puff zu sein. Aus welchen Gründen auch immer, fängt Leni dort an zu schuften, als Mädchen für alles, für die ekelhaften Arbeiten wird sie eingesetzt; sie wird für Kost und Logis ausgenutzt, sie arbeitet 16 Stunden am Tag Minimum und zu allem Überfluss wird sie von einem Mitarbeiter zum Sex genötigt. Leni lässt alles mit sich machen.

Eigentlich wäre die Beobachtung der allmählichen Verwahrlosung der Leni Müller spannend, wären da nicht die von der Autorin angewandten erzählerischen Mittel der Verdichtung, Überlagerung und Verschleierung. Jede Szene, die die Autorin beginnt, fängt relativ realistisch an, verläuft aber nach und nach in traumähnlichen Sequenzen, Menschen verwandeln sich mitten in einer Szene in andere, oft imaginiert Leni Familienangehörige in diese Szene hinzu. Auch die Zeiten verschwimmen. Ist Leni jetzt in der Gegenwart oder in der Vergangenheit, wo kommen plötzlich Vater, Mutter, Bruder und Kindheit her? Es ist ein mehr und mehr surreales Szenario, das Baynard zeichnet. Kausalitäten sind kaum zu erkennen, Szenen werden mehrfach erzählt, jedoch immer wieder anders. Von Leni Müller selbst bekommt man ebenfalls kein klares Bild. Bewältigung eines Traumas? Gegen Ende des Romans werden biblische Texte eingepflegt und Leni verzeiht allen, die ihr je etwas angetan haben und das ist nicht wenig und das sind nicht wenige. Ist das die Bewältigung?

Natürlich macht sich jeder Leser ein eigenes Bild, von dem, was erzählt wurde und von dem, was auch nicht erzählt wurde, baut sich aus den von der Autorin gegebenen Puzzleteilen ein mögliches Schicksal der Leni Müller zusammen. Insofern schafft die Autorin Möglichkeiten. Möglichkeiten, aber keine Eindeutigkeiten. Zum Schluß landet Leni genau dort wieder, wo sie angefangen hat. Im selben Leben, im selben Rhythmus, nur mit einem anderen Mann. Das soll es geben!
„Leb wohl, Steglitz“, lässt die Autorin durch eine Figur ausrichten, auf ein andermal. Wieder mit Inès Bayard? Kann sein, – aber nicht mit mir, wenn sich dieser Roman mir allmählich doch erschlossen hat. Man hört draussen Schreie, man verschließt Tür und Fenster, sperrt Unliebsames aus, genau wie immer. So ist Großstadt. Keiner kümmert sich um keinen. Das ist die Botschaft.

Der Kommentar:
Wenn ich Rezensionen schreibe über einen Roman, den ich gerade gelesen habe, wird dieser Roman unter dem Verfassen der Rezension entweder besser oder schlechter. Dieser hier wird besser, je mehr ich darüber nachdenke. „Steglitz“ hat mich beim Lesen ziemlich verärgert. Ich mag es nicht, wenn man jede Szene in Nebel hüllt und ins Nirwana führt. So dass der geneigte Leser im Unklaren gelassen wird, was er eigentlich liest. Surrealismus ja, aber nur dann, wenn es nicht zu viel ist. Aber Inès Bayard hat nicht gespart: Hat sie ihren Roman versalzen, überladen, überfrachtet mit dem Gewürz des Surrealismus?
Leni Müllers Bildnis, also deren Erkennbarkeit erscheint mir wie ein mehrfach belichtetes Porträt, übereinandergelagerte Bilder, Unschärfe bewusst schaffend. Es gibt wenig Logik im Roman. Keine Kausalität, die man als rationaler Mensch gelten lassen könnte. Man muss alles hinnehmen, denn Surrealismus ist nicht hinterfragbar. Mit Leni Müller werde ich nicht warm, und das Geschehen im Roman bleibt nebulös. Die Figur der Leni hat sich - trotz des vergangenen Zeitraums von mehr als einem Jahr– nicht bewegt, sie landet an ihrem Ausgangspunkt. Was soll also das Ganze? Zumal die Autorin ihren Lesern durch eine Figur mitteilen lässt, dass sie beabsichtigte, einen existenzialistischen Roman zu vefassen.
„Hast du gar keinen Verdacht?“
„Doch.“
„Welchen denn?“
„Dass nichts jemals existiert hat“.

Toll. Jetzt weiß ichs.

Obwohl mich der Roman also geärgert hat, ich an den übermässig verwendeten Erzählverschleierungen gelitten habe, schälen sich doch allmählich einige grundlegende Wahrheiten heraus. Erstens: die Großstadt ist öde und anonym. Zweitens: Großstadt ist mörderisch. Drittens: Viele Menschen bewegen sich in ihrem Leben nicht und landen am Ende dort, wo sie angefangen haben. Wie Leni Müller. Vielleicht – Existenzialismus pur – ist eine echte Entwicklung gar nicht möglich. Alles ist gleich sinnvoll oder gleich sinnlos.
Inès Bayards Roman empfinde ich auf weite Strecken als verwirrend und sogar recht langweilig. Keine Spur von Lesesog. Aber er eröffnet Räume in meinem Gehirn. Wenn ich nachdenke, mag ich nicht auf „richtige“ Ergebnisse kommen und der Roman gefällt mir im üblichen Sinne nicht, aber ich spüre die Großstadt und ihre vernichtende Kraft durch Abstumpfung. Das Nachhallen in meinem Hirn ist mir mehr wert als die ursprünglich vorgesehenen zwei Sterne, sogar mehr als drei.

Fazit: Ist das Kunst oder kann das weg? Ich weiß es nicht. „Steglitz“ ist kein Roman, der einen gut unterhält, aber einer, der ins Grübeln bringt.

Kategorie: Moderne Literatur
Verlag: Zsolnay, 2023
Profile Image for auserlesenes.
365 reviews16 followers
November 17, 2023
Der Alltag von Leni ist eintönig und wenig aufregend. Als kinderlose Ehefrau des gefragten Architekten Ivan Müller kümmert sie sich vorwiegend um den Haushalt und das Wohlbefinden ihres Gatten. Die Wohnung im Berliner Stadtteil Steglitz verlässt sie nur, um Einkäufe und andere Erledigungen zu machen. Dann allerdings kann es zu Streifzügen durch das Viertel kommen. Eine Entwicklung zwingt sie dazu, ihr Leben anders zu führen…

„Steglitz“ ist ein Roman von Inès Bayard.

Meine Meinung:
Der Roman gliedert sich in 14 Kapitel. Die Handlung umfasst einen Zeitraum von mehr als einem Jahr und spielt in Berlin, wie der Titel bereits verrät.

Erzählt wird in chronologischer Reihenfolge mit diversen Rückblenden, vorwiegend aus der Perspektive Lenis, wobei dieses Vorgehen an wenigen Stellen durchbrochen wird. Der Schreibstil ist sehr atmosphärisch, dialoglastig und zum Teil bildstark. In sprachlicher Hinsicht bleibt die Erzählerin bisweilen bewusst uneindeutig und vage, was dem Text viel Interpretationsspielraum verleiht und ein aufmerksames Lesen erfordert. Was ist real? Was ist der Fantasie oder der verzerrten Wahrnehmung der Protagonistin zuzurechnen? Dieses Verwirrspiel beherrscht die Autorin sehr gut. Nur wenige sehr detaillierte und damit langatmige Ortsbeschreibungen haben mich gestört.

Die Protagonistin bleibt sehr lange undurchsichtig, ihr Verhalten befremdlich und nicht nachvollziehbar. Allerdings manifestiert sich zunehmend der Eindruck, dass mit ihr etwas nicht stimmt. Auch die übrigen Figuren wirken ein wenig seltsam, zum Teil zwielichtig oder widersprüchlich. Dabei gilt es jedoch zu bedenken, dass die Leserschaft diese Charaktere nur durch die Brille Lenis betrachten kann.

Inhaltlich spielen vor allem psychische Probleme und Traumata eine wesentliche Rolle. Konkret geht es dabei um die Fragen, was passiert, wenn diese nicht richtig aufgearbeitet werden (können), und wie unterschiedliche Menschen damit umgehen.

Auf den knapp 190 Seiten ist die Geschichte recht handlungsarm und bedient sich wiederkehrender Elemente. Dennoch entwickelt der Roman einen Sog und hält die Spannung hoch, indem sich erst im letzten Drittel die Hintergründe von Lenis Trauma offenbaren. Letzteres führt allerdings dazu, dass mich die Geschichte erst gegen Ende wirklich berühren konnte. Nicht alle offenen Punkte werden eindeutig geklärt, was ich jedoch nicht als negativ empfunden habe.

Der deutsche Titel ist wortwörtlich vom französischen Original übernommen. Das Cover mit dem verzerrten Spiegelbild passt aus meiner Sicht hervorragend zum Inhalt.

Mein Fazit:
Obwohl mich die Autorin nicht in allen Aspekten überzeugt und die Lektüre einiges abverlangt, ist „Steglitz“ alles in allem ein durchaus lesenswerter Roman.
23 reviews
July 4, 2025
Insgesamt ein voll gutes Buch, aber hat mich auch irritiert zurückgelassen. Eine Erzählung über eine Frau, die völlig abgekapselt vom Rest der Welt durch ihren trüben Alltag geht. Der Klappentext behauptet, die Protagonistin Leni habe sich selbst abgekapselt - ich habe eher einen Text gelesen gelesen, in dem andere Menschen, hauptsächlich Männer, Leni bewusst vom Rest der Welt abgetrennt haben.
Diese Isolation wirkt beklemmend und erdrückend, und ich mag sehr, wie das in dem Text erzeugt wird. Es fallen unglaublich viele Namen von Straßen, Bahnstationen und Geschäften - allerdings ausschließlich aus Steglitz. Nicht ein einziges Mal verlässt die Protagonistin im Laufe der Erzählung den Stadtteil, nicht ein einziges Mal wird irgendein Ort aus dem Rest Berlins benannt. So bleibt ihre Welt klein und beengt.
Es ist nicht eindeutig, was in dem Roman eigentlich real ist, und was bloß im Kopf der Protagonistin geschieht. Verschiedene mögliche Wirklichkeiten werden gleichzeitig erzählt und erzeugen immer wieder Dissonanzen. Die habe ich meistens als schön empfunden, und manchmal als störend, irritierend und überfordernd.
1 review
June 22, 2025
Ein Erzählung wie ein Kammerspiel - daher wohl eine Novelle, um das Genre eher zu treffen. Inès Bayard eine Ausleuchterin innerer Zustände. Die Sprache anfangs schwierig, dann aber bekommen Erzählung und Erzähltes zunehmend Zusammenhang. Beklommrnheit und Faszination so nahe beieinander, mitunter schwer zu ertragen - zuletzt so erlebt bei Jenny Erpenbeck "Geschichte vom alten Kind"...
345 reviews11 followers
May 22, 2022
C'est l'hiver à Berlin. Il fait aussi froid dans la ville que dans le cœur de Leni Müller. Cette femme au foyer triste, sombre, vit dans le quartier de Steglitz avec son mari Ivan, un architecte austère. Son quotidien est sans surprise : elle occupe ses journées à arroser les fleurs de la résidence, faire les courses pour le déjeuner et errer dans la ville. Lorsque son mari l'abandonne, elle trouve un emploi dans un bar et poursuit sa vie monotone. C'est un personnage mystérieux, qui semble subir sa vie. "L'existence qu'elle menait ne présentait aucun choix réel. C'était comme si sa volonté se trouvait sans cesse perturbée pour des raisons inconnues, sans qu'elle-même arrive à s'en inquiéter sérieusement. C'était cela le pire. Un perpétuel état de sidération court-circuitait ses décisions."
C'est un roman que j'ai trouvé très étrange, par moments l'intrigue paraît prendre une tournure fantastique et puis finalement non, c'est un récit réaliste. J'ai lu ce roman jusqu'à la dernière page avec toujours l'impression que l'intrigue allait démarrer, et puis finalement il ne se passe pas grand chose. Le style d'Inès Bayard est malgré tout très plaisant. Son premier roman avait été un coup de cœur, cette fois-ci c'est un rendez-vous manqué, dommage.
Profile Image for Matatoune.
630 reviews30 followers
January 10, 2022
Après Les malheurs du bas, son premier roman, Inès Bayard propose Steglitz, un roman étrange autour d’un portrait de femme à la fois mystérieue et singulière dans un des quartier au sud-ouest de Berlin

Léni est satisfaite de sa vie solitaire, banale et rythmée d’activités routinières auprès de son mari, Ivan Müller, architecte qui travaille le plus souvent chez lui mais sans que sa femme sache quoique se soit sur ses activités. Sa vie est aisée, sans problème semble-t-il particulier. Elle ne s’intéresse à rien d’autre que ses tâches domestiques journalières et passe son temps à rêver. Répondre à un dialogue avec une personne rencontrée dans la rue la met dans un état proche d’une violence irraisonnée. Mais, elle aime particulièrement aussi se perdre sans but précis dans ce quartier tranquille.

Un jour, le lieutenant Ziegler entre dans son antre pour demander si personne n’aurait entendu des coups de feu. Le mari ne souhaite pas qu’on interroge sa femme; Néanmoins, cet homme va prendre une certaine importance pour Léni et sera à la fois sa bouée de sauvetage et son persécuteur. La fin n’éclairera pas plus l’intrigue

Léni rencontre un jour sur le banc d’un parc une présence qu’elle assimile à son père, qui est mort. Une autre fois, elle assiste à un enterrement en tant que spectatrice.

Son mari va charger Émile, le frère de Léni, de lui trouver une autre maison où elle acquiert une certaine liberté de ton mais un emprisonnement physique.

Il ne semble pas avoir de sens à cette histoire de femme sauf à décrire un délire à la fois paranoïaque où plusieurs personnalités se succèdent : L’absente obéissante, l’employée échappant de justesse à l’esclavage mais attentive aux autres, celle spectatrice d’un incident traumatique, ou la femme qui se laisse aimer. Et, puis, il y a la voix qui hurle dans la nuit le nom de ce quartier…

La suite ici
https://vagabondageautourdesoi.com/20...
Profile Image for Elisa.
161 reviews3 followers
February 1, 2024
Auffällig ist die besondere Erzählstimme des Romans – abwesend, psychologisch und analytisch, doch gleichzeitig nah an der Hauptfigur. Ein interessantes Modell, das narrativ viel zu bieten hat und damit die Tiefe des Inhalts spiegelt: Raum und Zeit werden miteinander verwoben, Gegenwart trifft auf Vergangenes, Erinnerungen verlieren an Greifbarkeit oder werden lebendig.

Vielschichtig, trocken, freudlos und rau. Als würde man die Hauptfigur verschwommen durch Glas betrachten, und als würde auch sie ihre Umgebung so wahrnehmen. Die Grundstimmung bleibt immer gleich, variiert jedoch in Nuancen – und zerfließt in (gelungener) Komplexität.

Man muss offen für abstrakte Erzählungen sein, ebenso für die Trostlosigkeit der Figur und die Erfahrung von Traumata. Wenn man sich darauf einlassen kann, ist »Steglitz« definitiv sehr lohnenswert.

Plus: Das Cover passt unfassbar gut zur Stimmung dieses Romans.
Profile Image for janasbuecherwelt.
304 reviews21 followers
October 4, 2023
Rezension zu "Steglitz" von Inès Bayard.

Nachdem ich "Scham" der Autorin gerne gelesen habe, habe ich mich bei "Steglitz" auf ein ähnlich intensives, tiefgründiges Buch gefreut.
Dieses intensive und auch tiefgründige Buch habe ich bekommen. Es konnte mich leider aber nicht ganz so erreichen wie es damals Scham geschafft hatte. Ob es an der Thematik lag, oder einfach meine Stimmung zum Zeitpunkt des Lesens nicht gepasst hatte, kann ich schlecht sagen.

Nichtsdestotrotz möchte ich auch dieses Buch der Autorin weiterempfehlen. Der Schreibstil ist toll. Als Leser:in begleitet man Leni auf ihrem Weg, als ihr Leben komplett aus den Fugen gerät.

Buchdetails: erschienen am 25.09.2023 im Zsolnay Verlag - gelesen als Hardcover - 192 Seiten - 22,00 €
Profile Image for Erlesenes.Zerlesenes [Berit] .
219 reviews36 followers
December 9, 2023
Zugegebenermaßen war ‚Steglitz‘ nicht das, was ich erwartet hatte. Nach ‚Scham, einem Roman über se.ualisierte Gewalt, hatte ich eine Vorstellung davon, wie Inès Bayard schreibt. Die wurde allerdings schon auf der ersten Seite über den Haufen gekegelt. Der nach dem Berliner Stadtteil benannte Roman liest sich wie ein Fiebertraum. Und das nicht nur, weil er im Berliner COVID Exil der Autorin entstanden ist.
Bayards Protagonistin Leni bewegt sich irgendwo an der Grenze von Wahn und Wirklichkeit, sodass auch die Lesenden nie genau wissen: was ist Traum und was Realität? Die anfänglich langweilig anmutende Bilderbuch-Ehe wird mehr und mehr von einem Gefühl drohender Gefahr überschattet. Bereits bekannte Akteure verändern plötzlich ihr Verhalten gegenüber Leni, scheinen ihr (und uns) gegenüber einen erheblichen Wissensvorsprung zu besitzen und eigentlich weiß man nie so recht: Sind diese Charaktere überhaupt real oder handelt es sich bei ihnen um fleischgewordene Kindheitstraumata?

‚Steglitz‘ ist deutlich poetischer und stärker mit Subtext aufgeladen als ‚Scham‘. Dieses Buch lässt sich nicht lesen, ohne die eigene Komfortzone zu verlassen, wie Übersetzerin Theresa Benkert so treffend formuliert.
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