2,5⭐
Wenn man viele New Adult Romance Bücher gelesen hat, gibt es irgendwann nur noch selten Ansätze oder Tropes, die einen überraschen. Worauf es dann ankommt, ist die Umsetzung in der Geschichte und diese war aus meiner Sicht bei „Without a Word“ nicht gelungen.
Wir verfolgen die Geschichte von Maddy und Eden, wobei ich die Dynamik in ihrer Beziehung von Anfang an mochte, da sie sich gegenseitig gefordert haben und dazu gezwungen waren, sich selber zu reflektieren. Doch Eden wird sterben und Maddy entscheidet sich dazu, bei ihm bleiben, bis zu seinem Ende.
Maddy ist eine sehr starke und stolze Protagonistin, die aber gleichzeitig auch einfühlsam und geduldig sein kann. Immer wieder handelt sie vorschnell und unüberlegt, wodurch ich sie nicht immer sympathisch fand, aber das ist aus meiner Sicht okay.
Eden kann aufgrund seiner Erkrankung nicht sprechen, weiß aber, sich auch ohne Worte geschickt auszudrücken. Er strahlt oft eine Verbitterung aus, die vorallem in Momenten, wo Maddy oder seine Freunde bei ihm sind, durchbrochen wird. Für mich war er ein sehr nachvollziehbarer Charakter, der irgendwann einfach nicht mehr in der Lage dazu ist, sein Leid und Schmerz zu ertragen.
Der Schreibstil der Autorin war angenehm, aber auch nichts besonderes und ich hatte kein Problem damit der Handlung zu folgen.
Die Geschichte an sich hat mich unterhalten und ich fand auch die Krankheit und Edens Umgang damit gut dargestellt, da nichts romantisiert wurde, gleichzeitig aber auch die Folgen für Angehörige und deren Gefühle zur Sprache kamen. Auch die Trauerbewältigung habe ich bis zu einem bestimmten Grad als gelungen empfunden.
Doch bei der Trauerbewältigung kam etwas zu tragen, was für mich das größte Manko der Geschichte war: das Tempo. Alles wird viel zu schnell erzählt. Das Kennenlernen, die Entstehung einer Beziehung, die aus dem nichts eine Tiefe erreicht haben soll, von der mir zwar erzählt, aber nichts gezeigt wurde, Edens Tod, die Trauer und dann Scott. Das hat dazu geführt, dass alles zu gewollt und damit unrealistisch wirkte und ich die Anziehungskraft zwischen den beiden nicht spüren konnte. Die Verwendung von Floskeln wie „Als würden wir uns schon immer kennen“, die eine tiefe Verbindung suggerieren sollen, haben leider das Ganze nicht besser gemacht. Das Tempo wirkt sich dann auch auf einige Charakterentwicklungen aus: sie waren nicht nachvollziehbar, zu plötzlich und unzureichend erklärt, was sie unauthentisch gemacht hat und den Eindruck hinterließ, dass sie nur dazu da waren, die Geschichte voranzutreiben, ohne dass es zu ihnen gepasst hat.
Noch ein paar Worte zu Scott, Maddys neue große Liebe, den sie erst im letzten Drittel kennenlernt und die am Ende heiraten und Kinder bekommen: Ich hätte es bevorzugt, wenn sich die Autorin ganz auf Scott konzentriert hätte und die Geschichte mit Eden nur in Rückblenden erzählt worden wäre, oder sie Scott einfach rausgelassen hätte. Es wirkte nur, als wäre er eingebaut worden, damit Maddy ihr Happy End bekommt. Natürlich ist es gut, dass gezeigt wird, dass Menschen nach dem Verlust einer geliebten Person in der Lage sind, auch jemand anderen zu Lieben, aber hier war es einfach zu erzwungen und suggeriert, dass eine Frau nur mit Mann und Kind glücklich werden könne, was aus meiner Sicht viel zu Klischeehaft ist.. Durch all diese Punkte, hat mich die Umsetzung der Geschichte einfach enttäuscht
Wie man vielleicht an der Rezension merkt, kann ich für die Geschichte leider keine Empfehlung aussprechen.